Laufsport 11.08.2026

Die erste «Staubera Ziit» ist gesetzt – die Sieger sind Rekordhalter

Flurin Glunk aus Appenzell gewinnt den ersten Staubera Run, bei den Frauen setzt sich Angela Haldimann aus Gams durch. Damit ist eine Frage, die schon länger die Runde macht, für das Erste beantwortet.

Von pd
aktualisiert am 11.08.2026

Unter Bergsportlerinnen und Bergsportlern war die Frage «Wa isch dini Staubera Ziit?» längst bekannt, die Antwort bisher aber nur inoffiziell. Am Sonntag wurde sie zum ersten Mal offiziell beantwortet. Am ersten «Staubera Run» kämpften sich 100 Läuferinnen und Läufer von Frümsen hinauf zur Staubernkanzel. Nach 5,4 Kilometern und 1260 Höhenmetern standen die Besten fest: Flurin Glunk aus Appenzell gewann in 51:15 Minuten vor Luca Pedrelli und Urban Signer, ebenfalls aus Appenzell. Bei den Frauen setzte Angela Haldimann aus Gams die Messlatte auf 1:01.34 Stunden. Rund zweieinhalb Minuten später folgte Simone Terheggen und in 1:05.15 Kim Baner aus Buchs.

Die Temperaturen stellten die Organisatoren Dominik und Ramon Mattle vor eine zusätzliche Herausforderung. Sie verlegten das Startfenster auf 8.30 bis 10.30 Uhr, was sich als gute Entscheidung erwies. Bereits um 8.45 Uhr war über die Hälfte der Läuferinnen und Läufer unterwegs. Entlang der Strecke boten Helferinnen und Helfer Wasser und Traubenzucker an, bei der Frümsner Alp wartete ein Verpflegungsposten mit isotonischen Getränken und Snacks.

Die Organisatoren Dominik und Ramon Mattle am ersten Staubera Run.
Die Organisatoren Dominik und Ramon Mattle am ersten Staubera Run.
Bild: pd

Nicht nur die Temperaturen erinnerten daran, wie trocken dieser Sommer ist. Auf dem Weg lag eine dichte Laubdecke, zwischen den Bäumen zeigte sich teils ein Bild, das eher an Herbst als an Hochsommer erinnerte. Die Natur zeigte deutlich, dass die Trockenheit auch in den Bergen Spuren hinterlässt.

Ein Bergrennen mit einer eigenen Taktik

Die Strecke war mit roten Bändern markiert, die den schnellsten Weg wiesen. An diversen Gabelungen konnte man zwischen zwei Varianten wählen: der kürzeren, deutlich steileren Route oder der etwas längeren und weniger steilen Alternative. 5,4 Kilometer klingen nach einer kurzen Distanz. Doch auf der Strecke galt es, 1260 Höhenmeter zu überwinden, weshalb vom ersten Anstieg bis zum Zieleinlauf auf dem Grat eine gute Einteilung der Kräfte gefragt war.

Wer zu früh zu viel investierte, musste später büssen. Für Flurin Glunk und Angela Haldimann ist der Alpstein eines der bevorzugten Trainingsgebiete: Die Wege und die steilen Anstiege sind ihnen bestens vertraut, somit wussten beide, wie sie ihre Kräfte einteilen mussten.

Bei den Frauen blieb die Entscheidung lange offen. Angela Haldimann war rund 20 Minuten nach Kim Baner gestartet, Simone Terheggen ging noch später auf die Strecke. Durch den gestaffelten Start wussten die Führenden deshalb lange nicht, ob ihre Zeit für den Sieg reichen würde.

Spannung bis zum Schluss und viel Begeisterung

Einige nutzten die Wartezeit, um sich im Berggasthaus zu verpflegen oder ihre Kolleginnen und Kollegen auf den letzten Metern anzufeuern. Auch einige bekannte Bergläufer hatten den Weg von der Appenzeller Seite her unter die Füsse genommen, um ihre Freunde bei der Premiere zu unterstützen. Gegen 11.30 Uhr war dann endgültig klar, dass keine der später gestarteten Läuferinnen die Bestzeit noch unterbieten konnte.

Flurin Glunk (Mitte) gewann bei den Männern vor Luca Pedrelli (rechts) und Urban Signer.
Flurin Glunk (Mitte) gewann bei den Männern vor Luca Pedrelli (rechts) und Urban Signer.
Bild: pd

Dass der Staubera Run auf Interesse stossen würde, hatten die Organisatoren gehofft. Wie gross dieses war, zeigte sich nach der Vergabe der 100 Startplätze: Dominik und Ramon Mattle erhielten rund 20 Anfragen von Läuferinnen und Läufern, die kurzfristig auch dabei sein wollten.

Oben bei der Staubernkanzel war von der Anstrengung kaum mehr etwas zu spüren. Die Aussicht, die gelöste Atmosphäre und die Freude über das Erreichte machten den Zielbereich zum Treffpunkt, an dem Zeiten verglichen, Erfahrungen ausgetauscht und die Sieger gefeiert wurden.

Die ersten Siege bedeuten auch die ersten Rekorde

Die neuen Rekordhalter und Rekordhalterinnen erhielten nebst Applaus ein offizielles Staubera-Run-Shirt und einen Gutschein vom Berggasthaus Staubern. Auch die Zweit- und Drittplatzierten gingen nicht leer aus und durften sich über Preise freuen. Besonders beeindruckt waren die Organisatoren von Roland Thommen, Jahrgang 1935, der die Staubernkanzel in starken 2:15 Stunden erreichte. Während vorne um Sekunden gekämpft wurde, ging es für ihn und viele andere um etwas ebenso Wertvolles: den eigenen Weg nach oben zu schaffen.

Die erste offizielle «Staubera Ziit» ist gesetzt. Flurin Glunk und Angela Haldimann haben die Premiere gewonnen und die Messlatte für alle gelegt, die künftig wissen wollen: «Wa isch dini Staubera Ziit?». (pd)