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Kirchgemeinde sucht neues Personal – und verliert bereits den nächsten Mitarbeiter

Die Evangelische Kirchgemeinde Thal-Lutzenberg steht vor grossen personellen Veränderungen. Während die Suche nach neuen Pfarrpersonen schwierig verläuft, kündigt auch der erst kürzlich angestellte Jugendarbeiter seinen Abschied an. Am Zukunftscafé diskutierten rund 50 Mitglieder über die Zukunft der Kirchgemeinde.

Von pd
aktualisiert vor 2 Stunden

Die Evangelische Kirchgemeinde Thal-Lutzenberg steht vor einem Neuanfang. Wie dieser aussehen könnte, darüber machten sich am Samstag, 31. Oktober, rund 50 Mitglieder und freiwillige Mitarbeitende im Kirchgemeindehaus Buechen Gedanken. Gleichzeitig informierte die Kirchenvorsteherschaft über die laufende Personalsuche, die sich als Herausforderung erweist.

Ende April 2027 werden beide Pfarrerinnen in den Ruhestand treten. Die Kirchgemeinde sucht deshalb nach neuen Pfarrpersonen sowie Verantwortlichen für die Sozialdiakonie. Geplant ist ein Team, das die Aufgaben eigenverantwortlich und entsprechend den jeweiligen Stärken aufteilt. Die Mitarbeitenden sollen dabei für die gesamte Kirchgemeinde und nicht für einzelne Standorte zuständig sein.

Die Suche gestaltet sich allerdings schwierig. «Wir haben erwartungsgemäss nicht sehr viele Bewerbungen erhalten, weil in den Bereichen Pfarramt und Diakonie Personalmangel herrscht», erklärte Denise Scholze, Präsidentin der Personalfindungskommission. Einzelne Gespräche verliefen jedoch vielversprechend. Sie sei verhalten optimistisch, dass sich zumindest für einen Teil der Stellenprozente erste Lösungen abzeichnen.

Auch der Jugendarbeiter verlässt die Kirchgemeinde

Zusätzlich muss die Kirchgemeinde einen weiteren Abgang verkraften. Der erst im Sommer angestellte Kinder- und Jugendarbeiter Timon Huber wird seine Stelle Ende Januar 2027 bereits wieder verlassen. Er hat sich für eine andere berufliche Tätigkeit im kirchlichen Umfeld entschieden, die besser mit seinen persönlichen Vorstellungen und Werten übereinstimme. Bis zu seinem Abschied werde er einen geordneten Übergang gewährleisten.

Offen ist zudem die Zukunft des Pfarrhauses in Thal. Mit dem Auszug von Pfarrerin Barbara Köhler wird das rund 100-jährige Gebäude frei. Kirchenvorsteher Fabian Aemisegger erklärte, dass zunächst die künftigen Stellenbesetzungen abgewartet werden müssten. Gleichzeitig werde geprüft, welche Renovationsarbeiten notwendig seien und ob das Gebäude künftig anders genutzt werden könnte.

Familien und Jugendliche stärker einbinden

Neben den personellen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmenden des Zukunftscafés mit der langfristigen Ausrichtung der Kirchgemeinde. In Gruppenarbeiten diskutierten sie ihre Wünsche und Vorstellungen.

Dabei stiess die Idee eines gemeinsamen Teams für die gesamte Kirchgemeinde auf Zustimmung. Gewünscht wurden insbesondere Persönlichkeiten, die Menschen zusammenbringen und die verschiedenen Aufgabenbereiche miteinander verbinden können.

Ein zentrales Anliegen war die Betreuung von Familien, Kindern und Jugendlichen. Taufen und Konfirmationen sollen verstärkt genutzt werden, um den Kontakt zu den Mitgliedern zu pflegen und zu vertiefen. Auch die Gründung einer Jungschar wurde als Möglichkeit angesprochen.

Gottesdienste könnten sich abwechseln

Diskutiert wurde ausserdem eine Anpassung des Gottesdienstangebots. Als sinnvoll erachteten die Teilnehmenden, Gottesdienste künftig abwechselnd jeden zweiten Sonntag in Buechen und Thal durchzuführen. Ergänzend wurde ein Fahrdienst angeregt.

Beim frei werdenden Pfarrhaus in Thal sprach sich eine Mehrheit der Diskussionsteilnehmenden tendenziell dafür aus, das Gebäude zu behalten. Auch beide Kirchen sollen weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Die beiden Kirchgemeindehäuser könnten verstärkt als Begegnungsorte für eigene Veranstaltungen und Anlässe Dritter genutzt werden.

Ein weiteres Thema war die Freiwilligenarbeit. Die Teilnehmenden stellten fest, dass sich Menschen eher für ein Engagement gewinnen lassen, wenn die Aufgaben überschaubar bleiben. Dieser Entwicklung müsse die Kirchgemeinde künftig Rechnung tragen.

Trotz der personellen Unsicherheiten zeigte das Zukunftscafé, dass die Mitglieder bereit sind, sich aktiv an der weiteren Entwicklung ihrer Kirchgemeinde zu beteiligen.