Als Rebsteins Malik Aliev am 30. Mai in Wittenbach den entscheidenden Penalty versenkte, bedeutete dies nicht nur den Cupsieg für den FCR, sondern auch den Traum vom grossen Los. «Jetzt spielen wir gegen St.Gallen!», jubelten die frohlockenden Rebsteiner – im Wissen, dass die Chance auf dieses Los verschwindend klein ist. So kam es dann auch, der FCSG reist in der ersten Hauptrunde des Schweizer Cups nach Thalwil.
Auf die Birkenau kommt aber immerhin der zweitgrösste Club des Kantons: der FC Wil. Der im Jahr 1900 gegründete Verein hat eine lange Tradition in der zweithöchsten Schweizer Liga, spielte auch schon in der Super League und darf sich, wie der FCSG, Cupsieger nennen. 2004 war es, da bezwangen die Äbtestädter im Cupfinal die damals grossen Zürcher Grasshoppers mit 3:2. Als Doppeltorschütze stach Fabinho hervor, der heutige Trainer von Dardania St.Gallen.
Der Fokus liegt auf einer stabilen Defensive
Besonders vorbereitet habe man sich in Rebstein auf die Partie nicht, sagt Captain Rico Köppel. «Wir betrachten das Spiel als Zückerchen für die letzte Saison.» In jener gewann Rebstein nicht nur den Cup, sondern auch die Meisterschaft und stieg in die 2. Liga auf. Dort warten stärkere Gegner auf die Grün-Weissen als in der 3. Liga. «Unser Fokus liegt darin, an der defensiven Stabilität zu arbeiten, vor allem für die Liga. Da kommt es uns entgegen, am Sonntag gegen ein Top-Team üben zu können», sagt Köppel.
Es gehe dann auch darum, so lange wie möglich hinten die Null zu halten. «Gelingt uns das, werden sie vielleicht auch ein wenig nervös. Aber wir machen uns keine Gedanken über einen Sieg», so der Captain. Der Respekt vor dem Gegner ist gross. «Ich glaube, jeder von uns ging einmal auf die Webseite des FC Wil und hat sich angeschaut, wer dort spielt und wie der Staff des Teams aussieht.» Besonders bekannt sind Assistenztrainer Philipp Muntwiler, der vor vielen Jahren öfters auf der Birkenau zu Gast war, und Sportchef Michael Lang.
Mit extrem vielen Zuschauern rechnet der FCR trotz des grossen Gegners nicht; auch, weil die Wiler Fans nicht als zahlreiche Auswärtsfahrer bekannt sind und gleichzeitig andere Partien in der Region stattfinden. So kribbelt es in Rebstein noch nicht wirklich. «Es ist jetzt noch schwierig zu greifen. Aber das Gefühl wird dann sicher anders, wenn wir auf dem Platz stehen und die Gegner sehen», sagt Rico Köppel. Auch für ihn, der schon über 300 Spiele für das Rebsteiner «Eins» gemacht hat, ist es das erste Pflichtspiel gegen Profis.
Mit Wil kommt ein Cupsieger nach Rebstein
Die Wiler, mit Trainer Marco Hämmerli und Assistent Muntwiler, sind nicht gut in die Saison gestartet. Auf einen 5:4-Sieg bei Rapperswil-Jona folgten eine 1:2-Niederlage gegen Xamax und eine 0:5-Packung in Winterthur. Damit belegen sie aktuell den neunten Rang, nachdem sie die letzte Saison an achter Stelle abgeschlossen hatten. Im Cup waren sie aber stark unterwegs: Den späteren Cupsieger St.Gallen zwangen die Wiler bis ins Penaltyschiessen, wo sich die Grün-Weissen dann aber durchsetzten.
Besonders stark zeigte sich dabei Goalietalent Gentrit Muslija, der dem FCSG gehört und dem zugetraut wird, dort dereinst Lawrence Ati Zigi zwischen den Pfosten abzulösen. Ein weiterer bekannter Name stammt aus Rheineck: Patrick Sutter hat sich in diesem Sommer dem FC Wil angeschlossen. Wie viele Fans aus Wil anreisen werden, ist unklar. Sicher ist aber, dass sie gut gelaunt auf der Birkenau eintreffen werden: Der Verein hat für die Fans zwei Carfahrten organisiert; eine führt über eine Weindegustation bei Emil Nüesch in Balgach, die andere über eine Bierdegustation bei der Sonnenbräu. Es könnte also ein heiteres Publikum geben – zumal in Rebstein auch noch Kilbi ist.
Derby zum Auftakt
Auch auf den anderen Plätzen rollt ab diesem Wochenende der Ball wieder. So etwa auf dem Montlinger Kolbenstein, wo der FCM am Sonntag, 14 Uhr, zum Start in die neue Saison den FC Au-Berneck empfängt – eine sehr attraktive Partie. Ebenfalls in der 2. Liga spielt der FC Rüthi, der am Sonntag im Puschlav bei Valposchiavo Calcio zu Gast ist. Es ist ein Spiel zwischen zwei Teams, die letzte Saison zum vorderen Drittel der Rangliste gehörten.
Interregio-Team Altstätten startet am Samstag mit einem Cupspiel bei Red Star Zürich in die Pflichtspielsaison. Wie die Rüthner ins Puschlav, reisen auch die Altstätter per Car an – die Vorfreude auf die neue Saison ist gross.
In der 3. Liga hat Staad am Donnerstag nach Redaktionsschluss gegen Rotmonten gespielt. Der FC Diepoldsau-Schmitter empfängt am Samstag, 16 Uhr, den abgestiegenen FC Ems. Es dürfte ein Duell zweier Teams werden, die ambitioniert in die neue Spielzeit steigen.
In der 4. Liga kommt es mit Altstätten II gegen Rheineck am Samstag, 17 Uhr, gleich zum Duell zweier Teams, die aufsteigen wollen. Heiden startet am Montag gegen Altstätten III in die Saison, der FC St. Margrethen ist in der 5. Liga am Freitagabend im Derby bei Rheineck II zu Gast.
Der FC Rebstein fordert im Schweizer Cup die Profis des FC Wil