Vor genau 80 Jahren, am 26. Oktober 1946, schlug im Restaurant Grütli die Geburtsstunde des FC Rüthi. «Den 80. Geburtstag gehen wir etwas ruhiger an. Den 85. im Jahr 2031 werden wir dann aber wieder zünftig feiern», sagte Speaker Stephan Kobler. Im Jubiläumsjahr sind die Rüthner Fussballer im Hoch: Die B- und die C-Junioren stiegen vor der Zweitliga-Begegnung zwischen dem Bojaxhi-Team und dem FC Schaan in die erste Stärkeklasse auf, die zweite Mannschaft holte sich mit dem Punktemaximum den inoffiziellen Titel eines Wintermeisters und auch der ersten Mannschaft läuft es in dieser Saison grossartig. Im zweitletzten Meisterschaftsspiel dieses Jahres waren die Rüthner gegen das Tabellenschlusslicht aus dem Fürstentum Liechtenstein in der klaren Favoritenrolle. Es wurde für Rüthi ein Geduldsspiel: Eines jener Spiele, in denen das Runde einfach nicht ins Eckige will. Jonas Strunk, der Torhüter der Schaaner hatte ebenfalls keinen geringen Anteil daran, dass das Spiel erst mit dem zweiten Rüthner Treffer in der 81. Minute entschieden war.
Simon Gebhart mit drei Alu-Treffern
«Ich glaube, ich hatte bisher noch nie in einem Spiel drei Aluminiumtreffer», sagte Rüthis Nummer 11, Simon Gebhart: Zweimal Latte und einmal Pfosten lautete die Ausbeute der 24-jährigen Stürmers. Ein Tor blieb ihm für einmal verwehrt.
Die Musik auf dem Platz machten ganz klar die Einheimischen. Bereits nach 90 Sekunden hatte Flamur Bojaxhi die erste Chance, die Strunk zunichte machte. Dann rettete der Schaan-Goalie innert wenigen Sekunden gegen Alessandro Kräuchi und nochmals gegen Flamur Bojaxhi. Die Liechtensteiner standen sehr tief und agierten aus einem kompakten Defensivverbund heraus. Nach gut 20 Minuten hatten auch die Gäste eine Möglichkeit: Julien Haslers Schuss streifte die Oberkante der Latte. Sonst waren grösstenteils die Rüthner am Drücker. Eine Flanke von Kräuchi fand Flamur Bojaxhi, dem sich Strunk mutig entgegenstellte und den sicheren Treffer verhinderte. Kräuchi verletzte sich bei dieser Aktion an der Hand und musste länger an der Seitenlinie behandelt werden.
In der 31. Minute brach der Bann endlich: Bastian Geisser kam aus rund 22 Metern auf halblinker Position zu einem Freistoss. Der Ball kam in den Strafraum, wo Gebhart stand, der aber nicht mehr einzugreifen brauchte. «Ich dachte, Simon nimmt den Ball noch ab ab. Doch der Ball prallte vorher noch auf, was für einen Goalie immer schwierig ist», der Torschütze. Strunk, der sich sehr gute Noten verdiente, stand gleich anschliessend bei einem Topzuspiel von Bastian Geisser auf Sven Städler richtig und verhinderte einen weiteren Gegentreffer. Nach 41 Minuten war wiederum Bastian Geisser Ausgangspunkt einer weiteren Top-Chance. Sein Zuspiel auf Flamur Bojaxhi leitete dieser weiter an Gebhart, der zum ersten Mal Alu traf. Mattia Sbocchi hatte in der Nachspielzeit ebenfalls Pech: Sein gekonnter Aussenristschuss streifte den rechten Pfosten.
Entscheidung nach 81 Minuten durch Captain Städler
«3:0 oder 4:0 zur Pause wäre aufgrund der Spielanteile und der Überlegenheit mehr als verdient», sagte eine Zuschauerin. Kurz nach dem Tee sah es aus, als ob das 2:0 endlich fallen würde. Es war eine strittige Aktion: Die Liechtensteiner brachten den Ball im allerletzten Moment aus der Gefahrenzone. Viele Fans hinter dem Schaaner Tor riefen, dass das Leder die Linie für einen kurzen Augenblick überschritten hätte. Es war nicht abschliessend zu klären: Es blieb beim 1:0. Karar Barzo kam in der 50. Minute zum Abschluss, die Parade von Rüthi-Torhüter Joris Hallauer war sehenswert – und wichtig. Es war die letzte nennenswerte Möglichkeit der Gäste, die sich in der Defensive weiter nach Kräften wehrten. Die Hausherren kamen fast im Minutentakt zu Abschlüssen, die entweder knapp das Gehäuse verfehlten oder von Strunk, der sich zum besten Schaaner Akteur aufschwang, entschärft wurden.
Bei Rüthi brachte dann der eingewechselte Cristian Navarro viel Schwung auf der rechten Seite. Einer dieser Flanken fand Sven Städler, dessen Kopfball Strunk abwehrte. Nach 80 Minuten traf Gebhart zum zweiten Mal Alu, den Nachschuss wehrten die Gäste in Corner ab. Jener Eckball durch Sbocchi genau auf Städler brachte endlich das 2:0. Kurz darauf hatte auch Gebhart eine Möglichkeit – die Latte stand wieder im Weg: Sein dritter Alutreffer. «Beeindruckend, wie die Rüthner den Ball laufen lassen», sagte ein neutraler Zuschauer. So kamen die Gastgeber in den letzten zehn Minuten nochmals zu einigen Top-Chancen. Die beste hatte Tobias Geisser in der Nachspielzeit – aber Strunk parierte auch diesem Schuss.
2. Liga, Gruppe 1:
Rüthi – Schaan 2:0 (1:0)
Rheinblick, 175 Zuschauer – SR: Geser. SRA: Erler, Aliji.
Tore: 31. B. Geisser 1:0, 81. Städler 2:0.
Rüthi: Hallauer; A. Bojaxhi (72. C. Navarro) Zäch, Jahiji, B. Geisser; Sbocchi, Städler; Gebhart (86. G. Navarro); Lüchinger (91. Ruault), F. Bojaxhi (72. T. Geisser), Kräuchi (85. Loher)
Schaan: Strunk; N. Graber, L. Graber, Kardasoglu, Koci; Quaderer, Ajdari (85. Filipovic), Sieber, Schiess (80. Biedermann), Barzo (59. Fehr-Zoehrer), Hasler Gelbe Karten: 63. Sieber, 63. F. Bojaxhi
Bastian-Geisser-Freistoss brach den Bann: Rüthi gewinnt gegen Tabellenschlusslicht Schaan 2:0