Altstätten vor 6 Stunden

Diogenes-Theater spricht sich für die Leistungsvereinbarung aus

Stellungnahme des Diogenes-Theaters zur Abstimmung über die neue Leistungsvereinbarung der Stadt Altstätten mit dem Museumsverein Prestegg.

Von pd
aktualisiert vor 4 Stunden

Am Mittwoch, 6. Mai, wird die Bürgerversammlung in Altstätten über die neue Leistungsvereinbarung zwischen dem Museumsverein Prestegg und der Stadt Altstätten abstimmen. Dabei geht es um eine Erhöhung der jährlichen finanziellen Mittel der Stadt Altstätten an das Museum von bisher 220 000 auf 330 000 Franken. Sollte die Vereinbarung abgelehnt werden, ist zu befürchten, dass der Museumsverein wohl aufgelöst werden wird – mit weitgehend unbekannten Konsequenzen. 

Um Klarheit zu schaffen: Das Diogenes-Theater ist von dieser Leistungsvereinbarung und dem Abstimmungsergebnis nicht direkt betroffen, jedoch indirekt, ist das Theater doch Mieterin der Lokalitäten, der Museumsverein ist Vermieter. Das Diogenes-Theater selbst steht finanziell auf sehr 
gesunden Beinen, der Spielbetrieb läuft höchst erfreulich, die Besucherzahlen liegen deutlich über den Vor-Corona-Zeiten. Welche Konsequenzen eine Ablehnung der Vorlage für das Diogenes-Theater mittel- bis langfristig hätte, ist nicht absehbar, mit Sicherheit keine positiven. Deshalb spricht sich der Vorstand für die Annahme der neuen Leistungsvereinbarung zwischen dem Museumsverein und der Stadt aus. Weshalb?

Wir betrachten die «Prestegg» mit Museum und Theater als eine kulturelle Einheit, die ein vielfältiges, interessantes und lebendiges Kulturangebot nicht nur für Altstätten, sondern für die gesamte Region und darüber hinaus schafft. Es sind seit der Wiedereröffnung der «Prestegg» mit dem neuen Diogenes-Theater knapp sechs Jahre vergangen. Vieles war neu, vieles war vorgängig unbekannt. So auch die Kosten, welche ein solches Haus jährlich an Unterhalt mit sich bringt. Nach sechs Jahren müssen notgedrungen Korrekturen gemacht werden, deren Ursachen vorgängig nicht oder nur schwer absehbar waren; dies betrifft vor allem den Unterhalt des gesamten Baukörpers. 

Jetzt einen Strich zu ziehen – oder eben im Museum die Lichter zu löschen –, ist aus Sicht des Diogenes-Theaters keine Lösung. Im Gegenteil. Leere Räume sind teuer. Ein nicht bespieltes Museum kostet längerfristig mehr als ein lebendiger Kulturbetrieb. Heizung, Unterhalt, Sicherheit – ohne Nutzung wird die 
«Prestegg» zum finanziellen Sorgenkind. Ein bespieltes Museum schafft Werte, ein leeres vernichtet sie. 

Zudem: Die bisherige vom Museumsverein geleistete Aufbauarbeit mit interessanten Ausstellungen und Veranstaltungen würde sich grösstenteils in Luft auflösen und damit private Spender, die diesen kulturellen Leuchtturm seinerzeit mit ermöglicht haben, vor den Kopf stossen. Sie würden sich in Zukunft gut überlegen, ob sie solche oder ähnliche Projekte weiterhin unterstützen sollen oder wollen. Und diese Unterstützung ist für einen Kulturbetrieb unerlässlich.

Das Diogenes-Theater selbst ist im Wachstum. Aber Wachstum braucht Stabilität. Nur mit einem finanziell gesunden und verlässlichen Museum kann das Theater weiterwachsen. Davon profitieren alle. Und ein gut funktionierendes Kulturangebot ist ein Zeichen für eine gut funktionierende und prosperierende Region. Kultur ist kein Luxus, sondern ein Standortfaktor. Und Kultur leistet mit all ihren Formaten und Facetten eine Brücke zu den nächsten Generationen.

Deshalb soll – gerade in Zeiten von Social Media und Fake News – in der «Prestegg» diese Kultur weiterhin für alle sicht-, greif- und erlebbar sein. Nicht nur im Diogenes-Theater, sondern ebenso im Museum  Prestegg.

Vorstand Verein Diogenes-Theater, Altstätten