Fussball vor 2 Stunden

Die Auf- und Abstiegskämpfe in den Ligen spitzen sich zu

Es kommt selten vor, dass es zu diesem Zeitpunkt der Saison noch für fast alle ersten Teams aus der Region um den Aufstieg oder gegen den Abstieg geht. 2025/26 ist das so – für die Männer und die Frauen. Am Wochenende warten wieder viele spannende Affichen auf die Fans.

Von rez
aktualisiert vor 2 Stunden
Inhaltsverzeichnis

1. Liga: Widnau mit einer heiklen Aufgabe

Die Saison des FC Widnau dauert nur noch fünf Spiele. Und die Mannschaft der Brüder Andreas und Daniel Lüchinger, die unter der Woche ihren Vertrag in Widnau verlängert haben, steht mit dem Rücken zur Wand. Sie liegt unter dem Strich und hat zwei Punkte Rückstand auf Höngg sowie vier auf St.Gallen U21. Am letzten Wochenende punktete Widnau beim 0:0 gegen Eschen/Mauren zwar, doch weil Höngg den FC Mendrisio besiegte, verschlechterte sich die Lage für die Aegeten-Boys.

Nun wartet eine heikle Aufgabe auf den FCW: Er ist am Samstag, 16 Uhr, in Tuggen zu Gast. Die Schwyzer spielen eine ausgezeichnete Saison und grüssen mit 52 Punkten vom dritten Rang. Die Favoritenrolle ist klar verteilt. Doch für die Rheintaler gilt jetzt: Ehrenmeldungen zählen nichts mehr, es geht nur noch um Punkte. Sie werden auch in Tuggen alles in die Waagschale werfen müssen, um vielleicht einen Coup zu landen. Höngg gastiert gleichzeitig bei Eschen/Mauren, das mit 25 Punkten noch nicht ganz aus dem Schneider ist.

2. Liga inter: Altstätten braucht Solidarität

Noch sieben Spiele Zeit, die nötigen Punkte für den Ligaerhalt zu holen, hat der FC Altstätten. Auch er liegt unter dem Strich; drei Zähler trennen ihn von Wil II, fünf von Dardania und sechs von Seuzach. Mehr Teams dürften nicht mehr Teil des Abstiegskampfes sein, wobei auch Schaffhausen II nicht zu weit entfernt ist. Auf dem fünften Platz liegt der FC Uzwil, der im letzten Sommer aus der 1. Liga abstieg.

Beim FC Altstätten ist in dieser Phase der Saison besonders der Teamgeist gefragt.
Beim FC Altstätten ist in dieser Phase der Saison besonders der Teamgeist gefragt.
Bild: hst

Beim FCU ist Altstätten am Samstag, 16 Uhr, zu Gast. Auch in diesem Spiel ist die Favoritenrolle klar, sie gehört den Fürstenländern. Allerdings sind diese ihren Ambitionen bisher nicht gerecht geworden, liegen sie doch zehn Zähler hinter Leader Weesen. Gelingt es Altstätten, eine ähnlich solidarische Leistung wie beim 1:2 gegen Gossau oder zuvor in Weesen – 75 Minuten lang – zu zeigen, ist Punktezuwachs nicht unrealistisch. Und danach folgen mehrere Begegnungen mit Mannschaften, die eindeutig in Reichweite des FCA liegen. Es ist noch lange nicht gelaufen.

2. Liga: Leader Montlingen im Bündnerland

Noch nicht gelaufen ist es auch für Montlingen. Der Zweitliga-Leader hatte einmal sechs Punkte mehr als Ruggell, davon sind drei geblieben. Dies liegt an der Niederlage vom letzten Sonntag (2:3 gegen Schlusslicht Besa). Mit einem weiteren Team unter dem Strich bekommt es der FCM an diesem Sonntag um 15 Uhr auf der Emser Vial zu tun. Im Gegensatz zu Besa hat sich Ems im Winter nicht so krass verstärkt, was die Punkteausbeute in der Rückrunde zeigt. Bei Montlingen war diese bis zum Ausrutscher gegen Besa sehr gut – daran möchten die Rot-Weissen im Bündnerland gern anknüpfen. Die Chancen dazu stehen gut.

