Am Samstag, 18 Uhr, empfängt der FC St. Gallen den FC Sion. Er wird dabei auf eine schöne Kulisse zählen dürfen: Am Freitagmittag waren bereits 17 000 Tickets für das Spiel abgesetzt. Es wird das Duell zwischen dem aktuellen Vierten und dem Dritten der Liga – um 19 Uhr duellieren sich dann im Tessin Leader Lugano und Verfolger YB.
«Wir spielen gegen ein absolutes Top-Team, das sich richtig gut entwickelt hat. Wir brauchen eine Top-Leistung und wir sind in der Lage, eine Top-Leistung zu zeigen», sagte FCSG-Trainer Enrico Maassen an der Pressekonferenz vom Freitag. Man habe dies am letzten Wochenende in Genf sehen können, so der Trainer. «Servette hat nicht einfach schlecht gespielt, wir waren sehr gut», sagte Maassen.
Getrübt wurde der 2:0-Sieg in Genf durch die Verletzung von Captain Lukas Görtler, der einige Wochen ausfallen wird. Gegen Sion, Lugano und Basel wird er sicher nicht spielen können. «Er muss nicht operiert werden, was der Worst Case gewesen wäre. Ich denke, dass wir ihn nach der Länderspielpause (am 11. Oktober gegen Lausanne, Anm. d. Red.) wieder zur Verfügung haben werden.» Dies sei eine optimistische Einschätzung, aber wer Görtler kenne, wisse, dass er alles daransetze, so schnell wie möglich zurückzukehren.
Zurück im Kader ist indes Betim Fazliji. «Wir haben ihm ein paar Tage gegeben, es war turbulent für ihn und für uns. Wir haben mit ihm gesprochen; er hatte eine gute Trainingswoche und steht morgen wieder im Kader», sagte der Trainer. Verzichten muss er neben Görtler auf Corsin Konietzke, Malamine Efekele, Tom Gaal sowie Cyrill May. Ein weiterer Rückkehrer ist Behar Neziri, der in Genf zu seinen ersten Einsatzminuten seit seinem Kreuzbandriss gekommen ist. «Wir werden schon einen guten Platz für unsere guten Spieler finden», sagte Maassen, der sich nicht in die Karten blicken liess, wie er den Comebacker zukünftig einsetzen wird.
Neziris Rückkehr könnte sich auf die Position von Lukas Daschner auswirken, der zuletzt defensiver als gewohnt agierte. Er spiele am liebsten «im Zentrum. Wo, ist mir eigentlich egal», sagte er an der PK. Daschner sprach weiter darüber, wie sich der FCSG nach der vier Spiele dauernden Niederlagenserie gefangen hat: «Wir haben die Sinne geschärft. Wir hatten viele englische Wochen hintereinander, dabei ist die Selbstverständlichkeit, was das intensive Spiel angeht, etwas verloren gegangen.»
Mit einem intensiven Duell ist auch am Samstag zu rechnen. In Sion läuft's derzeit gut, mit zwölf Punkten aus sechs Spielen belegen die Walliser Rang drei. Mit Winsley Boteli haben sie den aktuell wohl spannendsten Spieler der Liga in ihrem Kader – er hat diese Saison schon zwölf Pflichtspieltore erzielt, darunter einen Hattrick auswärts bei Ajax Amsterdam. «Er ist ein richtiger Goalgetter und hat eine tolle Entwicklung genommen. Er wird sicher eine gute Karriere machen», sagte Enrico Maassen.
Auch abgesehen von Boteli ist Sion stark und ausgeglichen. Das liegt auch an der Stabilität, die im Wallis herrscht: Didier Tholot ist nach Luganos Mattia Croci-Torti der dienstälteste Trainer der Liga. Um Goalie Anthony Racioppi, Verteidiger Jan Kronig, Captain Ali Kabacalman und die vielseitige, unberechenbare Offensive hat Tholot ein Team aufgebaut, das sich an der Spitze der Super League behauptet. Auch der FCSG bekam das schon zu spüren: Das letzte Heimspiel gegen Sion verlor er glatt mit 0:3. Am Samstag soll dies wieder anders aussehen.
Eines von zwei Super-League-Spitzenspielen steigt in St. Gallen