Mit dem vierten von sieben Rennen begann am internationalen Renault-Clio-Bohemia-Cup die zweite Saisonhälfte. Dabei standen auf der traditionellen und 4,2 Kilometer langen Rennstrecke in Most 24 Clios am Start. Trainings und Rennen waren von sommerlichen Verhältnissen geprägt. Am Freitag herrschte bei 36 Grad im Schatten brütende Hitze. Am Samstag regnete es vor dem Qualifying kurz, danach stieg das Thermometer wieder auf 27 Grad. Es herrschten gemischte Bedingungen. Es windete stark und bei halbnasser Strecke waren alle mit Slicks, also profillosen Reifen, gestartet. In der achten Runde begann es wieder zu regnen, sodass das Zeittraining mit der roten Fahne abgebrochen wurde.
Reto Wüst entschied sich danach, wieder mit Slicks zu starten, während sein Sohn Nico mit den Regenreifen die sicherere Variante wählte. «Es stand auf der Kippe, welcher Reifen besser war», sagte der Sohn danach. Bis zur letzten Runde kämpften er und sein Vater um die schnellste Quali-Runde. In der letzten davon brannte Reto Wüst mit den Slicks auf nasser Strecke die schnellste Zeit in den tschechischen Asphalt, was die internationale Konkurrenz ins Staunen versetzte. Weil Nico Wüst die drittschnellste Zeit fuhr, waren die ersten zwei Startreihen mit Rheintalern belegt.
Auch in den Rennen ging es heiss zu und her. Reto Wüst, Routinier aus Diepoldsau, konnte zweimal aus der Pole-Position starten. Diese konnte er für eine halbe Runde halten, doch dann fuhren drei Autos nebeneinander in eine Kurve. Wüst musste kurz «lupfen», um eine Kollision zu vermeiden, und fiel auf Rang sieben zurück. Auch Nico Wüst musste stark bremsen und fand sich an neunter Position wieder. Danach arbeitete er sich auf den fünften Platz vor, auf dem er den ersten Durchgang auch beendete. Reto Wüst versuchte indes, mit dem Messer zwischen den Zähnen wieder nach vorne zu kommen. Doch erneut musste er sich aus einer brenzligen Situation befreien, wodurch er auf Platz zwölf zurückfiel.
Die Pole-Position für das zweite Rennen wurde verlost – und Reto Wüst hatte Glück, während Nico vom siebten Platz aus starten musste. Der Vater zeigte seine kämpferischen Qualitäten erneut und beendete das zweite Rennen als Sechster. Der Lohn dafür war, dass er zweimal die Gentlemans-Wertung für sich entscheiden konnte. Nico kämpfte sich trotz eines Leistungsverlustes durch eine defekte Wasserpumpe auf Rang 13. Die nächsten Rennen des Bohemia-Renault-Clio-Cups finden am 23. August auf dem Slovakia-Ring, am 13. September in Brünn sowie am 25. Oktober auf dem Hungaroring statt.
Es war ein heisser Kampf auf nassem tschechischem Asphalt