Das Projekt war in vielerlei Hinsicht aussergewöhnlich. Zusammengefunden hatten sich Lea Schefer, zwei Trainerinnen, die seit über zehn bzw. sechs Jahren nicht mehr aktiv an Wettkämpfen starteten, sowie drei weitere motivierte Gymnastinnen. Die Übung hat ihnen eine ehemalige Trainerin der Schweizer Juniorinnen-Europameisterschaftsgruppe zusammengestellt. Trainiert hat die Gruppe jedoch grundsätzlich ohne Trainerin – und damit ohne regelmässige Aussenansicht, direkte Korrekturen, zusätzliche Motivation oder den Druck, der im Spitzensport oft entscheidend sein kann.
Umso bemerkenswerter war die Leistung an den Schweizer Meisterschaften. In zwei Durchgängen, die zusammengezählt wurden, zeigte die RG Ems eine konstante Darbietung. Ganz fehlerfrei blieb der Auftritt nicht und für eine noch bessere Klassierung fehlte die letzte Präzision. Mit dem nötigen Quäntchen Glück reichte es dennoch zur Bronzemedaille. Entsprechend gross war die Freude im Team.
Schweizer Meisterinnen wurden die RG Zürichsee vor der RG Thun und Ems. Für Lea Schefer bedeutete das Projekt nicht nur sportliche Leidenschaft, sondern auch viel organisatorischen Aufwand. Mindestens zweimal pro Woche reiste sie nach der Schule mit dem öffentlichen Verkehr vom Sportgymnasium Dornbirn nach Domat/Ems, um mit der Gruppe zu trainieren. Ihr Einsatz zeugte von viel Herzblut und grosser Freude am Sport.
Besonders schön war der Erfolg auch, weil Schefer ihr persönliches Comeback nach einem Sehnenausriss am Finger im März dieses Jahres zunächst aufgeben musste. Dass sie das Projekt mit der Gruppe weiterführen und in Zürich einen solchen Erfolg feiern durfte, macht die Bronzemedaille noch wertvoller. Ob die Gruppe das Projekt nächste Saison weiterführt, ist noch offen. Wegen schulischer und beruflicher Aus- und Weiterbildungen werden die Gymnastinnen gemeinsam entscheiden, ob sich der grosse Aufwand auch künftig mit ihren persönlichen Verpflichtungen vereinbaren lässt.
Lea Schefer gewinnt mit dem Emser Team SM-Bronze