Mit Montlingen-Bezwinger Besa bekommt es am Samstag, 17 Uhr, der FC Rüthi zu tun. Das Team von Trainer Granit Bojaxhi und seinem spielenden Assistenten Gabriel Lüchinger hat am letzten Samstag beim 5:2 gegen Au-Berneck ab der 20. Minute überzeugt und eine Power auf das Feld gebracht, die in der Region ihresgleichen sucht. Diese wird es auch brauchen, um auf dem St.Galler Espenmoos zu punkten: Besa tritt seit der Winterpause anders auf als zuvor und macht allen Gegnern das Leben schwer – obwohl es wahrscheinlich zu spät ist, noch den Ligaerhalt zu schaffen. Rüthi ist also gewarnt.

In der 2. Liga braucht Au-Berneck (mit Orhan Ademi) dringend Punkte, Rüthi (mit Pascal Zäch) steht derweil unter keinerlei Druck.
In der 2. Liga braucht Au-Berneck (mit Orhan Ademi) dringend Punkte, Rüthi (mit Pascal Zäch) steht derweil unter keinerlei Druck.
Bild: rez

Auf heimischem Geläuf tritt der FC Au-Berneck an, der am Samstag, 17 Uhr, den FC Winkeln empfängt. Die Mittelrheintaler haben vier Punkte Vorsprung auf das unter dem Strich liegende Ems und brauchen dringend Punkte, um nicht noch tiefer in den Abstiegsstrudel zu geraten. In die letzten beiden Spiele – gegen Montlingen und Rüthi – startete die Polverino-Elf jeweils sehr stark, danach liess sie jedoch fast ebenso stark nach. Gegen die aufsässigen Winkler, die sechs Punkte mehr haben, liegt ein solcher Leistungseinbruch nicht mehr drin, sollen endlich wieder Punkte her. Sich nur auf Montlinger Schützenhilfe zu verlassen, ist zu heiss.

3. Liga: Rebstein mit einem Spitzenspiel

Leader Rebstein hat in vier Rückrundenspielen zehn Punkte geholt, dabei aber nicht nur überzeugt. Gegen vier zweite Mannschaften gelangen der Elf von Ralph Heeb nur sieben Tore. Doch die Rechnung stimmt – nach wie vor hat der FCR mindestens fünf Zähler mehr als die Konkurrenz. Deren elf Vorsprung hat Rebstein auf den Tabellendritten Appenzell, bei dem es am Sonntag um 14 Uhr gastiert. Die Appenzeller waren ambitioniert in die Saison gestartet, wurden ihren Vorschusslorbeeren aber zu selten gerecht – auch nicht bei der 1:4-Niederlage im Hinspiel in Rebstein. Doch der FCR weiss: Um in Appenzell zu punkten, braucht es im Vergleich zu den letzten Spielen eine Leistungssteigerung.

Auf den FC Rebstein (mit Luka Dursun, rechts) wartet in Appenzell ein Spitzenspiel.
Auf den FC Rebstein (mit Luka Dursun, rechts) wartet in Appenzell ein Spitzenspiel.
Bild: rez

Der FC Diepoldsau-Schmitter war mit zwei Siegen vielversprechend ins neue Fussballjahr gestartet, fiel zuletzt aber wieder in das Fahrwasser der Hinrunde zurück und rutschte auf den siebten Rang ab. Die Niederlagen gegen Montlingen II und Altstätten II schmerzten – und nun bekommt es die Riklin-Elf am Freitagabend in Mels erneut mit einem Reserveteam zu tun. Dieses bewies am letzten Sonntag in Rebstein, ein hartnäckiger Gegner zu sein, der keine Punkte schenkt. Auf die Rheininsler wartet im Sarganserland ein heisser Tanz.

