Fussball 19.08.2026

FCSG steht vor der letzten grossen Hürde für magische europäische Nächte

Am Donnerstag, 19 Uhr, ist der FC St. Gallen beim FC Nordsjaelland zu Gast. Die Ostschweizer steigen in Dänemark nicht als Favoriten ins Spiel, dürfen aber doch träumen.

Von rez
aktualisiert am 19.08.2026

Das Stadion, in dem der FCSG am Donnerstagabend spielt, heisst «Right to dream Park». Um Träume geht es in diesem Spiel auch: jene von einer europäischen Ligaphase. St. Gallen spielte zuletzt 2024 in der Conference League und hat gute Erinnerungen daran. Die Spiele waren Volksfeste, obwohl es nicht gelang, europäisch zu überwintern.

Solche Spiele will der FCSG in diesem Herbst wieder haben. Es wartet aber noch eine letzte Hürde auf dem Weg dahin. Sie heisst Nordsjaelland und stammt aus Farum, 20 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kopenhagen gelegen, gut 20 000 Einwohnerinnen und Einwohner gross. Den Weg dorthin nimmt Grün-Weiss mit gesundem Optimismus in Angriff. Der Saisonstart ist gelungen. Der FCSG holte bisher in drei Ligaspielen sieben Punkte, gewann drei von vier Europacupspielen und qualifizierte sich im Cup für die nächste Runde. Obwohl er sich personell teils am Limit bewegte, gelangen diese Erfolge recht souverän – «Tolggen» im Reinheft sind lediglich die Klatsche in Lissabon und das ärgerliche 2:2 gegen Luzern.

Der Gegner, auf den der FCSG in Dänemark trifft, weist allerdings eine ähnliche Bilanz auf. In der Liga steht er nach drei Partien ebenfalls mit sieben Punkten da, im Europacup gewann er ebenfalls drei von vier Partien. Der FC Nordsjaelland eliminierte auf dem Weg ins Playoff die Schweden von GAIS sowie die Isländer von Valur souverän. Kürzlich gelang ihm ein Rekordtransfer: Für kolportierte 25 Millionen Franken wechselte der Ghanaer Caleb Yirenkyi zu Coventry City in die englische Premier League. Schon zuvor waren dem Club Transfers in viel höherer Grössenordnung gelungen, als dies beim FCSG jeweils der Fall ist. Sein Rekordabgang Willem Geubbels (zu Paris, jetzt bei Lecce) hat dem Verein neun Millionen Euro in die Kassen gespült.

Nicht mithalten kann der FC Nordsjaelland, wenn es um das Publikum geht. Die Heimspiele verfolgen in der Regel nicht mehr als 4000 Fans im Stadion. Dem FCSG könnte also durchaus entgegenkommen, das Rückspiel vor heimischem Publikum austragen zu dürfen.

Bis dahin gilt es aber, sich eine gute Position für das Spiel vom nächsten Donnerstag zu erarbeiten – einfach wird das nicht. Die Dänen sind in Form und haben in dieser Saison erst zwei Gegentore kassiert; eines gegen GAIS und eines beim 1:1 in der Meisterschaft gegen Horsens. Dies ist gelungen, obwohl Nordsjaelland in der Regel mit einem offensiv ausgerichteten 3-4-3-System in die Spiele steigt. Die St. Galler Offensive ist also gefordert, den dänischen Abwehrriegel irgendwie zu knacken, gleichzeitig jedoch auch hinten dicht zu halten.

Die Ausgangslage vor den beiden Spielen gegen Nordsjaelland ist klar: Wer gewinnt, nimmt an der Ligaphase teil. Wer verliert, ist nicht mehr europäisch dabei. Und: Neben der sportlichen Seite geht es bei der Qualifikation für die ECL um eine gute Stange Geld. Die Startgage für die Teilnahme beträgt rund 3,2 Millionen Euro, danach winken je nach sportlichem Abscheiden weitere Beträge. Die Reise in den «Right to dream Park» ist für den FCSG also doppelt bedeutend.