In der 60. Minute gab es auf dem Sportplatz Rheinauen einiges an Gesprächsstoff: Tobia Walt, der bis dahin eine ausgezeichnete Leistung zeigte, sah zum zweiten Mal innert vier Minuten gelb, was nach Fussballarithmetik Gelb-Rot und Platzverweis bedeutet. Die erste gelbe Karte war einem Foulspiel geschuldet, die Zweite zückte Schiedsrichter Patrik Baumann für ein Zurückhalten des Gegenspielers am Leibchen. Ohne Walt fehlte dem Team ein Schlüsselspieler. Dennoch reichte es den Gästen fast zum Punktgewinn, hätte nicht Hot in der 91. Minute das 3:2 erzielt. «Widnau hat auch in Unterzahl gut gekämpft. Aber wir hätten es mit einem Mann mehr auch ein bisschen schlauer machen können», sagte der dreifache Torschütze nach dem Spiel. Und: «Wir haben es auch stark gespürt als Amenaghawon nach nur einer Viertelstunde verletzt vom Feld musste».
Diepoldsauer Ausgleich
hielt nur wenige Sekunden
Die erste Chance des Spiels hatten die Einheimischen: Ein Schuss von Bünyamin Bilgic wurde abgefälscht, Widnau-Goalie Magnus Sonderegger konnte den Ball in Corner ablenken. Nach gut zehn Minuten kam Churchill Henry Amenaghawon nach einer guten Einzelleistung zum Abschluss, Widnaus Verteidiger Fabrizio Lamprecht konnte gerade noch klären, bevor es richtig gefährlich geworden wäre. Nur drei Minuten später verletzte sich der 18-jährige Nigerianer am Knie und musste sich in ärztliche Behandlung begeben.
In der 20. Minute gingen die Gäste in Führung: Finn Metzler verwertete ein genaues Zuspiel von Tobia Walt. Nur fünf Minuten später glich Diepoldsau durch Ogün Hot aus, die Vorarbeit leistete Bünyamin Bilgic. Der ausgeglichene Spielstand währte weniger als eine Minute: David Can brachte Widnau erneut in Führung, als er ein Laufduell gewann und auch Goalie Petar Petrov sicher bezwang. Can hatte gleich die nächste Chance bei einem Kopfball – Petrov war auf dem Posten.
Die Gastgeber mussten nun reagieren: Sonderegger rettete nacheinander bravourös gegen Bilal Gümüs und Baran Bulanik. Walt hatte die nächste Chance nach einem Ballverlust in der Diepoldsauer Verteidigung. Die Vorstellung von Widnau gefiel: Defensiv hatten sie in dieser Phase das Geschehen im Griff. Für Diepoldsau war es schwierig, Offensivaktionen zu lancieren. Erst kurz vor der Pause, als Gümüs einen Abschluss versuchte, wurde es wieder gefährlich. Lamprecht, der zusammen mit Walt zu den besten Widnauern gehörte, klärte diese Situation.
Hot mit der Entscheidung
in der 91. Minute
In der 54. Minute schaffte Diepoldsau den Ausgleich: Wiederum war es Hot, der mit einem Schuss von der Strafraumgrenze erfolgreich war. Nachdem die Widnauer in der 60. Minute die gelb-rote Karte gegen Walt zu verdauen hatten, kam Conrad Elbrecht auf halbrechter Position zum Abschluss. Sonderegger lenkte den Ball mit den Fingerspitzen ab. Nun hatte Diepoldsau das berühmte Momentum auf seiner Seite und kam zweimal aussichtsreich vor Sonderegger, das 2:2 hatte aber weiterhin Bestand. Widnau wehrte sich nach Kräften und es sah so aus, als ob das Spiel mit einer Punkteteilung enden würde. Doch Diepoldsau und Hot hatten etwas dagegen: Nachdem die Gäste einen Angriff nicht wunschgemäss abwehren konnten, stand Hot dort, wo ein Knipser eben stehen muss.
Widnaus Verteidiger Flamur Kicaj sagte: «Schade. Die ersten beiden Tore sind durch Eigenfehler entstanden. Wir waren gut im Spiel, aber durch den Platzverweis verloren wir einen starken Spieler. Am Schluss waren wir zu wenig konsequent im Zweikampf und haben noch das Tor kassiert.»
3. Liga, Gruppe 2:
Diepoldsau-Schmitter – Widnau II 3:2 (1:2)
Sportplatz Rheinauen, 150 Zuschauer – SR: Baumann.
Tore: 20. F. Metzler 0:1, 25. Hot 1:1, 26. Can 1:2, 54. Hot 2:2, 91. Hot 3:2.
Diepoldsau-Schmitter: Petrov; Elbrecht, Shajnoski, Rieser, Holenstein; Dietsche, Bulanik, Bünyamin Bilgic; Amenaghawon; Hot – Eingwechselt: Bahattin Bilgic, Yavuz, Jelusic, Giani.
Widnau: Sonderegger; Schmid, Kicaj, Lamprecht, Loher; Rohner; Can, Shala, Lamorte, Walt; F. Metzler – Minzanali, Grossenbacher, Junuzi, Elshani.
Gelbe Karten: 42. Shala, 56.Walt, 66. Bulanik, 83. Bünyamin Bilgic
Gelb-Rote Karte: 60. Walt
FC Diepoldsau-Schmitter mit 3:2-Last-Minute-Sieg im Derby gegen Widnau II