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Im Stoffel 3 gestalten Jugendliche Kultur und übernehmen Verantwortung

Wie kommt die Jugend zur Kultur? Der Jugendkulturraum Stoffel 3 der Sozialen Dienste Mittelrheintal (SDM) ermöglicht grundlegende Zugänge zu Kultur auf mehreren Ebenen.

Von pd
aktualisiert vor 1 Stunde

Noch ist es ruhig an diesem Mittwochnachmittag; der Jugendtreff beginnt um 17 Uhr. Die Stimmung ist einladend, auch für jene, die keine Jugendlichen mehr sind, wie die Mitglieder des Stiftungsrats der Rheintaler Kulturstiftung. Vorbei an der Bar und dem provisorisch eingerichteten Sitzungstisch gelangt die Gruppe zur Bühne. Der Jugendkulturraum Stoffel 3 stehe für die Verbindung von Kulturschaffen und Kulturvermittlung, sagt Thomas Weber, Bereichsleiter des Jugendnetzwerks der Sozialen Dienste Mittelrheintal.

Als Jugendkulturraum ist der Stoffel mehr als ein Jugendtreff, nicht bloss vom Namen her. Das Lokal mit Bar, Küche und einer professionell ausgestatteten Bühne eignet sich für kleine Anlässe und für grössere Veranstaltungen. Der Makerspace bietet Raum und eine moderne Infrastruktur für Projektarbeiten, Workshops und Sitzungen. Der Mädchenraum wiederum schafft gezielt Rückzugsmöglichkeiten für junge Frauen und ihre Bedürfnisse.

Impulse geben und Selbstvertrauen finden

Alle Kultursparten sind vertreten, ein Schwerpunkt liegt allerdings auf der Musik. Junge Erwachsene bis etwa 25 Jahre können hier Konzerte und andere Veranstaltungen organisieren, die Bar betreiben, proben oder sich austauschen und abhängen. Von der Gestaltung eigener Flyer über die Erarbeitung eines Awareness-Konzepts bis hin zum Aufräumen und Abrechnen gehört alles dazu. Wo nötig, erhalten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen Support durch das Team des Netzwerks. Jugendarbeiter Steven Marx sagt: 

«Wir verstehen uns als Impulsgeber, wollen die Jugendlichen motivieren, ihre Wünsche selbst in die Hand zu nehmen, zu planen, zu organisieren, eigene Erfahrungen zu sammeln. Wir wollen ihnen Mut und Selbstvertrauen geben. 

Die Verbindung von klassischer Jugendarbeit und kulturellen Möglichkeiten stärkt die Synergien und damit sowohl die Vernetzung als auch die Kompetenzen in verschiedenen Bereichen. 

Der Makerspace, früher wäre es die Werkstatt gewesen, bietet Raum, Werkzeug, Technologien – alles samt Begleitung, soweit gewünscht. Siebdruck, 3D-Drucker, Bastelmaterial bis hin zu Hacken und Coden, alles kann ausprobiert und gelernt werden.

Kompetenzförderung und Strahlkraft

Besonders die Konzertreihen entfalten eine Strahlkraft weit über die Gemeindegrenzen hinaus und bis ins benachbarte Vorarlberg. Auch diese Resonanz wirkt motivierend. Zur Kulturarbeit an der Basis gehören professionelle und sichere Rahmenbedingungen, Inspiration und Sichtbarkeit für junge Zielgruppen sowie spartenübergreifende Förderung der kulturellen Vielfalt nicht nur über politische, sondern auch soziale Grenzen hinweg.

«Zu lernen, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen, gehört ebenfalls zu den Kompetenzen, auf die wir Wert legen», sagt Steven Marx.

Genauso wie Reibungspunkte zu erkennen und einen Umgang damit zu finden.

 Oft funktioniere die Bar als Brücke. Auch gemeinsam etwas auszuprobieren, zu experimentieren, kann eine gute Wirkung auf eine Gemeinschaft zeigen. Für die Stiftungspräsidentin waren die Informationen nichts Neues, schliesslich präsidiert Shaleen Mastroberardino den Vereinsvorstand der Sozialen Dienste Mittelrheintal.

Umso mehr zeigten sich die übrigen Vertreterinnen der Rheintaler Kulturstiftung überrascht von den Möglichkeiten eines Ortes, bei dem Zusammenkommen und Austausch, Proben und Auftreten, Ausprobieren und Produzieren auf kleinem Raum wie selbstverständlich Hand in Hand gehen.