Motorsport vor 1 Stunde

Armin Buschor siegt bei seinem letzten grossen Auftritt

Am letzten Wochenende fand in Oberhallau vor 15000 Fans das Bergrennen statt. Die 74-jährige Altstätter Legende Armin Buschor gewann die Klasse K Historisch bis 2000 – und sagte: «Goodbye, das war mein letztes Rennen.»

Von Elio Crestani
aktualisiert vor 1 Stunde

Das Weindorf Oberhallau im Schaffhauser Klettgau zeigte sich am letzten August-Wochenende im Ausnahmezustand. Im ganzen Dorf waren Rennfahrzeuge zu sehen, ein passionierter Fan aus Zürich sagte: «Es ist wie ein lebendes Fahrerlager mitten im Dorf.» Eine grosse Hüpfburg für die Kinder, Helikopter-Rundflüge und Taxifahrten unter der Leitung der beiden Widnauer Norbert Sieber (CEO des Lotus-V6-Cups) und Daniel Strim waren neben den Rennen die grossen Attraktionen für das grosse Publikum.

Rücktritt – aber es bleibt ein Türchen offen

Am rechten Strassenrand war, kurz vor der Startlinie, ein weisser, breiter Heidegger-Flügel-BMW 320 Gruppe 5 zu sehen. Es war spürbar, es lag in der Luft, dass dieser nicht irgendwem gehörte, sondern Armin Buschor. Immer wieder wurde das Juwel fotografiert – und der Altstätter hatte eine Menge Fragen zu beantworten. Eine davon war: «Fährst du heute wirklich dein letztes Rennen?» Buschor antwortete: «Ja. Ich bin jetzt 74-jährig, einmal muss Schluss sein. Jetzt passt alles. Der FIA-Wagenpass, der Tank, der Sitz, die Gurte: Alles läuft ab. Ich müsste für das nächste Jahr alles erneuern. Dieser Aufwand ist mir zu gross.»

Mit einem spitzbübischen Lächeln fügte Armin Buschor an: «Ich werde weiterhin an lizenzfreien Veranstaltungen wie Steckborn, Kerenzerberg oder Walzenhausen-Lachen teilnehmen. Auch an Showfahrten wie hier in Oberhallau werde ich starten, einfach ohne Lizenz.» So ganz kann die Altstätter Motorsport-Legende also nicht aufhören. «Ich kann nicht einfach abtreten. Der Motorsport bestimmt seit 53 Jahren mein Leben. Ich danke allen, die mich in diesen über 50 Jahren begleitet haben.» Der Abschluss in den lizenzierten Kategorien ist ihm hervorragend gelungen: Armin Buschor gewann in Oberhallau die Klasse K Historisch bis 2000.

Nicht alle sind mit ihren Zeiten gleich zufrieden

Der Walzenhauser René Leutenegger fuhr im grünen Opel Kadett C GT/R in der Kategorie Interswiss bis 2000 auf Platz sieben. «Schade, ich hätte wohl Rang vier oder fünf erreichen können. Im ersten Lauf war ich in der letzten Kurve zu schnell. Ein Hinterrad war schon im Gras, und ich brauchte Glück, um das Auto wieder auf die Strasse zu bringen. Die Zeit des zweiten Laufes war dann gut. Wäre die erste auch so gewesen, wäre ich weiter vorne klassiert», sagte der Vorderländer Glasunternehmer. Platz 17 erreichte Autospengler Beat Kellenberger im breiten Renault Clio Maxi. Im Renault-Clio-Cup fuhr der Oberrieter Thomas Gschwend auf den 22. Platz, im Renault-Clio-3-Cup erreichte Reto Bischofberger aus Oberegg den 24. Rang.

In der TCR-Klasse fuhr Claudio Oberle aus Walzenhausen in seinem Seat Leon auf Platz acht. Damit war er nicht zufrieden. Oberle sagte danach: «Oberhallau war nicht mein Tag. Durch die vielen technischen Defekte gab es am Start zu lange Wartezeiten. Ich habe nicht einmal die Zeiten erreicht, die ich im letzten Jahr gefahren bin.» Der Lutzenberger Markus Röckl fuhr derweil seinen wuchtigen, bärenstarken Audi 80 S2 in der Kategorie E1 über 4000 auf den vierten Rang.

Das Bergrennen am Berner Gurnigel, das am 12. und 13. September ausgetragen werden sollte, wurde wegen der Trockenheit und der hohen Brandgefahr bereits vorzeitig abgesagt. Der Final der Schweizer Bergmeisterschaft findet am Wochenende vom 19. und 20. September am Rennen Châtel-St-Denis – Les Paccots statt.