Katharina Hensel lebt mit ihrer Familie in einem älteren, verwinkelten Haus voller Geschichte. Solche Häuser und Gegenstände mit Vergangenheit faszinieren sie. Sie schreibt, zeichnet und fotografiert gern und lässt sich davon inspirieren. Hauptberuflich arbeitet Katharina als Arztsekretärin, doch durch ihr Flair für Kreatives ist sie jetzt auch Autorin geworden.
Der entscheidende Impuls für ihr erstes eigenes Buch kam direkt aus dem Familienalltag. «Meine Tochter wollte immer, dass ich eigene Geschichten für sie erfinde», sagt Katharina. Damals war ihre Tochter ungefähr drei Jahre alt und Hexen, Drachen, Zauberer und magische Welten hatten es dem Mädchen angetan. Sie beschrieb ihrem Mami immer wieder eine Hexenfigur so lebendig, dass Katharina schliesslich begann, Bilder zu den selbsterfundenen Geschichten zu zeichnen.
Aus einzelnen Gute-Nacht-Geschichten wurde nach und nach eine ganze Welt. «Irgendwann hatte ich so viele Bilder beisammen, dass ich dachte: Jetzt schauen wir mal, was ich daraus machen kann.»
Ursprünglich sollte das Buch nur für die Tochter entstehen. Dann überlegte sie sich, das Material auch öffentlich zugänglich zu machen. Die Idee liess sie nicht mehr los. «Es war zwar ein ganzes Stück Arbeit, aber wenn man einmal anfängt, muss man es auch fertig machen», meint Katharina.
Wichtig ist, eine Botschaft zu vermitteln
Aus dem gesammelten Material sind schliesslich die ersten beiden Bände der Reihe «Geschichten aus dem Zauberwald» entstanden. Im Mittelpunkt steht die Waldhexe Linnéa, die sich mutig auf Abenteuer begibt und versucht, hinter die Geschichten anderer Figuren zu blicken, die Situation anderer zu verstehen. Gerade diese Botschaft ist Katharina sehr wichtig. Zwar sollen ihre Bücher nicht mit erhobenem Zeigefinger daherkommen, «aber ich finde es sehr gut, dass die Kinder beim Lesen zum Nachdenken angeregt werden». Und so steckt zwischen den Seiten mehr als nur Magie und Fantasie.
Im ersten Band geht es um Vorurteile und darum, Menschen nicht vorschnell in eine Schublade zu stecken. Im zweiten Band beschäftigt sich Katharina mit Themen wie Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und wie man mit Macht umgeht. Sie sagt:
Mut spielt eigentlich in beiden Geschichten eine wichtige Rolle.
Ebenso viel Zeit und Arbeit wie in die Entstehung der Handlung, floss auch in die Illustrationen. Die Bilder sind farbenfroh und voller Details. «Ich habe Insider-Sachen eingebaut», erzählt die Autorin und lacht. Wer genau hinschaut, entdeckt Gegenstände aus Katharinas eigenem Zuhause, vertraute Orte oder sogar Familienmitglieder: «Das Haus, in dem ich wohne, habe ich in die Bücher eingebaut. Und mein Grossvater musste auch noch irgendwo hinein.»
Veröffentlichung in Eigenregie
Der Weg zur Veröffentlichung war allerdings anspruchsvoller als erwartet. Katharina Hensel schickte ihre Manuskripte an verschiedene Verlage und erhielt auch durchaus positive Rückmeldungen. Für einen Vertrag zur Veröffentlichung reichte es aber leider nicht.
Statt aufzugeben, entschied sich Katharina schliesslich dafür, die Bücher in Eigenregie zu veröffentlichen. Nach ersten Erfahrungen mit Print-on-Demand-Plattformen war sie mit der Druckqualität nicht zufrieden und liess die Bücher schliesslich bei einer Druckerei produzieren. Sie übernahm damit auch die Lagerung und den Vertrieb der Kinderbücher.
«Der grosse Traum war für mich nie, eine Bestsellerautorin zu werden», sagt Katharina, «ich wollte die Geschichten einfach für meine Tochter festhalten, der Rest ist dann später dazugekommen». Dass nun auch andere Kinder ihre Geschichten lesen können, freut sie umso mehr. Und Katharinas wichtigste Kritikerin ist begeistert, Katharina sagt:
Meine Tochter findet es mega cool, das freut mich am meisten.
Am Sonntag, 19. Juli, um 15.30 Uhr, liest Katharina Hensel aus dem Buch «Linnéas Wagnis bei der Wetterhexe» im Schloss Grünenstein Balgach. Bei schönem Wetter wird am Weiher gelesen, ansonsten in der Turmstube. Das Buch ist via edition.firobet @proton.me erhältlich.
Katharina Hensel erschafft in ihren Büchern eine Welt voller Zauberer, Hexen und Fantasie