Die Zucchetti gehört zu den Sommerkürbissen | Der Rheintaler

Garten 23.06.2023

Die Zucchetti gehört zu den Sommerkürbissen

Zucchetti werden, genau wie Patisson oder Rondini, in unreifem Zustand geerntet. Die Samenkerne sind noch klein und hell, ja nahezu unscheinbar. Botanisch unterscheiden sich Zucchetti und Co. aber nicht von anderen Kürbissen, die man ausreifen lässt, bevor man sie geniesst.

Sommerkürbisse wie Zucchetti kann man ebenfalls ausreifen lassen. Sie sind dann sogar lagerbar. Allerdings haben sie meistens viel weniger Fruchtfleisch und einen grösseren Anteil an Samenkörnern.

Die Ausbeute ist also kleiner. Umgekehrt können Winterkürbisse (also die Sorten, die normalerweise unter der Bezeichnung Kürbis verkauft werden) wie Zucchetti noch unreif für den sofortigen Verzehr verwendet werden. Sie schmecken dann einfach nicht so intensiv, aber das tun Zucchetti ja auch nicht.

Die Zucchetti gehört zu den Sommerkürbissen

Eine sommerliche Teilernte wird von den meisten Winterkürbispflanzen sogar geschätzt. Mehr als fünf bis sechs grosse Exemplare vermag eine Pflanze nämlich nicht zu ernähren, bei Riesenkürbissorten sind es sogar nur ein bis zwei.

Wenn es den Pflanzen an Wasser mangelt oder sie Stress haben, stossen sie die darüber hinaus gehende Menge an Jungpflanzen ab. Entfernt man nun einen kleinen Kürbis, um ihn noch unreif in der Küche zu verarbeiten, entlastet man die Pflanze einen ­Moment lang von ihrem Nachwuchsversorgungsproblem. Fast immer bildet sie dann etwas später wieder einen Nachzügler an einem anderen Ort aus, sodass die Summe der Kürbisse im Herbst gleich bleibt, obwohl man im Sommer davon genascht hat.

Weil Kürbisse und Zuc­chetti einander so nah sind, ist der Nachbau heikel, es kann zu Kreuzungen kommen. Bei der eigenen Saatgutproduktion kann man nämlich nicht mit Sicherheit ausschliessen, dass ein Zierkürbis an der Befruchtung beteiligt war. Weil die Befruchtung über Bienen erfolgt, können Kreuzungen über grosse Distanz stattfinden. Das Endprodukt ist dann oft bitter. Der bittere Geschmack weist auf ­Cucurbitacin hin.

Der Bitterstoff wurde von Speisekürbissen weggezüchtet, kann aber durch Rückkreu­zungen mit Zierkürbissen wieder auftreten. Cucurbitacin schmeckt nicht nur scheusslich, sondern wirkt auch so: Der Stoff zerstört die Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt.

Bittere Kürbisse und Zucchetti gehören deshalb umgehend auf den Kompost.

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