Das Gespräch mit FCM-Präsident Dominik Sieber findet schon früh vor dem Saisonstart statt. Es ist ein lauer Freitagabend Ende Juli, draussen auf dem Rasen duellieren sich Montlingen und der FC Widnau in einem Testspiel. Die Oberrheintaler halten mit dem zwei Ligen höher spielenden Gegner erstaunlich gut mit.
«Im ersten Moment hat es schon geschmerzt», gibt Sieber unumwunden zu, angesprochen auf den knapp verpassten Aufstieg. Bis zwei Runden vor Schluss hatte der FCM vom Leaderthron gegrüsst, ehe das Spitzenspiel in Ruggell verloren ging und die Liechtensteiner den Aufstieg feierten. «Schlussendlich waren aber nicht alle ganz unglücklich, dass es nicht gereicht hat. Gerade für die Jungen wäre es vielleicht ein wenig zu früh gewesen, schon in der Interregio zu spielen.»
Wichtig sei auch der Ligaerhalt des «Zwoa» in der 3. Liga. Dieser gelang souveräner als nach dem Umbruch im letzten Sommer erwartet, was auch am langjährigen Trainer Francesco Bologna liegt. «Er ist ein absoluter Erfolgsfaktor und bleibt uns erhalten», freut sich Sieber. Das Team bezeichnet er auch als Sprungbrett für die Jungen, die dort auf hohem Niveau Spielpraxis sammeln können.
Auf dem Transfermarkt ist es ruhig geblieben
Es ist spürbar: In Montlingen ist man mit der letzten Saison zufrieden. Sie war die beste seit vielen Jahren. «Wir haben unsere Ziele erreicht», sagt Sieber. Deshalb gab es wenig Grund, an der Mannschaft viel zu verändern, es gab nur wenige Transfers. Nicht mehr dabei ist Manuel Bont, der sich nach vielen Jahren in der Abwehr als Legende aus dem «Eins» verabschiedet hat. Dolunay Üçüncü wechselt nach Vorarlberg und die jungen Colin Brunner und Lorin Meier haben sich für ein Jahr dem FC Diepoldsau-Schmitter angeschlossen.
FC Montlingen II
Das Montlinger «Zwoa» klassierte sich Ende letzter Saison auf dem siebten Platz. Auf Mels II, den ersten Absteiger, betrug der Vorsprung sieben Punkte. Trainer Francesco Bologna sagt: «Für eine zweite Mannschaft ist es immer schwierig, in der 3. Liga zu überleben. Letzte Saison waren sechs zweite Mannschaften in der Liga. Das war von mir aus gesehen nicht ganz so einfach. In den direkten Begegnungen war klar, dass man immer punkten sollte.»
Dies sei seinem Team nicht immer gelungen, so Bologna. Dennoch ist er zufrieden: «Trotz des Umbruchs und der Integration von jungen Spielern haben wir uns gut geschlagen und einen erfreulichen Mittelfeldplatz erarbeitet.» Dass sein Team vier Spiele «zu null» gespielt hat und in der Rückrunde weniger Gegentore kassiert hat als in der Hinrunde, war ebenfalls positiv zu werten. «Die Chancenauswertung hätte etwas besser sein können, dies hätte uns sicher den einen oder anderen Punktgewinn mehr gebracht.»
Der Ligaerhalt und die Integration von jungen Spielern in den Aktivfussball sind auch die Ziele für die neue Saison. «Wir wollen uns weiter in der 3. Liga etablieren.» Ems und Herisau erwartet Bologna vorne. Der Kader bleibt praktisch unverändert: Raffael Räss geht zu den Senioren, Karim Abd El Hai kommt von den B-Junioren, und als Ersatz für Coach Marco Rolli, der ins «Drüü» geht, kommt Nico Gächter.
Neu dabei ist Ivan Puljic. Er kam von Ruggell und hat sowohl die Nummer wie auch die Position von Bont übernommen. «Er passt vom Typ her sehr gut zu unserem Verein», freut sich Sieber über den Zuzug. Der zweite Neue im Kader heisst Yavuz Bal und kommt von Bizau auf den Kolbenstein. Bal ist ein Achter, ein zentraler Mittelfeldspieler, und soll laut Sieber «etwas Kreatives in die Mannschaft bringen». Einen weiteren Neuen gibt es im Sturm, wobei der FC Montlingen hierbei auf unglückliche Fügungen reagiert hat. Dies, weil Montlingen in der Sommervorbereitung einen herben Rückschlag erlitten hat.
Volkan Akyildiz erlitt einen Kreuzbandriss
Torgarant Volkan Akyildiz – letzte Saison mit 31 Toren – zog sich einen Kreuzbandriss zu. Einen solchen erlitt auch Raffael Wüst. Deshalb hat Montlingen mit dem 23-jährigen Andrej Petrovic einen weiteren Stürmer verpflichtet. Auch für die Jungtalente ergeben sich neue Räume. «Gerade für die Jungen wie Curdin Zoller oder Dion Stojkaj ist das eine Chance, sich zu zeigen», so Sieber. Wie das gelingen kann, beweist der FCM gegen Widnau: Er zeigt ein tolles Spiel und gewinnt ohne Akyildiz mit 3:2.
Montlingen darf ambitioniert in die nächste Saison starten. «Die Ziele sind ähnlich wie letztes Jahr; wir wollen im vorderen Drittel mitspielen. Mit unserem Kader ist das sicher realistisch», sagt Dominik Sieber. Einen Wunsch hat er auch noch: «Es wäre schön, würden wir auch im Cup etwas reissen können.» Dort ging es am letzten Freitag mit einem 5:3-Sieg bei Abtwil-Engelburg los. Das Resultat zeigt: Dem FCM gelingen auch ohne seinen Topstürmer jede Menge Tore.
Transfers
Zuzüge: Yavuz Bal (Bizau), Ben Büchel, Dion Stojkaj (Nachwuchs), Andrej Petrovic (Rorschach-G.), Ivan Puljic (Ruggell).
Abgänge: Manuel Bont (Rücktritt), Colin Brunner, Lorin Meier (Diepoldsau-S.), Dolunay Üçüncü (Hohenweiler).
Der FC Montlingen will seinen eingeschlagenen Weg weitergehen