Die erste Bewährungsprobe nach einer kaum übertreffbaren Saison steht mit dem Pokalturnier an – jenem Turnier, das die Gastgeber im letzten Jahr erstmals nach 44 Jahren wieder für sich entscheiden konnten.
Vor 13 Jahren stand Ladislav Hevessy am Pokalturnier hinter der Bar und mixte Cocktails. Zuvor hatte er mit dem FC Rebstein auf dem Spielfeld um Punkte gekämpft. «Gewonnen haben wir das Turnier damals nicht», sagt er lachend. Aber die gesellige Atmosphäre auf der «Birkenau» sei ihm stets in bester Erinnerung geblieben. Entsprechend schnell war diese wieder präsent, als ihn im Frühling der Anruf von Rebsteins Sportchef Werner Baumgartner erreichte, der sich nach einem neuen Trainer für die kommende Saison umschaute.
«Gut, dass ich wieder in Rebstein bin»
«Ich war überrascht vom Anruf, musste aber nicht lange überlegen», sagt Hevessy. «Ich wollte einfach nochmals zurückkommen. Es war ein Herzensentscheid», erzählt er. Es ist bereits sein drittes Engagement bei den Grün-Weissen: Als Innenverteidiger – unter anderem an der Seite von Werner Baumgartner – schaffte er in der Saison 2005/06 den Klassenerhalt in der 2. Liga. 2008 kehrte er für viereinhalb Jahre zurück, als das Team in der 3. Liga spielte. Hevessy beendete in Rebstein seine aktive Karriere und übernahm die A-Junioren. Gleich bei seinem ersten Trainerjob feierte er den Aufstieg.
Kein Wunder also, fühlte sich das erste Training vor ein paar Tagen für Hevessy wie ein Heimkommen an. Rico Köppel, Sascha Haltiner, Piratheesh Kamalanathan, Emre Kocabas, Elion Sopi und Philip Baumgartner – sie alle kennt der Cheftrainer noch aus seiner früheren Zeit auf der Birkenau. Insgesamt 23 Mann erschienen zum Trainingsauftakt. Das freute den Vorarlberger besonders: «Es ist einfach gut, dass ich wieder in Rebstein bin.»
Das Augenmerk gilt der Taktik
Bereits zum Ende der letzten Saison hat Hevessy vier Meisterschaftsspiele seiner neuen Elf live mitverfolgt. Für ihn steht fest: «Am Teamgefüge selbst müssen wir nicht arbeiten, das ist hervorragend. Unser Augenmerk wird vielmehr dem taktischen Bereich gelten.» Dort sieht er nach dem Aufstieg eine Liga höher die grössten Herausforderungen.
Pokalturniersieg, Aufstieg und die Qualifikation für die erste Hauptrunde des Schweizer Cups – wird das noch zu toppen sein? Hevessy ist sich bewusst, dass er ein schwieriges Erbe angetreten hat. Das Ziel des neuen Zweitligisten ist der Klassenerhalt. Doch noch bevor die Meisterschaft überhaupt startet, wartet ein besonderer Leckerbissen: Als einziger Rheintaler Verein hat der FC Rebstein die Qualifikation für die erste Cup-Hauptrunde geschafft und empfängt den FC Wil. «Nicht jeder hat das Vergnügen, gegen Profis zu spielen. Die Mannschaft soll diese einmalige Gelegenheit geniessen und versuchen, eine gute Leistung abzurufen», freut sich der neue Rebstein-Trainer auf das grosse Highlight der Saison.
Den Schwung aus diesem Cup-Hit will die Mannschaft anschliessend für einen erfolgreichen Meisterschaftsstart nutzen. Doch bevor es so weit ist, steht erst einmal das heimische Pokalturnier auf dem Programm.
Herzensentscheid für den Titelverteidiger: Hevessy ist zurück