Fussball vor 1 Stunde

Im zweiten Heimspiel ist das zweite Tessiner Team in Widnau zu Gast

Nach dem FC Mendrisio vor zwei Wochen gastiert am Sonntag, 14 Uhr, mit dem FC Collina d’Oro der nächste Tessiner Gegner auf der Aegeten. Letzte Saison punktete der FCW im Heimspiel gegen Collina d’Oro.

Von Hansueli Steiger
aktualisiert vor 1 Stunde

Nachdem das Hinspiel auf dem Kunstrasen des Campo Campari im September 2025 mit 0:5 gründlich daneben gegangen war, trafen sich die Teams am 22. März 2026 zum Rückrundenspiel in Widnau. Dieses war spannender als manch ein Krimi. Widnau trat kämpferisch top auf, zeigte Emotionen und hatte in der ersten Halbzeit einige Chancen. Bereits nach fünf Minuten hatte Stefano D’Amico eine solche, Torhüter Miodrag Mitrovic parierte aber. Der mittlerweile 35-jährige Goalie zählt auch diese Saison zum Stammpersonal der Tessiner und hat in seiner Profikarriere einiges erlebt. Für die Schweizer U20-Nati absolvierte er drei Länderspiele, spielte neben Locarno, Biasca und Chiasso auch in Kroatien beim NK Krka und in Varna, der drittgrössten Stadt Bulgariens, bei Cherno More. Sehr erfolgreich war er bei seinem Engagement beim rumänischen Universitatea Craiova, mit dem er den Landescup gewann.

Zurück zum letzten Heimspiel gegen Collina d’Oro: Daniel Lässer, der seine tolle Karriere Ende letzter Saison beendete, hatte die nächste Chance, als einer seiner gefürchteten Freistösse knapp daneben ging. Ueli Rhiner, der im Sommer zum FC Buchs wechselte, hatte die nächsten zwei Chancen, während Ilija Kovacic im Widnauer Tor keinen gefährlichen Ball abwehren musste. Die Abwehr stand solide. Zoran Josipovic und Niccolò Spinelli brachten die «Goldhügel-Kicker» (Collina d’Oro bedeutet auf Deutsch Goldhügel) nach 70 Minuten aber doch 2:0 in Führung. Aufwand und Ertrag stimmten bei den Rheintalern nicht mehr überein. Doch Diego Liechti, der über fast zwei Jahrzehnte nicht aus dem Widnauer Fanionteam wegzudenken war, verkürzte per Kopf in der 73. Minute auf 1:2. Und drei Minuten später stellte Lässer mit einem 28-Meter-Freistoss ins linke Kreuzeck den Gleichstand her. Widnau drückte auf den Siegtreffer, der aber nicht mehr fallen wollte. Es blieb beim 2:2.

Collina d’Oro mit einem Königstransfer

In der letzten Saison sammelten die Tessiner mit 39 Punkten zwölf Zähler mehr als Widnau. Dies bedeutete den zehnten Schlussrang. Diese Saison hat das Team aus dem 5000-Einwohner-Ort im Bezirk Lugano noch keinen Sieg auf der Habenseite. Im ersten Spiel in Thalwil gerieten die Tessiner mit dem ersten Angriff der Zürcher in Rückstand. Topskorer Simone Musumeci gelang wenig später der Ausgleich, doch Thalwil siegte am Ende 2:1. Dann folgten die Heimspiele gegen Kosova und Mendrisio. In beiden Spielen erzielte Nathan Di Lonardo, ein 21-jähriger Neuzugang vom Zweitligisten Sementina, in der ersten Halbzeit die Führung, die die jeweiligen Gegner nach dem Tee ausgleichen konnten. Zwei Punkte nach drei Spielen sind vermutlich nicht das, was sich Collina d’Oro, das Team des UBS-CEO Sergio Ermotti, vorgestellt hat.

Vor einer Woche meldeten die Tessiner einen Königstransfer: Mattia Bottani. Der 35-jährige Offensivspieler stand vor gut vier Jahren für ein Länderspiel in der Auswahl von Nati-Coach Murat Yakin. Beim 0:4 in der Nations League im Lissaboner Estádio José Alvalade gegen Portugal ersetzte er in der 69. Minute Renato Steffen. Bottani stand auch in dem Team, das am 15. Mai 2022 im Cupfinal dem FC St. Gallen eine schmerzhafte 1:4-Niederlage zufügte. Den dritten Treffer erzielte Bottani auf eine Massflanke von Numa Lavanchy. Seinen ersten Einsatz mit Collina d’Oro hatte der Tessiner im Derby gegen Mendrisio, wobei er die Captainbinde übernahm. Er dürfte auch auf der Aegeten dabei sein.

