Der Präsident des Diogenes Theater Vereins, René Wuffli, durfte an der Hauptversammlung vom letzten Donnerstag 130 Mitglieder begrüssen, somit war das Theater bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Gesamtschau des vergangenen Vereinsjahres zeige ein Theater, das als zentraler Kultur- und Begegnungsort im Rheintal gut verankert sei und weiterwächst – bei Publikum, der Vielfalt des Programms und hinsichtlich der wirtschaftlichen Stabilität.
Belebte Bühne, starke Besucherzahlen
Insgesamt wurden im letzten Vereinsjahr 135 Veranstaltungen organisiert und realisiert: Von Gastspielen über den Adventskalender, Eigenproduktionen bis hin zu Kinder-, Familien- und Aktivprogrammen sowie Nutzungen durch Dritte. Dabei besuchten 14 000 Personen das Diogenes Theater, im Vorjahr waren es noch 8400. Der Gastspielbereich zeigte sich besonders stark: 40 Vorstellungen aus verschiedensten Genres zogen insgesamt rund 4200 Besucherinnen und Besucher an (im Vorjahr rund 3400). Die durchschnittliche Belegung betrug 106 Personen, was einem sehr hohen Auslastungsgrad von 81 Prozent entspricht.
Die Zahlen verdeutlichen die hohe Belastung des Vorstandes im letzten Vereinsjahr. Wuffli wies darauf hin, dass zwischen September und Mai pro Woche fast vier Veranstaltungen gemanagt wurden. Dies sei nur mit einem ausserordentlich motivierten und uneigennützigen Team zu bewältigen. Als ein Beispiel nannte er die Durchführung des Adventskalenders, der an 23 Tagen 124 Personen auf die Bühne brachte und von 2100 Personen besucht wurde. Aber auch das Schul- und Familienprogramm, die Aktivkurse mit den Kindern, die Zirkuswoche, die Schreibwerkstatt, die Eigenproduktionen und die vermehrten Drittnutzungen tragen zu der hohen Arbeitsbelastung bei.
Finanzen: Gewinn und Stabilität
Das verlängerte Vereinsjahr schloss mit einem erfreulichen Gewinn von rund 71 500 Franken ab – rund 18 000 Franken über dem Vorjahreswert. Die Gesamterträge lagen bei 719 000 Franken, der Gesamtaufwand stieg auf 648 000 Franken. Dank dem soliden Ergebnis konnten 45 000 Franken an Rückstellungen gebildet werden. «Unsere Bilanz ist sehr stabil und mit einem Vereinskapital von 303 000 Franken können wir das Theater auch weiterentwickeln», fasste Wuffli die finanzielle Lage zusammen. Die sei wichtig, weil damit neue Angebote ausprobiert werden können.
Bekenntnis zur ehrenamtlichen Tätigkeit
Eine zweitägige Klausurtagung des Vorstandes im Februar 2026 setzte die Weichen für die nächsten Jahre: Der Diogenes Theater Verein bleibt ehrenamtlich organisiert und geführt, wobei zur Entlastung des Vorstandes und des Präsidiums Arbeiten in Bereichen wie Marketing, Social Media, Medienarbeit und Grafik delegiert und entlohnt werden sollen. Damit wird, wie René Wuffli ausführte, die DNA des Diogenes Theater Vereins, die seit fast 50 Jahren gewachsen sei, beibehalten. Dementsprechend sind die neuen Statuten – die alten stammten aus dem Jahr 1978 - gestaltet worden; sie wurden an der Hauptversammlung ohne Gegenstimme verabschiedet.
Zwei neue Vorstandsmitglieder gewählt
Bei den Wahlen konnte die ausscheidende Irene Weder durch den Diepoldsauer Nick Metzler, ehemals Schulleiter, ersetzt werden. Barbara Büchel aus Altstätten wurde zusätzlich in den Vorstand gewählt; sie wird die Programmkommission unterstützen. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden für weitere drei Jahre bestätigt. Nachdem sich die intensive Suche nach einer Nachfolge im Präsidium als erfolgslos erwies, stellte sich René Wuffli nochmals für eine Amtszeit zur Verfügung. Wenn sich während der Amtszeit allerdings ein neuer Präsident oder eine Präsidentin finden lasse, werde er gerne zurücktreten. «Ziel ist, dass wir einen stabilen Übergang in die nächsten Jahre schaffen können, inklusive dem 50-Jahr-Jubiläum im Jahr 2028», sicherte René Wuffli zu.
Die stimmige Hauptversammlung endete mit Aufführungen des Menu Musicale mit ihrem reichhaltigen Repertoire aus allen Epochen und dem Zauberer Martin von Barabü, der die Zuschauer mit seinen Tricks zum Staunen brachte.
Doch keine Kampfwahl ums Präsidium
Vizepräsidentin Petra Hoppe kündigte an, dass sich für die Wahl des Präsidenten des Diogenes Theater Vereins zwei Kampfkandidaten zur Verfügung gestellt hätten. Leider seien diese weder eingetroffen noch in Sicht, sodass sich die Auswahl nun halt auf den bisherigen Präsidenten, René Wuffli, beschränke. Das von Petra Hoppe vorgängig abgegebene Zwischenzeugnis für die bisherige Amtszeit von Wuffli «Er hat die Arbeit stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt, sein Verhalten gegenüber Gästen, Künstlern und Vorstand war stets einwandfrei, seine Loyalität ist vorbildlich und sein Einfallsreichtum bereichert das Theater» hat dann wohl die Kampfwahl, die doch keine war, begünstigt. Jedenfalls war das Ergebnis einstimmig. (pd)
Weichen für die Zukunft gestellt: Diogenes Theater Altstätten blickt auf erfolgreiches Vereinsjahr zurück