Pure Energie, grosse Freude und viel Humor prägten die Verleihung des Goldiga und des Grüana Törgga 2025. Wie ist es den Schwestern Kathrin und Simone Baumberger, Kostüm- und Bühnenbildnerin, und Alice Köppel, Künstlerin, in der Zwischenzeit ergangen?
Überraschend viele Rückmeldungen
Der Rheintaler Kulturpreis ging erstmals in den Bereich der angewandten Kunst und zeichnete die in Au aufgewachsenen Kathrin und Simone Baumberger für ihr kreatives und kollaboratives Wirken im nationalen und internationalen Theater-, Tanz- und Musicalbereich seit rund drei Jahrzehnten aus.
«Die Nachricht verbreitete sich gut. Bis heute bekommen wir Rückmeldungen zum Rheintaler Kulturpreis Goldiga Törgga, auch aus Zürcher Kreisen», freuen sich Simone und Kathrin Baumberger.
Für uns war die Auszeichnung aus unserem Herkunftstal eine grosse Überraschung, und umso mehr hat sie uns gefreut.
Gerade weil sie als Kostüm- und Bühnenbildnerinnen sonst eher im Hintergrund der Theater- und Musicalszene wirken und selten im Zentrum und mit Publikum auf der Bühne stehen. «Ich fühlte mich pudelwohl als Rampensau auf der Madlen-Bühne», gesteht Simone Baumberger lachend. Der Preis habe auch alte Freundschaften aktiviert und zu Wiedersehen mit fast vergessenen Schulkolleginnen geführt. «Am meisten Rückmeldungen bekamen aber unsere Eltern», ergänzt Kathrin Baumberger. Da sie schon sehr früh das Rheintal für ihre Ausbildungen verlassen haben, hätten sie selbst hier keinen grossen Bekanntenkreis.
Längst hat sie der Alltag wieder. Aktuell wirken Kathrin und Simone Baumberger – gemeinsam oder einzeln – unter anderem beim Sommertheater Ballenberg sowie beim Baarer 200-Jahr-Jubiläum mit. Im Mai und Juni dieses Jahres wurde zudem «Mamma Mia» in der Maag Halle in Zürich wieder aufgeführt – mit dabei war auch Törgga-Laudatorin Gigi Moto. In Winterthur kommt mit by Balzer ein neues Kinderstück auf die Bühne, «Schneewittli und die sieben Zwerge».
Im Rheintal selbst hat der Goldiga Törgga für die Baumberger-Schwestern bislang zwar keine neuen Aufträge eingebracht. Bei Alice Köppel sieht dies jedoch anders aus.
Mehrfache Wertschätzung
Mit dem Grüana Törgga zeichnete die Rheintaler Kulturstiftung die junge Künstlerin, Performerin und Autorin Alice Köppel für ihr herausragendes künstlerisches Schaffen aus. Für die Diepoldsauerin stehen im laufenden Jahr zwei grössere Projekte im Vordergrund: Einerseits «Keeping Up With the Köppels», eine mehrteilige Videoarbeit mit vertieften Einblicken in die Karriere ihres Alter Egos Alice Köppel Superstar. Die erste Episode feiert bereits im September Vernissage im Kunst(Zeug)Haus in Rapperswil-Jona.
Andererseits und direkt mit dem Törgga verbunden: ein Auftrag der Theatergruppe Rhybrugg zum neuen Freihof in Diepoldsau, wo das Stück Ende 2027 uraufgeführt wird. Die Rohfassung sei bereits geschrieben, so Alice Köppel.
Der Preis hat aber nicht nur neue Projekte beschert, sondern auch Wertschätzung, die, so frisch aus dem Studium, besonders viel bedeutet.
Die Wertschätzung liege in der Ehrung, Visibilität und Feierlichkeit des Törgga, aber auch im finanziellen Wert des Preises. Dank diesem sei es auch viel einfacher gewesen, mehr in das Kunstschaffen als in das Lohnarbeiten zu investieren, was wiederum den Projekten zugutekomme, so Alice Köppel.
Dies bestätigt die Rheintaler Kulturstiftung in ihrem Entscheid: Der Grüana Törgga, der 2025 zum vierten Mal verliehen wurde, wird ab 2027 neu jährlich gemeinsam mit dem Goldiga Törgga vergeben.
Rheintaler Kulturpreis 2026
Die nächste Preisverleihung findet am Freitag, 6. November, um 18 Uhr im Kinotheater Madlen in Heerbrugg statt. Verliehen wird der 15. Goldiga Törgga (Preisgeld: 15 000 Franken). Die Preisübergabe ist öffentlich. Aufgrund der beschränkten Anzahl Plätze ist eine Anmeldung erforderlich. Wer dieses Jahr den Rheintaler Kulturpreis in Empfang nehmen wird, kommuniziert die Rheintaler Kulturstiftung Ende September über die Medien und die Website: www.rheintalerkulturstiftung.ch.
Die Kulturpreise Goldiga Törgga und Grüana Törgga sind Auszeichnungen der Rheintaler Kulturstiftung. Sie gehen an Personen, Gruppen oder Institutionen für ausserordentliche kulturelle Leistungen und Potenziale, die das Rheintal nähren und stärken. Der Goldiga Törgga wird seit 2012 jährlich, der Grüana Törgga seit 2019 jedes zweite Jahr vergeben. Ab 2027 wird auch der Grüana Törgga im Jahresrhythmus vergeben. Damit wird die Förderung und Verbreitung junger Kultur im Rheintal intensiviert. Die Preissummen bleiben unverändert. Die Jury nimmt jeweils die Nominierungen vor. Über die Vergabe der Preise entscheidet der Stiftungsrat der Rheintaler Kulturstiftung. Eine öffentliche Ausschreibung findet nicht statt. (pd)
Nach Auszeichnung mit dem Törgga: Anerkennung bringt Aufmerksamkeit für Preisträgerinnen