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Der FC Rüthi feiert im Derby gegen Montlingen vor 580 Fans ein 7:0-Schützenfest

Ein in allen Belangen überlegenes Rüthi liess dem Leader vom Kolbenstein nicht den Hauch einer Chance und schraubte das Skore fast mühelos in die Höhe.

Von Hansueli Steiger
aktualisiert vor 1 Stunde

Die Prognosen der Fans waren vor dem Spiel unterschiedlich: «Es wird knapp: Ein umkämpftes 3:2 für Montlingen.» Sein Kollege sagte: «Ich würde für einen Punkt für Rüthi gleich unterschreiben.» Und ein anderer Fan sagte: «Woas au nöd… 6:0 för Rüthi», lachte dann laut und fügte an: «…aber schriib min Namma nöd i d’Zitig». Dabei konnte er vor dem Spiel freilich noch nicht ahnen, dass er mit seinem Tipp sehr nahe liegen würde, denn die Einheimischen überrollten den Leader aus Montlingen mit einer schon lange nicht mehr gesehenen Machtdemonstration gleich mit 7:0. In sechs Spielen hatten die Kolbensteiner sieben Gegentreffer kassiert, in Rüthi kamen innert 70 Minuten sieben weitere dazu. Dies unterstreicht, wie unwiderstehlich die Kicker vom Rheinblick in diesem letztendlich einseitigen Derby agierten. Rüthi brillierte sowohl mit einer starken Offensive wie auch mit einer äusserst stabilen Abwehr.  

Drei Rüthner Tore in Halbzeit eins

Die erste Chance des Spiels war gleich ein Treffer: Flamur Bojaxhi kam zum Abschluss, Montlingen-Torhüter Pascal Wittwer konnte abwehren, gegen den platzierten Nachschuss von Simon Gebhardt konnte er nichts mehr ausrichten. Nurkan Ibrahimi kam danach zu einem Lobball, der neben dem Tor landete. Dann war wieder Rüthi an der Reihe: Gabriel Lüchinger, der aus dem starken Kollektiv noch herausragte, lancierte Flamur Bojaxhi mit einem genauen Pass. Der Abschluss geriet dann zu hoch, Wittwer musste nicht eingreifen. «Wenn sich das nur nicht noch rächt», sagte ein Rüthner Fan zu dieser Riesenchance. Nach dem ersten Gegentor hatte Montlingen einigen Ballbesitz, etwas Zählbares wollte aber nicht herausschauen. Die Blauen wurden nun immer stärker, gewannen die meisten Zweikämpfe und waren immer einen Schritt schneller als ihr Widersacher. Nach einer guten halben Stunde zwang Flamur Bojaxhi, wiederum sehenswert angespielt von Lüchinger, Goalie Wittwer zu einer Glanzparade. Innert vier Minuten legte Rüthi auf 3:0 vor. Zuerst war es wiederum Gebhardt, der nach Vorarbeit von Lüchinger und Flamur Bojaxhi seinen zweiten Treffer markierte, der Vorarlberger musste, am rechten Pfosten freistehend, nur noch einköpfen.

Nach einem Eckball hiess es 3:0 in der 37. Minute: Diesmal traf Flamur Bojaxhi. Der Rüthner stand auch in der Nachspielminute der ersten Hälfte im Mittelpunkt, als er einen Pass von Lüchinger übernahm und auf’s Montlinger Tor loszog, Wittwer reagierte glänzend. 

Montlingen bemüht - aber Rüthi unwiderstehlich  

Nun war man gespannt, wie der Leader aus der Kabine kommen würde. Zu tun hatte aber zuerst Wittwer, der einen Freistoss von Bastian Geisser wegfausten konnte. Dann bekam auch Joris Hallauer zu tun, ein Freistoss von Ibrahimi nach 52 Minuten konnte er entschärfen. Zwei Minuten später erzielte Rüthi das 4:0: Dieser war ein sehenswertes Gemeinschaftswerk des eben erst eingewechselten Alessandro Kräuchi und Flamur Bojaxhi. Die beiden kombinierten sich durch die Montlinger Abwehr, schlussendlich musste Bojaxhi nur noch den Fuss hinhalten, um den Ball über die Linie zu schieben. «Mir tut der Montlinger Torhüter leid, der kann am wenigsten dafür», sagte einer aus dem Publikum.

Rüthi spielte nun mit einer Dominanz und einer Intensiät, die zwangsläufig zu weiteren Toren führen musste. Nach einer Stunde fiel das 5:0: Captain Sven Städler setzte sich durch, flankte in die Mitte, wo Gebhardt mühelos per Kopf vollenden konnte. Städler hatte die nächste Chance, als er mit einem Freistoss in Minute 66 nur knapp scheiterte. Die grosse Figur der Schlussphase war Kräuchi: Zuerst stellte er mit einem unhaltbaren Schlenzer in den rechten Bügel auf 6:0 und kurz darauf übernahm er jenseits der Mittellinie das Leder und war nicht mehr vom Spielgerät zu trennen: Nach 80 Minuten hiess es 7:0 – zugleich das Schlussresultat eines Derbys, von dem man auf beiden Seiten wohl noch eine Weile reden dürfte. Einen Aufreger gab es noch: Jan Meier sah nach einem groben Einsteigen die direkte rote Karte. Auf den Spielausgang hatte dies aber schon längst keinen Einfluss mehr.

Montlingen muss dieses Spiel möglichst schnell aus den Köpfen kriegen und es als «Betriebsunfall» abbuchen. Dass es besser geht, haben die Kolbensteiner diese Saison schon oft bewiesen. Rüthi schliesst mit diesem Sieg bis auf einen Punkt auf den Derby-Gegner auf. Dieses Derby war eines, bei dem der einen Mannschaft fast nichts gelingen wollte, dem anderen Team dafür fast alles. 

 

2. Liga, Gruppe 1:
Rüthi – Montlingen 7:0 (3:0)
Rheinblick, 580 Zuschauer – SR: Koster. SRA: Müller, Bilai.
Tore: 9. Gebhardt 1:0, 33. Gebhardt 2:0, 37. F. Bojaxhi 3:0, 54. F. Bojaxhi 4:0, 60. Gebhardt 5:0, 76. Kräuchi 6:0, 80. Kräuchi 7:0.
Rüthi: Hallauer; Jahiji, Zäch, C. Navarro, B. Geisser (86. Feldmann); Sbocchi, Städler; Gebhart (85. G. Navarro); G. Lüchinger (68. A. Bojaxhi), F. Bojaxhi (74. Loher), T. Geisser (51. Kräuchi)
Montlingen: Wittwer; F. Zoller, Wörnhard (64. N. Lüchinger), Haltiner, Frei; Aliji, Bal (74. Pulijc); Ibrahimi (64. Meier), Sarac (46. Coppola); C. Zoller (61. Petrovic), Baumgartner
Gelbe Karten: 43. Wörnhard, 43. Brunner (Trainer Montlingen), 50. T. Geisser, 57. Lüchinger, 58. B. Geisser, 65. Zoller, 65. Baumgartner
Rote Karte: 84. Meier