Rebstein vor 2 Stunden

Leitsätze gegen das Wildparkieren bei beliebten Ausflugszielen

Der Verein Agglomeration Rheintal (VAR) setzt verstärkt auf nachhaltige Mobilität sowie eine koordinierte Verkehrsplanung über Gemeinde- und Landesgrenzen hinweg.

Von pd
aktualisiert vor 1 Stunde

An der Vereinsversammlung in Rebstein verabschiedeten die Mitgliedsgemeinden des Vereins Agglomeration Rheintal eine erste länderübergreifende Vereinbarung zum Parkraummanagement an Naherholungs- und Freizeitzielen im Rheintal. Zudem konnte die Finanzierung der geplanten Fuss- und Velobrücke zwischen Au und Lustenau gesichert werden, wie der VAR mitteilt. 

Den Wildparkierern Herr werden

Im Zentrum der Versammlung stand die neue «Charta Parkraummanagement Naherholung und Freizeit». Sie reagiert auf den zunehmenden Parkierungsdruck an beliebten Ausflugs- und Naherholungsorten im Rheintal. Immer häufiger würden Fahrzeuge ausserhalb offizieller Flächen abgestellt, was Gemeinden, Quartiere und Naturräume belaste. 

Die Charta umfasst acht Leitsätze. Diese reichen von einer besseren regionalen Abstimmung über die Steuerung von Angebot und Nachfrage bis hin zur Förderung des öffentlichen Verkehrs sowie des Fuss- und Veloverkehrs zu Naherholungsgebieten. Die Mitgliedsgemeinden verpflichten sich, diese Grundsätze künftig in ihre Planungen einzubeziehen.

Dem Projekt ging eine umfassende Bestandsaufnahme voraus. Im gesamten Rheintal wurden mehr als 190 Parkplätze an Freizeit- und Naherholungsstandorten erfasst und kategorisiert. Daraus entstand eine Parkplatzdatenbank, die den Gemeinden zusammen mit konkreten Massnahmen als Grundlage dienen soll. VAR-Präsident Ruedi Mattle bezeichnete die Charta als wichtigen politischen Schritt: 

Parkraummanagement ist kein technisches Thema, es ist ein politisches. Es geht darum, wie wir den Freizeitverkehr im Rheintal gemeinsam und fair steuern.

Dass sich eine grosse Mehrheit der Gemeinden hinter das Vorhaben stelle, sei «ein starkes Signal». Das Parkraummanagement soll laut VAR dazu beitragen, den Umstieg auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel attraktiver zu machen. Es ergänze damit laufende Investitionen in Veloinfrastrukturen und den öffentlichen Verkehr. 

Über die Grenzen hinaus denken

Positive Nachrichten gab es auch beim grenzüberschreitenden Veloverkehr. Patrick Wiedl, Bürgermeister von Lustenau und Mitglied des VAR-Vorstands, machte darauf aufmerksam, dass die Vorarlberger Landesregierung Ende März einen Beitrag von 1,6 Millionen Euro für die Fuss- und Velobrücke Au–Lustenau bewilligt hat. Damit sei die Finanzierung des Projekts vollständig gesichert. Die Brücke gilt als eines der wichtigsten Vorhaben des Agglomerationsprogramms der 4. Generation. Der Baustart ist für September 2027 vorgesehen. Bereits heute queren laut VAR täglich knapp 2000 Velofahrende die Grenze zwischen Au und Lustenau. Die neue Verbindung soll den grenzüberschreitenden Veloverkehr sicherer und attraktiver machen. 

Weitere Verbesserungen auf den Weg gebracht

Auch bei den Agglomerationsprogrammen selbst kommt die Region voran. Das Programm der 5. Generation wurde im Sommer 2025 fristgerecht beim Bundesamt für Raumentwicklung eingereicht. Das Prüfergebnis wird 2027 erwartet. Parallel dazu liefen die Projekte des Agglomerationsprogramms der 4. Generation weiter. Im vergangenen Jahr wurden zehn Finanzierungsvereinbarungen abgeschlossen. Dadurch konnten Bundesgelder in Höhe von rund 2,11 Millionen Franken gesichert werden. Insgesamt stehen für das Programm Bundesmittel von 23,6 Millionen Franken in Aussicht.

Mit der Initiative «Velotal Rheintal» fördert der VAR zudem die Velokultur in der Region. Mehr als 30 Fachpersonen nahmen an einer Exkursion nach Winterthur teil, um sich über dortige Veloinfrastrukturen zu informieren. Zudem wurden neue Gestaltungsmöglichkeiten für Velorouten auf innerörtlichen Nebenstrassen getestet. 

Bereits richtet der Verein den Blick auf die nächste Entwicklungsphase. Gemeinsam mit der Agglomeration Werdenberg-Liechtenstein arbeitet der VAR an einem Zukunftsbild für das Agglomerationsprogramm der 6. Generation. Ein erstes Forum fand Ende 2025 in Götzis statt. Die gemeinsame Verabschiedung des Zukunftsbildes ist für den 27. Mai in Buchs geplant. Ruedi Mattle sieht darin einen weiteren Schritt zu einer enger abgestimmten Regionalentwicklung: «Mit dem gemeinsamen Zukunftsbild denken wir das Rheintal erstmals zusammen mit der Agglomeration Werdenberg-Liechtenstein weiter.»