FC Staad: Die besten fünf im Visier
Die letzte Saison der Staader Erstliga-Frauen war durchzogen. Vier Runden vor Schluss lagen sie auf einem Abstiegsplatz. Mit einem starken Endspurt, dem ersten Rückrundensieg in Erlinsbach am 16. Mai und zwei folgenden Siegen konnte Konkurrent Mels auf der Ziellinie noch abgefangen werden. Trainerin Justyna Trzaskowski sagt: «Es war eine sehr emotionale Saison für alle. Unser Saisonziel haben wir überhaupt nicht erreicht, geplant war eine Top-3-Platzierung.»
Das Potenzial im Team sei riesig, es konnte aber nicht optimal ausgeschöpft werden, so die Trainerin, die auf den Spitznamen «Jussy» hört. Sie sagt weiter: «Positiv ist sicher, dass wir junge Spielerinnen entwickeln und integrieren konnten. Auch der enorme Zusammenhalt im Team stimmt mich positiv.» Dieser Zusammenhalt war ein Schlüssel zum Ligaerhalt. Jussy: «Wir haben bis zuletzt an diesen geglaubt.»
Ein Grund für die Zittersaison war die mangelnde Chancenauswertung. Dies sei ein grosses Thema, an dem man stetig gearbeitet habe, so Trzaskowski. Für die neue Saison ist das Ziel, unter die besten fünf zu kommen. Der Kern des Teams bleibt zusammen. Debora Egli, eine Ur-Staaderin, hat den Rücktritt gegeben. «Neuzuzüge können wir vier vermelden, was uns sehr freut», so Jussy. Auf den ersten drei Plätzen sieht sie Wädenswil, Luzern und Winterthur-Wiesendangen. Die Eulachstädterinnen sind am Sonntagmittag der erste Gegner der Staaderinnen.
FC Widnau: Erneut das Podest erreichen
In der Winterpause lag Widnau mit 14 Punkten auf einem Mittelfeldplatz. Es folgte eine beispiellose Steigerung: Das 1:1 gegen Triesen zu Beginn der Rückrunde war der einzige Punktverlust im Frühling. Die anderen neun Spiele gewann Widnau, holte doppelt so viele Zähler wie im Herbst und kletterte auf den dritten Platz. «Es war eine geniale, unvergessliche Rückrunde», sagt Trainer Daniele Rubelli. «Der Einsatz der Frauen im Training und in den Spielen hat mir sehr gefallen, auch wie schnell sie unsere Spielphilosophie umgesetzt und neue Anweisungen verstanden haben.» Die Fortschritte im technischen Bereich seien hervorragend. Toll sei auch, dass die Spielerinnen zu einem Team zusammengewachsen seien. Rubelli: «Alle verfolgen das gleiche Ziel: One Team, One Spirit.»
In der neuen Saison will das Team dort anknüpfen, wo es aufgehört hat. «Wir möchten uns auch im technischen und taktischen Bereich weiterentwickeln», so Rubelli. Und: «Besonders wichtig ist die Freude am Fussballspielen und der Zusammenhalt auf und neben dem Platz, egal ob als Sieger oder Verlierer. Nur gemeinsam können wir die bestmögliche Leistung abrufen.»
Das Saisonziel ist ein Rang im oberen Tabellendrittel. «Wir möchten auch den eigenen Nachwuchs fördern und gemeinsam mit allen Trainern der Mädchen- und Frauenteams die Basis für die Zukunft bilden», so Rubelli, der Uzwil, Triesen und Thusis/Cazis vorne sieht. «Und ich hoffe natürlich auch Widnau.»
FC Au-Rheineck: Aufgaben gemeinsam meistern
Zu feiern hatten die Frauen von Au-Rheineck. Der Aufstieg in die 2. Liga wurde Tatsache. In der Rückrunde gab es nur eine Niederlage: ein 0:3 beim Mitaufsteiger Toggenburg II. Weil es in den letzten neun Spielen immer Punkte gab, setzten sich die Au-Rheineckerinnen, die ihre Heimspiele abwechslungsweise in Berneck und in Rheineck austragen, auf dem zweiten Platz fest.
