Dies zeigte sich auch darin, dass stolze 10000 Schaulustige die Rennstrecke säumten und bestens unterhalten wurden. Am Bergrennen führte die Teilnahme von rund 350 historischen Autos, Motorrädern und Seitenwagen zu einem beeindruckenden Spektakel. Auch die Rheintaler Piloten gingen in Steckborn an den Start.
So etwa die Motorsportlegende Armin Buschor aus Altstätten. Der Routinier zeigte der grossen Zuschauerkulisse am Untersee seinen Heidegger-BMW 320 Gruppe 5. Erwin Steingruber, der «Übervater» des Bergsprints Walzenhausen-Lachen, fuhr seinen Formel-2-March-802-BMW im Eiltempo den Berg hinauf. Der Heerbrugger Garagist Walter Tanner präsentierte seinen gelben Ex-Jo-Zeller-Formel-3-RALT-Toyota und der Bernecker Daniel Gobbo seinen historischen Austin Healey MKI mit Baujahr 1959.
Auf der ehemaligen Rennstrecke vom Untersee hinauf zum Eichhölzli erinnerten die Teilnehmer an die legendären Bergrennen von 1955 und 1962. Von sportlichen Rennwagen über historische Formel-Fahrzeuge und klassische Tourenwagen bis hin zu geschichtsträchtigen Motorrädern war alles dabei – es war ein wahrer High Noon der Rennwagen und ihrer Piloten.
Gefahren wurde dabei aber bewusst ohne Zeitmessung. Nicht die Jagd nach Zehntelsekunden, sondern die Freude an den historischen Fahrzeugen und die Erinnerung an die schöne Epoche des Schweizer Motorsports standen im Zentrum der Veranstaltung. Die vielen Zuschauerinnen und Zuschauer wurden dabei nicht nur entlang der Strecke mit Augenweiden verwöhnt. Auch im Fahrerlager, mitten im Städtli Steckborn, konnten die automobilen Raritäten aus nächster Nähe bewundert werden. Motorengeräusche, Benzinduft und liebevoll gepflegte Fahrzeuge liessen die Atmosphäre vergangener Rennsportzeiten aufleben.
Das Memorial Steckborn-Eichhölzli zeigte auch etwas: Historische Rennfahrzeuge wie die von Armin Buschor, Erwin Steingruber, Walter Tanner und Daniel Gobbo gehören nicht nur ins Museum. Stürmen sie auf der alten Rennstrecke wieder den Berg hinauf, wird die Geschichte des Motorsports lebendig. So erinnerten sich viele Fans an den Tourenwagen-Schweizermeister von 1984, Armin Buschor. Der Altstätter hatte damals auch in der europäischen Tourenwagen-Meisterschaft eine Glanzzeit. Es war die «Belle Epoque» der Formel 2, als an den Bergrennen noch fast zehn Monoposti – ein Monoposto ist ein Rennwagen mit einem einzigen, in der Wagenmitte angeordneten Sitz – am Start standen.
In bester Erinnerung ist das Bergrennen von Oberhallau im Jahr 1990, als Erwin Steingruber den damals fast unschlagbaren Bergkönig Fredy Amweg besiegte. In Oberhallau findet an diesem Wochenende das nächste Bergrennen statt.
Historische Rennwagen erobern am Memorial den Seerücken