Am letzten Wochenende fand in Zürich die Schweizer Meisterschaft der Rhythmischen Gymnastik statt. Im nationalen Spitzenfeld vertrat Leni Leufen als einzige Einzelgymnastin aus dem Rheintal die Region. Die 18-jährige Berneckerin startete in der höchsten Kategorie, den Seniorinnen P6A, und stellte sich der Konkurrenz der besten Gymnastinnen des Landes.
Leufen, die im Stützpunkt RG Südostschweiz trainiert und dem Schweizer Nationalkader angehört, präsentierte in Zürich ihr gesamtes Wettkampfprogramm mit den Handgeräten Ball, Band, Reif und Keulen. Den Wettkampf eröffnete sie am Samstagnachmittag mit der Ballübung zur Musik «Somewhere over the Rainbow». Leufen zeigte eine verlustfreie und ausdrucksstarke Darbietung mit anspruchsvoller Handgerätetechnik und überzeugte sowohl technisch als auch artistisch. Die Kampfrichter honorierten die Leistung mit 20,40 Punkten. Es folgte die Übung mit dem Band. In diese schlichen sich einige Unsicherheiten ein, die sich in der Bewertung niederschlugen. Mit 19,70 Punkten blieb die Gymnastin unter ihren Möglichkeiten, sie hielt sich aber weiter im Kampf um eine gute Platzierung.
Mit dem Reif fand Leufen zu gewohnter Stärke zurück. Die Schülerin des Sportgymnasiums Dornbirn zeigte eine elegante, ausdrucksstarke Übung mit schwierigen Körperelementen und sauber ausgeführten technischen Passagen. Dafür erhielt sie 20,65 Punkte. Den Abschluss des langen Wettkampftages bildete dann die Keulenübung – es war die letzte Darbietung des Tages. Hier zeigte die 18-Jährige nochmals ihr grosses Potenzial. Mit einer starken Übung voller anspruchsvoller geräte- und körpertechnischer Elemente überzeugte sie die Wertungsrichter und holte mit 23,25 Punkten ihre höchste Tageswertung.
Im Gesamtklassement platzierte sich Leni Leufen auf dem sehr guten zehnten Rang und sicherte sich so einen Platz in den Top Ten der Schweizer Elite. Dieses Ergebnis ist hoch einzuschätzen, weil die Berneckerin wegen gesundheitlicher Probleme in den letzten Monaten zeitweise nur rund ein Drittel ihres üblichen Trainingspensums absolvieren konnte. Dass Leufen unter diesen Voraussetzungen mit der Spitze mithalten konnte, unterstreicht ihr Potenzial und ihren Kampfgeist eindrücklich.
Eine lange Pause bleibt Leufen nicht: Am Wochenende steht mit dem Internationalen Zuger Cup der letzte Wettkampf der Saison an. Für den Stützpunkt RG Südostschweiz gehen dort sowohl Leni Leufen als auch Amy Hauser an den Start. Ende Juni beginnt dann die verdiente Sommerpause. Ende Juli wird das Training in Landquart wieder aufgenommen, ehe für Leni Leufen Anfang August ein Trainingslager folgt. Sie absolviert ein einwöchiges Kadertraining in Magglingen, womit sie die Vorbereitung auf die nächste Saison einläutet.
Leni Leufen an der Schweizer Meisterschaft in den Top Ten