«Rückblickend war es eine sehr schöne, erfolgreiche Saison. Besonders gefreut hat mich, wie wir als Team zusammengewachsen sind», sagt Trainer Heiko Heidemann. Dies nicht nur im Fanionteam: «Auch die Zusammenarbeit mit dem Zwei sowie mit dem Juniorinnenbereich hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt. Das starke Kollektiv und der grosse Zusammenhalt waren aus meiner Sicht wichtige Erfolgsfaktoren für den Aufstieg.» Natürlich habe es während der Saison immer wieder Herausforderungen gegeben, diese habe man aber gemeinsam gemeistert.
Für die neue Saison bleibt der grösste Teil des Teams zusammen. «Das gibt uns eine gute Basis für die kommenden Aufgaben», sagt der Trainer. Die Zielsetzung sei klar, so Heidemann: «Wir wollen den Ligaerhalt schaffen und uns in der 2. Liga etablieren. Uns ist bewusst, dass die Herausforderung in der 2. Liga deutlich grösser wird. Aber wir freuen uns auf diese Aufgabe und werden alles daransetzen, unser Ziel zu erreichen.»
FC Rebstein: Direkt wieder aufsteigen?
Nach einer Saison in der 3. Liga musste Rebstein wieder den Gang in die 4. Liga antreten. «In der Winterpause waren wir überzeugt, dass wir den Ligaerhalt schaffen», sagt Trainer Sandro Lombardi. Die Birkenauerinnen lagen mit 14 Punkten im Mittelfeld und hatten unter anderem das Spitzenteam Surselva mit 5:2 nach Hause geschickt. «Wir konnten sehr gut mithalten.»
Dann kam die Rückrunde und damit der Anfang vom Ende, wie es Lombardi beschreibt. «Wir haben unseren Biss, unsere Spielfreude und auch fussballerische Qualität verloren.» Ganze vier Punkte, drei davon gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten Widnau II, gab es im Frühling. Ein Grund ist die Verletzungshexe, die bei den Rebsteinerinnen besonders stark wütete. Über die ganze Saison hatte das Team mit diversen Langzeitverletzungen von Stammspielerinnen zu kämpfen. Lombardi: «Wir waren meist mehr Lazarett als Fussballteam. Oft hatten wir nur 12 oder 13 Spielerinnen auf dem Matchblatt.» Irgendwann war man in der Abwärtsspirale gefangen, obwohl man sich nach Kräften versuchte zu wehren.
In der neuen Saison möchten die Rebsteinerinnen wieder vorne mitspielen. «Am liebsten wäre mir der direkte Wiederaufstieg», sagt Lombardi. Kadermässig kann er, der zusammen mit Raphael Zäch die Trainings leitet, noch nicht aus dem Vollen schöpfen. «Aber ich bin überzeugt, dass wir uns wieder aufrappeln werden.»
FC Altstätten: Gern vorne mitmischen
Eines der Teams, gegen das Rebstein spielt, heisst Altstätten und schloss die Viertligasaison auf Platz fünf ab. Trainer Dominic Marugg sagt: «In der Vorrunde mussten wir zahlreiche Verletzungen und Ausfälle verkraften. Deshalb haben wir weniger Punkte gewonnen, als wir uns erhofft haben. In der Rückrunde konnten wir uns deutlich steigern, mehrere Plätze gutmachen und die Saison positiv abschliessen.» Vor allem das Trainingslager in Freiburg war ein Erlebnis und ein voller Erfolg: Intensive Einheiten, viel Freude und ein starker Zusammenhalt prägten diese Tage.
2026/27 will der FC Altstätten an der Tabellenspitze mitspielen. «Gleichzeitig möchten wir unsere jungen Spielerinnen aus dem Nachwuchs weiter fördern und entwickeln», sagt Marugg. Zudem verstärken vier hervorragend ausgebildete Spielerinnen aus der eigenen Jugend das Team. «Die Nachwuchsarbeit trägt Früchte und stimmt mich für die Zukunft der Frauenabteilung des FCA sehr zuversichtlich», sagt Marugg. Mit Fabienne Nüssli, Mira Rohner und Lena Rohner haben drei langjährige Spielerinnen ihre Aktivkarriere beendet. Sie bleiben dem Team jedoch als Unterstützung neben dem Platz erhalten. Marugg sieht Rorschach-Goldach und auch sein Team weit vorne: «Wenn wir von grösseren Verletzungssorgen verschont bleiben und konstant auftreten, können wir uns unter den Top 3 klassieren.»
Kick-off bei den fünf Frauenteams – Staad bleibt der Krösus