4. Liga: Drama um den Aufstieg in die 3. Liga

Drama pur herrscht in der 4. Liga, Gruppe 3, in der vier Teams um den Aufstieg kämpfen. Au-Berneck II liegt neu mit 25 Punkten an der Spitze. Dies, weil es unter der Woche zwei Punkte dank eines Forfait-Sieges zugesprochen bekam. Beim 3:3 gegen Rebstein II setzte der Gegner einen gesperrten Spieler ein, wodurch aus dem 3:3 aus Auer Sicht ein 3:0 wurde. Das ist bitter für Rebsteins Reserven, die sich am Tabellenende gegen den Abstieg wehren – aber vor allem für Au-Bernecks drei Gegner um den Aufstieg.

Einer von ihnen heisst Rheineck, hat 24 Punkte und empfängt am Samstag um 16 Uhr die dritte Mannschaft des FC Altstätten. Rheineck ist in diesem Spiel klarer Favorit, muss nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge aber wieder in die Spur finden. Besser in Form ist der FC Staad, der die letzten fünf Spiele gewann, auch das Derby gegen Rheineck. Mit dem punktgleichen Buchs II bekommen die Seebuben am Samstag, 18.15 Uhr, im Werdenberg aber einen harten Brocken vorgesetzt. Eines ist sicher: Der Aufstiegskampf in dieser Liga wird, je länger die Saison dauert, desto spannender. Mit drei Rheintaler Teams, die ein gewichtiges Wörtchen mitreden.

Der FC Staad (mit Miro Cazorzi, links) ist bis auf einen Punkt an Rheineck (Florent Imeri) herangerückt.
Der FC Staad (mit Miro Cazorzi, links) ist bis auf einen Punkt an Rheineck (Florent Imeri) herangerückt.
Bild: rez

Gegen den Abstieg wehrt sich der FC Heiden in der Gruppe 4, denn je nach Punktekoeffizient könnte auch ein Team absteigen, das die Saison nicht auf dem letzten Platz abschliesst. Die Vorderländer haben sieben Punkte; einen mehr als Rorschacherberg und einen weniger als der Gegner vom Samstag, Rebstein III. Dieser überraschte letzte Woche mit einem 1:0-Sieg gegen Speicher – und warnte den FCH damit. Am Samstag, 18.15 Uhr, ist auf der Gerbe Abstiegskampf pur angesagt.

Frauen: Gelingt Staad ein Befreiungsschlag?

Die Staader Frauen finden in der 1. Liga zurzeit einfach nicht zur Form. Daraus resultiert, dass sie unter den Strich gefallen sind. Die Saison dauert noch lange, doch Staad braucht bald wieder einmal Punkte. Am Samstag, 16.30 Uhr, gastieren die Seemädchen bei Toggenburg, das sechs Punkte mehr hat und damit in Reichweite liegen dürfte. In der 2. Liga hat Widnau zuletzt zweimal in Folge gewonnen und dabei überzeugt. Die Widnauerinnen streben in Romanshorn (Samstag, 18.15 Uhr) den dritten Sieg in Folge an. Mit dem Aufstieg werden sie aber nichts mehr zu tun haben.

Zu einem Derby kommt es am Sonntag, 14.30 Uhr, in Rebstein. Die Grün-Weissen sind gar nicht gut ins neue Jahr gestartet und unter den Strich gerutscht. Auch Au-Rheineck hat im 2026 bisher nicht überzeugt: Leader Toggenburg II ist auf sechs Punkte Vorsprung davongezogen. Gegen die Toggenburgerinnen zeigte Rebstein zuletzt viel Moral und holte einen Rückstand auf, verlor dann aber doch. Es darf gespannt erwartet werden, wie sich die Spielgemeinschaft, die immer noch den guten vierten Platz belegt, auf der Birkenau schlagen wird. Nichts mit dem Aufstieg zu tun haben die Viertligistinnen aus Altstätten, die aber eine positive Saison zeigen. Am Sonntag, 14 Uhr, spielen sie bei Untervaz-Chur II. Der Gegner hat gleich viele Punkte und sogar die gleiche Tordifferenz. Das Spiel ist also völlig offen.