Der FCW wartet noch auf den ersten Sieg

Widnaus Co-Trainer Daniel Lüchinger sagt: «Collina d’Oro hatte auf diese Saison einige Veränderungen im Team. Man darf also auf den Gegner gespannt sein.» Zwölf neue Akteure stehen im Kader der «Goldhügler». Von Mendrisio kamen drei starke Spieler: Ruben Bakwetila, Noel Kabamba und Antoine Rey. Bakwetila und Kabamba sind auf der Aegeten bekannt: Letzte Saison standen sie beim 2:1-Sieg der Widnauer gegen Mendrisio auf dem Platz. Zudem spielte Bakwetila in Widnaus Aufstiegssaison 24/25 bei Schaffhausen II, das damals 3:0 siegte. Rey, mittlerweile 39 Jahre alt, spielte lange in der Super League bei Lausanne und Lugano. Er ist 33-facher U-Nationalspieler.

Widnau zog im Startspiel in Tuggen einen schlechten Start ein: Bereits nach 13 Minuten stand der 3:0-Endstand für die Märchler fest. Dann fing sich Widnau und bot den Schwyzern, die zu den Gruppenfavoriten gehören, Paroli. Aber die Drei-Tore-Hypothek war zu hoch. Gegen Mendrisio geriet das Lüchinger-Team durch einen Schuss von Ricardo Rossini nach einer halben Stunde in Rückstand. Dank einer starken zweiten Halbzeit schaute noch ein Punkt heraus. Lirim Shala verwertete einen Penalty zum 1:1.

Sammelaktion zugunsten von Tala Mosika 
Am Sonntag geht es für den FC Widnau nicht nur um wichtige Punkte in der Meisterschaft. Der Spieltag steht auch im Zeichen der Unterstützung für die Fussballschule Tala Mosika in der Demokratischen Republik Kongo. Wer gut erhaltene, aber nicht mehr benötigte Fussballschuhe hat, darf diese gern auf die Aegeten mitnehmen und damit die Sammelaktion unterstützen. Jede Spende hilft!

Am letzten Samstag war Widnau in Dietikon zu Gast. Daniel Lüchinger: «Es war ein Spiel, in dem wir mindestens einen Zähler hätten mitnehmen müssen. Das Spiel war ziemlich ausgeglichen, Ende des Tages war Dietikon glücklicher.» Widnau ging durch eine schöne Kombination, ausgehend von Ceyhun Tüccar und einem schnellen Abspiel von Hakija Canoski, in der 27. Minute durch Alessio De Simeis in Führung. Wenig später fiel durch die erste Möglichkeit der Zürcher der Ausgleich. «Wir hatten in der zweiten Hälfte durch Timon Cabezas und zweimal De Simeis drei Top-Chancen, die wir nicht nutzten», so der Widnauer Co-Trainer. Matthias Grob im Tor der Dietiker erwies sich als Hürde, nicht nur, als er seinem Team die drei Punkte mit einem beherzten Eingreifen in der Nachspielzeit sicherte.

Widnau nicht mit vollem Personalbestand

Mit vollem Kader wird der FC Widnau am Sonntag nicht antreten können. «Noah Thönig fehlt wegen einem Innenbandriss im Knie rund vier bis sechs Wochen», erklärt Daniel Lüchinger. Weiters fehlt Tobia Walt wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel. Zudem ist David Can krank und Tüccar plagen Knieprobleme. Fraglich ist auch Cabezas, der sich im Spiel gegen Dietikon eine Gehirnerschütterung zugezogen hat.

Daniel Lüchinger sagt: «Collina d’Oro hat letzte Woche Luganos legendären Captain Mattia Bottani verpflichtet und wird daher mit breiter Brust auf der Aegeten auftreten.» Er hofft aber auf ein ausgeglichenes Spiel – mit besserem Ausgang für seine Männer. In der Tabelle hat sich nach drei Spieltagen noch kein Team abgesetzt; dem Sieger würde am Sonntag der Sprung ins Tabellenmittelfeld gelingen.