Rebstein 02.04.2026

Schulmodell Rebstein: Wo bleibt das Wohl der Schulkinder ?

Quartierschulhäuser ermöglichen Primarschülerinnen und -schülern einen möglichst kurzen und unbeschwerlichen Schulweg. Mit der Absicht des Schulrates, die 1. und 2. Klasse im Schulhaus Berg, die 3. und 4. Klasse im Schulhaus Burggut und die 5. und 6. Klasse im Schulhaus Schachen zu unterrichten, wird das Wohl der Schulkinder ignoriert.

Von Werner Vetsch
aktualisiert am 02.04.2026

Unbegreiflich ist, dass einerseits der Schulrat ausgerechnet den Kindern aus den drei Kindergärten Schachen die 1.und 2. Klasse durch die Zuteilung zum Schulhaus Berg zukünftig den sehr gefährlichen und weiten Weg hinauf über die Staatsstrasse zumutet. Andererseits ist es unverständlich, dass die im oberen Teil der Gemeinde wohnhaften Schülerinnen und Schüler erst ab der 5. und 6 Klasse die gefährlichen Stellen im Bereich Staatsstrasse überqueren müssten.

Kinder brauchen im Primarschulalter in unserer hektischen Zeit dringend einen Ort der Kontinuität, der Vertrautheit und der Ruhe und nicht einen permanenten Schulhauswechsel. Klassengrössen sind von Jahrgang zu Jahrgang variabel. Im Weiteren verbaut die starre, unflexible Lösung des Schulrates in Zukunft leider jegliche Möglichkeit einer kostensparenden Bildung von Zweiklassenschulen, um die unterschiedlichen Klassengrössen auszugleichen.

Die seitens des Volksschulgesetzes vorgeschlagene Bandbreite von 20 bis 24 Kindern wird derzeit an der Primarschule Rebstein mit durchschnittlich 16,2 Kindern pro Klasse bereits stark unterschritten. Sofern keine Anpassung an die kantonalen Vorgaben erfolgt, ergibt sich keine Reduktion der Personalkosten. Je nach Grösse der Jahrgänge wären möglicherweise jedoch sogar zusätzliche Lehrstellen erforderlich.

Die Zusammenarbeit innerhalb des Lehrpersonals einer Stufe ist begrüssenswert, kann jedoch an jedem beliebigen Ort stattfinden. Was soll dieses sogenannt «neue Schulmodell» zum Wohle der Kinder bewirken? Grosse Verlierer dieses Schulmodells, das sich lediglich als neue Schulorganisation entpuppt, wären die Kinder der Primarschule.

Werner Vetsch, Rebstein