Unihockey vor 1 Stunde

EFS startet nach zwei Aufstiegen in die erste Zweitligasaison

Ganz unten, in der 4. Liga, war EFS in den Meisterschaftsbetrieb eingestiegen. Nach zwei Aufstiegen in Folge beginnt am Samstag die erste Zweitligasaison – und am Sonntag folgt ein Höhepunkt gegen ein Topteam aus der höchsten Liga.

Von Remo Zollinger
aktualisiert vor 1 Stunde

Die Geschichte des EFS-Aktivteams erzählt von Erfolgen. In der letzten Saison hat sie die 3. Liga, Gruppe 6, nach Belieben dominiert. In 14 Spielen gelangen 14 Siege – bei einem Torverhältnis von +91. EFS stellte den besten Angriff sowie die stärkste Abwehr der Liga – mit Abstand. Und das ist nicht alles: Mit Sarganserland (9:7) und Ad Astra Obwalden (10:8) eliminierte EFS zwei Teams aus der zweithöchsten Liga aus dem Cup. Erst gegen NLB-Spitzenteam Thun war Endstation, auch das mit nur einem Tor Abstand.

Verweist eine Mannschaft auf solche Statistiken, wirft dies die Frage auf, ob die 2. Liga nur eine Durchgangsstation, der nächste Aufstieg schon vorprogrammiert ist. «Die Jungs geben Vollgas für das Unihockey, wir trainieren sehr oft und hart. Ich sehe keinen Grund, weshalb der Weg nicht weiter nach oben führen soll», sagt Trainer Krister Savonen. Er fügt aber sofort an: «Für die Mannschaft wird die 2. Liga eine neue Herausforderung. Wir wollen uns als Spieler und Team weiterentwickeln und in jedem Spiel unser bestes Unihockey zeigen.»

Neue Heimspiele und ein finnischer Doppelweltmeister

Am Samstag, 14 Uhr, beginnt für die junge Mannschaft mit dem Adler auf dem Trikot die Zweitligasaison. In der Altstätter Schöntalhalle empfängt sie die Reserven des UHC Sarganserland. Es wird das erste «richtige» Liga-Heimspiel: In der 3. und der 4. Spielklasse wurden die Spiele in Turnierform ausgetragen. Die Rheintaler waren schon in der Rolle der Organisatoren, doch diese Spiele werden ein neues Erlebnis. «Ich freue mich darauf. Vor allem, wenn wir Derbys wie gegen Grabs-Werdenberg oder Appenzell haben und viel Publikum kommt», sagt Krister Savonen.

Der 32-Jährige ist seit vier Jahren für EFS tätig und kennt die Spieler bestens. «Es ist wirklich cool, hier zu arbeiten. Die Menschen im Club sind super und die Kids sind stets sehr motiviert», sagt er. Als Spieler – er steht für die Rheintaler auch auf dem Feld – feierte er mit der finnischen Nationalmannschaft zwei Weltmeistertitel. Entsprechend cool nimmt er die Herausforderungen, die hier auf ihn warten. «Ich will den Spielern nicht immer sagen, was sie zu tun haben. Sie sollen lernen, das Spiel selbst zu spüren. Denn es sind immer Nuancen, die entscheiden – in jeder höheren Liga umso mehr.»

Der Adlerhorst steht den Spielern immer offen

Der Sitz von EFS liegt im Balgacher Industriegebiet. Dort hat der Verein ein eigenes Floorball-Trainingscenter – ein kleines, aber mit Profiboden ausgestattetes Unihockey-Spielfeld, einen Kraftraum und ein Clublokal. «Das haben wir alles in Frondienst errichtet», sagt Sportchef Markus Hutter. Er teilt Krister Savonens Philosophie, die vorsieht, den Spielern viel Verantwortung zu übertragen. «Gute Entscheidungen entstehen, wenn man oft entscheiden muss. Wir zwingen der Mannschaft kein taktisches Korsett auf.»

Dazu passt die Organisation mit dem Adlerhorst, wie die Heimstätte heisst. Die Spieler – viele von ihnen besuchen die Sportschule an der Oberstufe Mittelrheintal, denn EFS führt nicht nur ein Aktivteam, sondern mehrere Nachwuchsteams, zu denen auch Mädchen gehören – können dort jederzeit trainieren. «Manchmal kommt eine Spielerin oder ein Spieler für eine halbe Stunde, macht einige Schussübungen und geht dann wieder. Oder sie besuchen den Kraftraum, das machen sie oft», sagt Markus Hutter.

Das Team ist über die Jahre organisch gewachsen

Routiniers gibt es bei EFS nur wenige. Zu ihnen gehört nebst Savonen auch Arbnor Papaj (36). Von Davos-Klosters stiess Jere Kaartinen zum Team, der bei EFS als Nachwuchstrainer arbeitet. Mit Valentin Alther kam ein talentierter junger Goalie von WaSa U18. Der Rest des Teams hat Jahrgang 2006 bis 2009 und ist in den letzten Jahren organisch gewachsen; einige 2010er bekommen in dieser Saison ihre Chance. «Wir sind seit den Junioren gemeinsam gewachsen. Die Spieler kommen nicht nur für das Training hierher, sondern auch einfach mal für eine Runde Darts», sagt Krister Savonen. Markus Hutter fügt an: «Viel Teambuilding müssen wir nicht machen, alle kennen sich schon über zehn Jahre.»

Am Samstag geht’s in der 2. Liga los, am Tag darauf folgt bereits eines der grossen Highlights der Saison: Am Sonntag, 16 Uhr, empfängt EFS im Oberrieter Bildstöckli den NLA-Club Tigers Langnau. «Für uns wird es ein hervorragender Test, um zu sehen, wo wir im Vergleich mit einem so starken Team stehen», sagt Krister Savonen. Wie viel sein Team kann, zeigte sich im August: EFS gewann am Czech Open – dem grössten Unihockeyturnier der Welt – die anspruchsvolle U21-Kategorie. Es ist ein historischer Erfolg, auf den weitere folgen dürften.