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Fussball • vor 4 Stunden

Au-Rheineck fordert Widnau alles ab, verliert aber doch knapp

Der FC Widnau gewinnt das Zweitliga-Derby der Frauen auf der Stapfenwis gegen Au-Rheineck mit 2:1. Die Gastgeberinnen zeigen einen guten Kampfgeist und treten über weite Strecken nicht wie ein Tabellenletzter auf.

Von Hansueli Steiger
aktualisiert vor 4 Stunden

Treffen ein Schlusslicht und ein Tabellendritter aufeinander, ist die Favoritenrolle schnell vergeben. Das war beim Derby zwischen Au-Rheineck und Widnau nicht anders. Doch die Gäste hatten mit den aufsässigen Aufsteigerinnen mehr Mühe, als ihnen lieb war. Au-Rheineck-Innenverteidigerin Lara Pizzingrilli sagte: «Wir haben eine starke kämpferische Leistung gezeigt und sind als Team aufgetreten. Umso bitterer ist es, dass wir uns nicht mit Punkten belohnten. Jetzt heisst es, den Blick wieder nach vorne zu richten.»

Torfrau Janine Krojer mit starker Vorstellung

Den ersten Abschluss hatte Au-Rheineck: Ein Freistoss von Pizzingrilli ging in der fünften Minute über das Widnauer Tor. Dann ging es in die andere Richtung, als Gillian Mae Maack abschloss; Janine Krojer im Tor der Gastgeberinnen hielt sicher. Eine Minute später entschärfte sie einen Schuss von Erika Gschwend per Fussabwehr, und auch bei einem weiteren Maack-Schuss war sie auf dem Posten. Die Torhüterin zeigte eine starke Leistung und war mit dafür verantwortlich, dass die Au-Rheineckerinnen ohne Gegentor in die Pause gingen. «Widnau hatte mehr Chancen, aber scheiterte immer wieder an unserer stark spielenden Torfrau», sagte Heimtrainer Heiko Heidemann.

Nach einer Viertelstunde hatte Widnau durch Mailin Löhrer einen Lattenschuss. Dann stand Krojer bei einem Gschwend-Schuss richtig. In der 21. Minute jubelten die Au-Rheineck-Frauen. Nach einem Pass von Alina Tobler in die Tiefe zog Fiona Indermaur los und bezwang Lea Spreiter, die vorher nicht viel zu halten hatte, mit einem Schuss ins linke untere Eck. Indermaur sagte: «Die Motivation für das Derby war definitiv da. Vor dem Anpfiff waren wir uns einig: Wir haben nichts zu verlieren. Auch wenn es am Schluss nicht gereicht hat, bin ich stolz auf unser Team und glaube daran, dass wir auch noch zu unseren Punkten kommen.»

Die Widnauerinnen wären eine Minute später fast zum Ausgleich gekommen, Jessica Gstöhl verpasste ihn um eine Schuhspitze. Nach einer halben Stunde zeichnete sich Krojer erneut aus, als sie zwei Chancen zunichtemachte. «Ruhig spielen, den Ball halten», rief der Au-Rheinecker Co-Trainer Yanick Almeida seinen Spielerinnen zu. Am Spiel änderte sich wenig, die Gastgeberinnen hielten mit viel Kampf die «Null». Mit einem 1:0 für den Tabellenletzten ging es in die Pause.

Gillian Mae Maack mit zwei Toren Matchwinnerin

Man war gespannt, wie die Gäste von Daniele Rubelli in der zweiten Hälfte auftreten würden. Und tatsächlich erhöhten sie den Druck. Lenya Haltiner scheiterte nach 52 Minuten an Krojer. Sieben Minuten später war auch sie machtlos: Gillian Mae Maack hatte Platz und erzielte mit einem Schuss ins linke Eck das verdiente 1:1. «Chömid Fraua, draabliiba!», hörte man aus dem Widnauer Team. Die Aegeten-Girls wurden ihrer Favoritenrolle mehr und mehr gerecht. In der 66. Minute spielte Löhrer einen herrlichen Pass auf Maack, die ihr zweites Tor erzielte.

