«Normalerweise wäre dieser Match ein typisches 0:0-Spiel, aber wir nehmen diese drei Punkte natürlich gerne», sagte Rüthis Sportchef Joël Baumgartner nach dem Abpfiff. Die Begegnung verlief recht ausgeglichen. Was auf’s Tor kam, wurde von den beiden Goalies, Joris Hallauer bei Rüthi und Franco Elmer bei den Gästen, pariert.
Ein erstes Mal lag der Ball bereits nach sechs Minuten im Netz. Nach einem genauen Zuspiel von Gabriel Lüchinger kam Captain Sven Städler, der sein 202. Spiel in der ersten Rüthner Mannschaft bestritt, zum Kopfball und Mattia Sbocchi drückte das Leder zum vermeintlichen 1:0 über die Linie. Der Treffer zählte wegen eines Fouls am Glarner Torhüter aber nicht. Fünf Minuten später kam auch der Aufsteiger zu seinem ersten Abschluss – Caner Koyuns Schuss ging darüber. Dann ging es wieder auf die andere Seite: Simon Gebharts Abschluss wurde geblockt und eine Flanke von Cristian Navarro krallte sich Elmer. Die nächste Chance hatte Flamur Bojaxhi, der ein Zuspiel von Lüchinger knapp neben das Gehäuse setzte.
Herrliche Aktion entschied die Begegnung
Glarus, das die ersten beiden Saisonspiele verloren hat, hielt wacker dagegen. Die Gäste präsentierten sich technisch beschlagen und auch in Sachen Zweikampfverhalten waren sie mit den Rüthnern praktisch auf Augenhöhe.
Das Spiel wurde in der 24. Minute entschieden. Es war ein Tor mit Ansage. Als sich der Berichterstatter und der Rüthner Clubpräsident, Urs Baumgartner, begrüssten, sagte «Bömmel": «Mosch’ de Match luega, jetzt git’s denn gad a Goal!» Er bewies in dieser Szene hellseherische Fähigkeiten, denn es gab tatsächlich ein Tor. Alessandro Kräuchi nahm den Ball an kurz vor der Seitenlinie an, lief unwiderstehlich auf Elmer zu, umspielte diesen und erzielte aus spitzem Winkel das 1:0. Sowohl die Ballannahme wie auch der Abschluss waren eine Augenweide.
Glarus blieb dran und kam durch Miro Jenny nach 27 Minuten zu einem Abschluss, den Hallauer sicher parierte. «Die Chancenauswertung klappt bei uns noch nicht nach Wunsch», sagte ein Glarner Fan zu dieser Aktion. Nach 38 Minuten nahm Kräuchi nochmals Anlauf, seinen Abschluss parierte Elmer mit einer Top-Parade. Elmer blieb im Zentrum, als er einen Abschluss von Städler um den Pfosten lenkte.
Glarus blieb bis zum Schlusspfiff aufsässig
«Das gibt noch lange 45 Minuten, wenn Glarus weiterhin so aufsässig spielt», sagte ein Rüthner Fan in der Pause. Die erste Chance der zweiten Halbzeit gehörte Rüthi. Ein Freistoss von Städler wurde von der Glarner Verteidigung abgefälscht und zischte nur um Haaresbreite über die Latte. Am Spielverlauf änderte sich nicht viel – es blieb für Rüthi ein Geduldsspiel, auch weil der Gegner nicht wie ein Team agierte, das in der Tabelle noch ohne Punkt dasteht. Nach 66 Minuten kamen die Blau-Weissen wieder gefährlich vor’s Tor: Gebhart gewann einen Zweikampf und spielte weiter zu Flamur Bojaxhi. Dessen Flanke verpasste Kräuchi nur um wenige Zentimeter.
Auf der anderen Seite prüfte der eben eingewechselte Camillus Niederberger den Rüthner Torhüter. Hallauer blieb auch bei einem Schuss von Anto Bonic Sieger. Auch Elmer konnte sich wieder auszeichnen: In der 73. Minute zwang ihn Flamur Bojaxhi zu einer Parade. Fünf Minuten vor Schluss zündete Kräuchi nochmals den Turbo: Elmer bewahrte sein Team mit einer ganz starken Parade vor dem 2:0. Diese Aktion gab den Gästen nochmals Aufwind: Robin Sonderegger rettete in der Nachspielzeit nach einer vielversprechenden Aktion der Glarner in extremis. Für ihn war dieses dritte Spiel zugleich das letzte Vorrundenspiel: Er wird die nächsten Wochen auf der anderen Seite der Erde verbringen. Kurz vor dem Schlusspfiff wurde Jarno Loher eingewechselt. Für ihn war es ein Jubiläum: Er stand zum 100. Mal im Rüthner Fanionteam.
Flamur Bojaxhi sagte: «In der ersten halben Stunde haben wir schönen Fussball gezeigt. Eigentlich war es ein typisches 0:0-Spiel, aber dank der Qualität von Kräuchi haben wir gewinnen können. Glarus ist gut gestanden und hat als Kollektiv eine starke Leistung gezeigt.»
Das Bojaxhi-Team muss bereits am Mittwochabend wieder in die Hosen: Um 20 Uhr steigt das Derby auf der Birkenau gegen den FC Rebstein.
2. Liga, Gruppe 1:
Rüthi – Glarus 1:0 (1:0)
Rheinblick, 156 Zuschauer – SR: Schüepp; SRA: Rudolf, Dügünyurdu.
Tor: 24. Kräuchi.
Rüthi: Hallauer; Navarro (74. Jahiji), Zäch, B. Geisser, Sonderegger; Sbocchi, Städler (90. T. Geisser); Lüchinger; Gebhart (75. Ruault), F. Bojaxhi (93. Loher), Kräuchi.
Glarus: Elmer; Dubacher (67. Niederberger), Jenny, Heinzer; Lorente; Bonic (80. Barbieri), Contardi, Gabriel, Koyun (76. Freuler); Ibishi; Mortagna (74. Skorjanec).
Gelbe Karten: 34. B. Geisser, 52. Dubacher, 60. Sbocchi, 95. Ibishi.
Der FC Rüthi müht sich gegen Aufsteiger Glarus zu einem 1:0-Sieg: Alessandro Kräuchi trifft herrlich