Unter der Leitung des Kursstabes absolvierten 35 Offiziere und 39 Unteroffiziere in Rebstein und Marbach ein anspruchsvolles Programm. Ziel des Tages war es, das fachliche Wissen zu vertiefen und die Zusammenarbeit zwischen den benachbarten Feuerwehren weiter zu stärken. Die Gebäudeversicherung St. Gallen (GVSG) unterstützte die Ausbildung auch in diesem Jahr, indem sie zentrale Ausbildungsthemen definierte.
Der Schutz der Umwelt stand im Fokus
Die Unteroffiziere konzentrierten sich in ihren Lektionen auf das technische Handwerk und den Schutz der Umwelt. Ein zentrales Thema war der korrekte Einbau einer Bachsperre. Solche Vorrichtungen sind entscheidend, um bei Öl- oder Chemiewehr-Einsätzen eine Ausbreitung von Schadstoffen in Fliessgewässern rasch zu verhindern. Zudem wurde der Umgang mit dem Seilzugapparat trainiert: Unter erschwerten Bedingungen mussten die Teilnehmer schwere Lasten sichern und bewegen.
Ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung war zudem das Sichern bei Arbeiten auf Dächern. Diese Kenntnisse sind eine Grundvoraussetzung für sichere Einsätze in der Höhe – insbesondere bei der Brandbekämpfung, wenn beispielsweise Dächer für Entlüftungs- oder Löschmassnahmen geöffnet werden müssen.
Für die Offiziere standen Führungsaufgaben und Umweltschutz im Fokus. Ein wichtiges Thema war die Löschwasserrückhaltung. Die Kader lernten verschiedene Varianten kennen, um kontaminiertes Löschwasser gezielt aufzufangen oder abzuleiten, um Schäden an Umwelt und Infrastruktur zu vermeiden. Parallel dazu wurde das Schaffen von Dachöffnungen mittels Kettensägen trainiert, um im Ernstfall gezielte Ventilationen vornehmen zu können.
Gemeinsame Einsatzübungen
In der Lektion Teambildung standen das gemeinsame Lösen komplexer Aufgaben und das Meistern von Herausforderungen im Vordergrund. Diese Übungen förderten die effiziente Zusammenarbeit unter Zeitdruck.
Ein Höhepunkt des Kadertages waren die gemeinsamen Einsatzübungen, bei denen jeweils eine Offiziers- und eine Unteroffiziersklasse zusammenarbeiteten. Durch diese gemischten Teams konnte die Befehlskette realitätsnah getestet werden. Im Zentrum standen die Koordination verschiedener Verantwortungsbereiche sowie die klare Kommunikation zwischen der Einsatzleitung und den ausführenden Einheiten.
Kantonspolizei informierte über Brandermittlung
Ergänzt wurde das Programm durch ein Referat der Kantonspolizei St. Gallen. Ein Experte informierte die Kaderleute über das Thema Brandermittlung. Für die Feuerwehr ist es entscheidend zu wissen, wie sie bereits während der Löscharbeiten erste Spuren sichern kann und welche Beobachtungen für die spätere Klärung der Brandursache durch die Spezialisten der Polizei von Bedeutung sind.
Neben den fachlichen Aspekten spielte der soziale Austausch eine grosse Rolle. Da sich die Feuerwehren im Ernstfall oft gemeindeübergreifend unterstützen, ist das persönliche Kennen der Führungskräfte ein entscheidender Erfolgsfaktor für das Gelingen eines Einsatzes.
Intensiver Kadertag: Die Oberrheintaler Feuerwehren rüsten sich für den Ernstfall