Was 1986 als kleiner Lauf begann, ist längst ein Anlass, der viele Läuferinnen und Läufer nicht nur aus der näheren Region anzieht. Am Samstag kamen viele vorbei, um dem Geburtstagskind zu gratulieren. Mit 1185 gemeldeten Teilnehmenden waren es über 150 mehr als letztes Jahr. Städtlilauf-Co-Präsidentin Michelle Dürr war sehr zufrieden: «Seit Corona ging es mit den Anmeldungen jedes Jahr aufwärts, dieses Jahr hatten wir knapp 1100 Finisher. Die Bedingungen waren hervorragend: immer noch recht warm, aber so, dass es für Publikum und Teilnehmende angenehm war.»
Vor allem beim Kids-Sprint der Jüngsten, bei dem 151 Mädchen und 146 Buben starteten, platzte die Marktgasse fast aus allen Nähten. Nicht nur mit kleinen Athletinnen und Athleten, sondern auch mit einem riesigen Publikum, denn schliesslich wollten Familie und Freunde den Auftritt der Kids der Jahrgänge 2020 bis 2025 keinesfalls verpassen. Die Marktgasse bildete eine Kulisse, die allen noch lange in Erinnerung bleiben wird – auch wegen der Medaille, die es für alle gab. Raphael Thür lachte und sagte: «Ich lief die 300-Meter-Strecke gemeinsam mit meinem kleinen Sohn. Im Ziel sagte er: Papi, ich will nochmals laufen.»
Viele fleissige Helferinnen und Helfer
Einen Event wie den Städtlilauf durchzuführen wäre ohne Sponsoren und viele freiwillige Helferinnen und Helfer nicht möglich. Diese fleissigen Menschen sind es, die im Hintergrund um einen reibungslosen Ablauf bemüht sind. So etwa Esther Büchel aus Rebstein: Obwohl sie die Strecke noch nie selbst gelaufen ist, hat sie noch kein Jahr ausgelassen. Sie sagte: «Der 40. Städtlilauf ist auch mein 40. Städtlilauf. Ich helfe von Anfang an immer im Ziel mit.» Thomas Tanner aus Diepoldsau sagte: «Ich weiss nicht, wie lange ich schon mithelfe, aber es dürften über 20 Jahre sein.» Der gebürtige Altstätter hatte schon Aufgaben an verschiedenen Posten entlang der Strecke. «Seit einer Weile bin ich im Start-Team und freue mich jedes Jahr darauf.»
In den Hauptklassen über zehn Kilometer war man gespannt, wer auf dem Podest stehen würde. Sereina Scherzinger, die 2024 und 2025 gewann, und Seare Weldezghi, der zwischen 2023 und 2025 dreimal in Serie siegte, waren nicht dabei. Weldezghi ist in einem Trainingscamp in Kenia. Vor ein paar Tagen lief er einen Halbmarathon in Barcelona mit der neuen persönlichen Bestzeit von 61 Minuten und sieben Sekunden.
Siege an Lisa Redlinger und Abdi Ali
Die Städtlilauf-Favoritenrollen gehörten diesmal der Lustenauerin Lisa Redlinger und Abdi Ali aus Zürich – und beide setzten sich durch. Redlinger ist österreichische Strassenlauf-Rekordhalterin. Mit dem Streckenrekord am Städtlilauf hat sie nun eine weitere Bestmarke in ihrem Palmarès. Ihr gefiel die Kulisse: «Die Steigungen und die Gefälle in der wunderbaren Altstadt habe ich mir schlimmer vorgestellt.» Alina Federer von den Donnschtig-Hüpfern stieg als Zweite zum dritten Mal in Serie auf das Podest, die Eichbergerin Sandra Löhrer wurde hervorragende Dritte.
Bei den Männern ging der Sieg an Abdi Ali aus Zürich, der eine bärenstarke Leistung zeigte. Anfangs bildete er zusammen mit seinen Teamkollegen des LC Uster, Sakarie Mohamed Ali und Janik Gächter, ein Spitzentrio, zu dem er sich ab der zweiten Runde einen immer grösser werdenden Vorsprung herauslief. Schliesslich siegte er mit einer guten Minute Vorsprung auf Sakarie Mohamed Abdi. «Der gleiche Name ist Zufall, wir sind nicht verwandt», sagte der glückliche Sieger. «Es ist ein wunderbarer Lauf. Ich habe versucht, unter die 30-Minuten-Marke zu kommen», so der gebürtige Somalier, der zum ersten Mal in Altstätten startete. Er lachte und sagte: «Dann probiere ich es nächstes Jahr wieder.»
PluSport Rheintal und Feuerwehr in Vollmontur
In der «Just for Fun»-Kategorie startete auch eine Delegation der Feuerwehr Altstätten-Eichberg. Dies tat sie nicht im Lauftenue, sondern in Vollmontur. Wie die Jungs die 1,9 Kilometer mit Schutzmaske absolvierten, war beeindruckend. Simon Sonderegger sagte: «Die Ausrüstung dürfte um die 15 Kilo wiegen.» Dabei ist seit sieben Jahren auch eine grosse Gruppe von PluSport Rheintal. Die Präsidentin von PluSport Schweiz, die Hinterforsterin Simone Michlig, lief ihr Heimrennen natürlich auch. Sie sagte: «Ich bin mein ganzes Leben mit dem Städtlilauf verbunden.» Michlig ist die Tochter des Gründungsmitglieds Alex Thür und war sechs Jahre Präsidentin des Städtlilaufs. «Für mich ist es wichtig, dass der Lauf für alle zugänglich ist, um das Erlebnis und die Emotionen zu geniessen», sagte Michlig. PluSport, das jeweils mit blauen Shirts aufläuft, ist ein wunderbarer Teil des Laufs.
Es gab weitere Jubilare zu feiern: Maurus Gamper, Beat Meier und Stefan Lutz haben keinen Städtlilauf ausgelassen. Stefan Lutz sagte mit einem Augenzwinkern: «Nun peilen wir den Fünfzigsten an.» Für Michelle Dürr war dieser Städtlilauf der letzte als Präsidentin. Sie stand dem OK seit 2019 vor, seit 2025 mit Seline Klaiber. Klaiber übernimmt nun das Amt. Sie sagte: «Der Städtlilauf wäre ohne Michelle nicht dort, wo er ist.» Es gibt Dinge, die zusammengehören: etwa Wengen und die Lauberhornabfahrt oder Wimbledon und das Tennisturnier. Der Städtlilauf gehört definitiv zu Altstätten.
Altstätten feierte seinen traditionellen Lauf mit einem Rekord