Motorsport 11.08.2026

Ein Auer fährt am grossen Ötztal-Classic auf das Podest

Kürzlich fand in Nord- und Südtirol das prestigeträchtige 28. Ötztal-Classic statt. Der in Au wohnende Michael Lipburger beendete das spektakuläre Rennen im Alfa Romeo auf dem zweiten Rang.

Von pd
aktualisiert am 11.08.2026

Nach dem Erfolg bei der Sizilien-Rallye steht das Schweizer Team Lipburger/Merz auch am Ötztal-Classic auf dem Podest. Seinen Alfa Romeo Giulia Nuova Super 1600 hat Michael Lipburger voll im Griff, zudem sass mit Doris Merz eine starke Ansagerin auf dem Beifahrersitz. Am Ende fehlten dem Duo für den Klassensieg und damit auch für den Gesamtsieg nur sechs Punkte.

Der Auer Michael Lipburger, wie Doris Merz Mitglied des Oldtimer Clubs Ötztal, versteht es, seine Giulia virtuos über die Serpentinen der Passstrassen zu lenken. Zur Strecke gehörte diesmal auch das 2474 Meter hohe Timmelsjoch, das dank einer Sondergenehmigung erstmals in den späten Abendstunden befahren werden durfte. Zudem behielt Lipburger in den engen Gassen von Meran hinauf zum Dorf Tirol stets die Übersicht. Wo andere zauderten, ob die Wagenbreite für eine reibungslose Durchfahrt reicht, fuhr er ganz cool.

Spricht man im Rahmen des 28. Ötztal-Classics von besonderen Erlebnissen, geht es auch um die vielen klatschenden Hände am Strassenrand. Am Steuer eines klassischen Autos durch Nord- und Südtirol gleitend, wähnt man sich ein wenig als Berühmtheit. Doch die Sache hat einen Haken: Der Applaus, den man trotz Nebengeräuschen im Oldtimer aufsaugt, gilt dem Fahrzeug, weniger den Pilotinnen und Piloten. Diese winken aber im Gegensatz zum klassischen Auto zurück; manch einer drückt die Hupe als Dank für die Unterstützung.

In der Bewertung der Höhepunkte gibt es einen Extrapunkt für die abendliche Fahrt über das Timmelsjoch. Die Stimmung war geprägt von der Dämmerung, vorbeifliegenden Wolkenfetzen und einem roten Abendlicht. So konnten die Teilnehmenden die perfekt vorbereitete und leergefegte Hochalpenstrasse geniessen. Auch einen Sonderpunkt in der Highlight-Wertung erhielt der versunkene Ort Graun mit dem Kirchturm im Reschensee als Wahrzeichen.

Michael Lipburger und Doris Merz bei der Siegerehrung in der Tirol Therme Längenfeld.
Michael Lipburger und Doris Merz bei der Siegerehrung in der Tirol Therme Längenfeld.
Bild: pd

In der Genusswertung sicherten sich mehrere Gastgeber Anerkennung. Zu ihnen gehören die Wirtsleute des Gasthofs Hochfirst, die Familie Gärtner an der Timmelsjochstrasse sowie die Küche der Tirol Therme Längenfeld, wo die Siegerehrung stattfand. Die Locations-Wertung gewinnt das Schloss Ambras. Mit den Oldtimern im weitläufigen Schlosspark zu stehen, hat den Fahrzeugen sichtlich gutgetan. Die alten Bäume spendeten Schatten, während die durch die Baumwipfel blinzelnden Sonnenstrahlen die automobilen Schmuckstücke eindrucksvoll in Szene setzten.

In sechs Wertungsklassen gingen 64 Automobile aus sechs Nationen an den Start. Neben der Freude am gemeinsamen Fahren und dem Erlebnis auf aussergewöhnlichen Strecken ging es auch um sportlichen Ehrgeiz. In den Wertungsprüfungen galt es, möglichst wenige Strafpunkte zu sammeln und sich eine gute Ausgangsposition für die Gesamtwertung zu sichern. So verband das 28. Ötztal-Classic einmal mehr sportliche Leidenschaft mit landschaftlichen Höhepunkten, kulinarischen Genüssen und der besonderen Atmosphäre einer Veranstaltung, bei der die Stars vier Räder haben – und ihre Besitzer das Privileg geniessen, sie durch eine der schönsten Regionen der Alpen zu bewegen.