Au-Rheineck kämpfte weiter. In Minute 78 kam eine Fiona-Indermaur-Flanke zu Sonja Kutzer; Spreiter wehrte hervorragend ab. «Nomool biissa!», riefen sich die Gastgeberinnen motivierend zu. Wenig später ging ein Freistoss von Maack deutlich darüber. «It’s not American Football», rief ihr Rubelli zu und lachte. Maack quittierte die Anmerkung ihres Trainers mit einem herzhaften Lachen. Maack ist Amerikanerin, arbeitet für ein Jahr in der Schweiz und spielt in dieser Zeit bei Widnau. «Sie ist eine super Spielerin und macht es hervorragend», sagte Rubelli.

Wenig später, zwei Minuten vor Schluss, war Maacks «Arbeitstag» beendet. «Great game», sagten ihre Teamkolleginnen und klatschten mit ihr ab. Au-Rheineck versuchte es bis zum Schlusspfiff; Jennifer Loitz kam zum Abschluss, Spreiter wehrte ab. In der Nachspielzeit kam Widnau noch zweimal vor das Tor: Zuerst strich ein Lenya-Haltiner-Schuss vorbei, dann hielt Krojer gegen Alina Pfister. Danach war Schluss.

Guter Auer Kampfgeist, starke Widnauer Moral

«Trotz der Niederlage sind wir stolz. Die Frauen haben bis zur letzten Minute gekämpft und überzeugt», sagte Heidemann. Als Aufsteiger durchlebe sein Team eine schwierige Hinrunde, die durch verletzungsbedingte Ausfälle und Ferienabwesenheiten zusätzlich erschwert werde. «Trotz der schwierigen Situation sind der Zusammenhalt, der Teamspirit und die Freude am Fussball erfreulich. Wir blicken positiv auf die nächsten Spiele», sagte Heidemann. Widnaus Erika Gschwend sagte: «Wir haben eine gute Teamleistung und eine super Moral gezeigt und uns viele Chancen erarbeitet. Leider hatten wir bei der Chancenauswertung einen schlechten Ertrag und haben uns mit dem Rückstand in Bedrängnis gebracht. Aber am Schluss haben wir verdient gewonnen.»

Rubelli: «Der Sieg ist wegen der Spielanteile sicher verdient. Wir hatten viel Ballbesitz und haben unser Kombinationsspiel aufgezogen.» Auch der Einsatz seines Teams und der Wille, das Spiel noch zu kehren, haben ihm gefallen. «Kompliment an mein Team. Au-Rheineck hat gut gekämpft.» Einzig die Chancenauswertung sei nicht optimal gelaufen: «Es heisst immer, wenn man das Tor nicht macht, bekommt man es. So war es dann auch.» Sonst wäre das Spiel wohl früher entschieden gewesen. Rubelli: «Aber Au-Rheineck verdient den letzten Rang mit der gezeigten Leistung überhaupt nicht.»

Frauen, 2. Liga, Gruppe 1
Au-Rheineck – Widnau 1:2 (1:0)
Stapfenwis, Rheineck – 97 Fans – SR: Himë Nuraj.
Tore: 21. F. Indermaur 1:0, 59. Maack 1:1, 66. Maack 1:2.
Au-Rheineck: Krojer; Dierauer, Heeb, Pizzingrilli, E. Indermaur; F. Indermaur, Köppel, Dreszig, Tobler; Loitz, Kutzer. Eingewechselt: Dobson, Fröhle, Shoshi, Rusch.
Widnau: Spreiter; Baumberger, Baumgartner, Hutter, Britschgi; Löhrer, Gstöhl, A. Haltiner, L. Haltiner; Gschwend, Maack. Eingewechselt: Raggl, Poljansek, Pfister.
Gelbe Karten: 63. Gstöhl, 70. Baumberger.

Weitere Ergebnisse: Chur 97 – Uznach 4:1, Triesen – Rapperswil-J. II 4:0, Uzwil – Romanshorn 9:0, Toggenburg II – Surselva 1:4, Frauenfeld – Thusis/C. 3:4.
Rangliste: 1. Uzwil 9/24, 2. Triesen 8/21, 3. Widnau 9/18, 4. Thusis/C. 8/16, 5. Uznach 9/13, 6. Surselva 9/13, 7. Chur 97 9/12, 8. Rapperswil-J. II 9/11, 9. Toggenburg II 9/10, 10. Romanshorn 9/9, 11. Frauenfeld 9/6, 12. Au-Rheineck 9/3.