Nun präsentiert uns ausgerechnet Marc Mächler, St. Galler Regierungsrat der FDP, eine neue Online-Steuerklärung. Gemäss Begleitbrief von Mächler soll alles moderner und digitaler werden. Leider war es nicht erstrebenswert, die neue Online-Steuererklärung einfacher und kundenfreundlicher zu gestalten. Die ersten Rückmeldungen in den Leserbriefspalten stellen fest, dass nun ein Mehrfaches an Zeit benötigt wird, um die neue Online-Steuererklärung zu erledigen.
Diverse Leserbriefschreibende bestätigen, dass die neue Steuerklärung eine «Herausforderung» ist und gute Nerven benötige. Man könne zwar einer Hotline anrufen, aber wirklich helfen könne diese auch nicht. Gewisse Sachen sind einfach gegeben. Andere schreiben, sie wollen wieder zu Papier und Kugelschreiber greifen. Ob dies wirklich das Ziel unserer St. Galler Regierung ist? Was mich betrifft, so habe ich bisher keine guten Erfahrungen mit Hotlines gemacht. Da muss man oft lange, teilweise sehr lange warten und am Ende kommt doch nichts Hilfreiches raus.
Und zum Thema «Herausforderung»: Auf diese Art von Herausforderungen kann ich ganz gut verzichten und setze meine Zeit lieber anders und ohne Ärgernisse ein. Nicht, dass ich mich gegen digitalisierte Lösungen stelle, aber eine neue Lösung darf nicht komplexer als die bisherige sein. Mit unseren digitalen Möglichkeiten sollte eine neue Lösung immer bedienerfreundlicher sein als das Vorherige. Eine assistenzgeführte Anwendung ist dabei Pflicht.
Vielleicht schafft es der Kanton bis nächstes Jahr doch noch eine kundenfreundliche und bürgernahe Lösung zu präsentieren. Bis dahin werde ich vermutlich ebenfalls wieder zu den altbewährten Formularen und zum Kugelschreiber zurückgreifen.
Philipp Specker, Altstätten
Zeit ist Geld, auch bei der neuen Online-Steuererklärung