Jede Familie ist anders. Während manche Eltern beide berufstätig sind und sich die Kinderbetreuung teilen, entscheidet sich in anderen Familien ein Elternteil bewusst dafür, das Arbeitspensum zu reduzieren oder die Kinder hauptsächlich selbst zu betreuen. Wieder andere Familien wählen ein Modell dazwischen. All diese Entscheidungen verdienen Respekt.
Für mich ist klar: Die Wahl des Familienmodells gehört in die Familie und nicht ins Steuerrecht. Eltern sollen frei entscheiden können, wie sie Erwerbs- und Familienarbeit aufteilen. Massgebend sollen die Bedürfnisse der Familie sein und nicht die Frage, welches Modell steuerlich am vorteilhaftesten ist. Wer die eigenen Kinder selbst betreut, leistet einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Kinder zu begleiten, ihnen Zeit zu schenken und sie auf ihrem Weg ins Leben zu unterstützen, ist wertvolle Arbeit. Diese Leistung verdient Anerkennung, auch wenn dafür kein Lohn ausbezahlt wird.
Gleichzeitig ist die externe Kinderbetreuung für viele Familien die richtige Lösung. Es geht deshalb nicht darum, ein Familienmodell gegen ein anderes auszuspielen. Vielmehr sollen Eltern eine echte Wahl haben, ohne durch steuerliche Nachteile benachteiligt zu werden.
Die Fairness-Initiative der Mitte setzt genau hier an. Sie will die steuerliche Benachteiligung von Ehepaaren bei den Bundessteuern beseitigen, ohne die gemeinsame Besteuerung aufzugeben. Damit soll mehr Fairness geschaffen und gleichzeitig respektiert werden, dass Familien ihre Verantwortung unterschiedlich organisieren. Darum verdient die Fairness-Initiative der Mitte meine Unterstützung und ein Ja am 29. November 2026.
Andreas Broger, Kantonsrat & Stadtrat, Altstätten
Familienmodelle dürfen keine Steuerfrage sein