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80 Stunden Musik: Das Heiden Festival feiert seine zehnte Ausgabe

Vom 23. bis 25. Mai 2026 feiert das Heiden Festival seine zehnte Ausgabe. Unter dem Titel «Dieci» wird Heiden während drei Tagen zum vielstimmigen Festivaldorf – unter anderem mit rund 80 Stunden Live-Musik auf sieben Bühnen.

Von pd
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An Pfingsten feiert das Heiden Festival sein zehntes Kapitel – und tut es nicht mit rückwärtsgewandter Jubiläumsrhetorik, sondern mit einem Programm, das nach vorne weist. Vom 23. bis 25. Mai 2026 wird das Dorf zum offenen Festivalraum: mit Konzerten in Sälen, Kirchen, Museen und auf Plätzen; dazu kommen Tanz, Dorfführungen, Überraschungsformate und ein Festplatz für Musik, Begegnung und Genuss. Der Jubiläumstitel «Dieci» verweist auf zehn Jahre Festivalgeschichte und zugleich auf den Gastkanton Tessin. Mit seiner eigenständigen Klangsprache bringt das Tessin Wärme, Mehrstimmigkeit und Heiden zusammen.

Das Tessin als klingender Gastkanton

Formationen wie Vox Blenii, Vent Negru, Tri Per Dü, Bandella vista mare, Panighiröl und die Corale Pro Ticino Di San Gallo zeigen, wie lebendig Volksmusik sein kann, wenn sie nicht konserviert, sondern weitergetragen wird. Vox Blenii und Vent Negru wurden 2025 mit dem Schweizer Musikpreis ausgezeichnet.

Das Tessin ist im Jubiläumsjahr nicht bloss dekorativer Schwerpunkt. Seine Kultur wird hörbar, sichtbar und schmeckbar. Auf dem Festplatz Seeallee bringen Spezialitäten von Ticino Gusto, süsse Angebote und eine Degustation mit Weinen der Cantina Cavallini aus Cabbio den Süden nach Heiden.

Sieben Bühnen, drei Tage, ein weiter Klangbogen

Das Programm setzt auf Vielfalt: Schon am Samstag eröffnen Bailenga, Vox Blenii und das Suo Trio aus Finnland das Festival. In der Linde begegnen sich Ils Fränzlis da Tschlin, Tri Per Dü, das Tyrol Music Project und Gläuffig; im Kursaal setzt die Bandella vista mare am Abend einen Tessiner Akzent mit Bläserenergie, Spielfreude und mediterraner Ironie.

Die Kirche wird mit der «Odyssee der Folklore» zum Resonanzraum, während auf der Tanzbühne am Dunantplatz Workshops, Crashkurse und Tanzabende den Balfolk-Puls durch das Dorf treiben.

Sonntag zwischen Chorgesang, Kammermusik und Tanz

Am Sonntag verdichtet sich das Programm weiter. Beim Kirchplatz treten unter anderem Soundkistn mit dem Duo Steinkellner/Novák, Bargainatt und Vent Negru auf. In der Linde spielen Kapelle So&So, Duo Räss-Gabriel, The Wieniawski String Quartet und HD Gähler-Müller.

In der Kirche verbinden sich Gottesdienst, Chorgesang, Streicherklang und die Kooperation der Geschwister Küng mit dem Tyrol Music Project. Der Kirchturm wird mit Duo Vargoz selbst zur kleinen Bühne, und der Dunantplatz bleibt ein Treffpunkt für Tanzende – mit Workshops zu Paartanz, Canto und Rigodon sowie langen Tanzsets bis nach Mitternacht.

Am Montag klingt das Festival mit Christian Schmid & Neoländler, Trio Dimitri-Aeschbi-Küng, Panighiröl, Chrummholz, Trio Anderscht & Peter Lenzin sowie einem offenen Balfolk-Ausklang aus. Auch hier bleibt das Programm seiner Linie treu: Es verbindet Vertrautes mit Neuem, regionale Stimmen mit internationalen Impulsen und grosse Musikalität mit unmittelbarer Nähe.

Dieci-Momente: kleine Formate, grosse Nähe

Ein weiteres Highlight sind die «Dieci»-Momente: zehn kleine Formate, die Nähe schaffen und das Jubiläum nicht erklären, sondern erlebbar machen. Dazu gehören ein Turmzimmer-Moment mit dem Suo Trio, ein gemeinsamer Tessiner Klangmoment mit Vox Blenii, ein Impuls von Gemeindepräsident Robert Diethelm, Blicke hinter die Kulissen mit Kapelle So&So, eine Klangwerkstatt mit Jakob Steinkellner, «Un canto per Heiden» mit der Corale Pro Ticino, ein Jodel-Atelier mit Nadja Räss, ein Kirchturm-Moment mit den Geschwistern Küng und ein Klangspaziergang mit Vent Negru.

Festplatz Seeallee: Musik für alle

Der frei zugängliche Festplatz Seeallee wird im Jubiläumsjahr zum Herzstück für alle, die Festivalatmosphäre auch ohne Konzertticket erleben möchten. Hier treffen sich Festivalgäste, Familien, Spaziergängerinnen und Neugierige. Der Festplatz ist damit ein offener Treffpunkt mitten im Dorf – ein Ort für spontane Begegnungen, musikalische Farbtupfer und genussvolle Pausen zwischen den Konzerten.