Altstätten vor 6 Stunden

Der «Mani Matter des 21. Jahrhunderts» bringt das Diogenes Theater zum Lachen

Chansonnier Mischa Wyss gastierte im Diogenes Theater in Altstätten. Mit Gitarre, Sprachwitz, Poesie und scharfsinnigem Humor begeisterte er das Publikum.

Von pd
aktualisiert vor 1 Stunde

Ein leiser Abend mit nachhaltiger Wirkung: Am Samstag gastierte der Berner Chansonnier Mischa Wyss im Diogenes Theater. Es war ein äusserst vergnüglicher Auftritt mit einem Troubadour, der in der Ostschweiz praktisch (noch) unbekannt ist.

Über Mischa Wyss wird gesagt, er sei der Mani Matter des 21. Jahrhunderts. Sein unprätentiöser Auftritt ist bescheiden, seine Lieder kommen stilsicher daher, seine Reime sind schlüssig und stilsicher, sein Witz geistreich und pointenreich und immer schön zum Thema platziert. Es steckt viel Mani Matter in Mischa Wyss – und doch ist er unverkennbar Mischa Wyss.

Sprachgespür und scharfsinniger Humor

Der Wahlberner, geboren in Olten, brauchte nicht viel, um das Diogenes-Publikum für sich einzunehmen: eine Gitarre, eine Stimme und Worte, die sitzen. Mit grossem Sprachgespür und scharfsinnigem Humor nahm Wyss das Publikum mit auf eine Reise durch die Themen unserer Zeit: Zwischenmenschliches, Gesellschaftskritik, leise Poesie und treffende Pointen wechselten sich ab.

Was bei Mischa Wyss beeindruckt und Mani Matter in Erinnerung bringt, ist die Verdichtung. Seine Chansons verführen unaufdringlich zum Nachdenken, regen die Fantasie an, und im nächsten Moment fordert sein geistreicher Witz den Saal zum Lachen heraus. Von der herzlichen, stimmigen Begrüssung bis zum Schlussakkord war der Abend fesselnd – unterhaltsam, tiefgründig und wohltuend frei von Effekthascherei. Ein Chansonnier, der beweist: Mundart kann hochpoetisch und hochaktuell zugleich sein.

Die nächste Vorstellung im Diogenes Theater in Altstätten bestreitet Kabarettistin Anet Corti am Samstag, 19. September, um 20 Uhr.

Tickets: www.diogenes-theater.ch