Im Rahmen der planmässigen Gesundheitsvorsorge wurden die drei jungen Löwinnen letzte Woche zum zweiten Mal tierärztlich untersucht. Dabei erhielten sie ihre zweite Impfung gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche sowie zusätzlich eine Impfung gegen Tollwut. Ergänzend wurde eine Entwurmung durchgeführt. Auch die implantierten Transponder wurden kontrolliert und sind weiterhin einwandfrei lesbar. Die Gewichtskontrolle zeigte eine durchweg positive Entwicklung: Alle drei Jungtiere haben gut zugenommen und befinden sich in einem sehr guten Allgemeinzustand.
Seit der letzten Untersuchung haben sich die Jungtiere deutlich weiterentwickelt und sind nicht mehr so einfach zu handhaben – mit spürbar mehr Kraft sowie zunehmend ausgeprägten Zähnen und Krallen, die bereits gezielt zur Verteidigung eingesetzt werden. Die Untersuchung wurde bewusst kurz gehalten, um den Stress für die Tiere möglichst gering zu halten und sie rasch wieder zur Mutter zurückführen zu können.
Positive Entwicklung im Rudel
Die ersten Lebenswochen der drei Löwinnen verliefen ruhig und weitgehend störungsfrei. Jumina kümmerte sich von Beginn an aufmerksam um ihren Nachwuchs, während die zweite Löwin unterstützend im Hintergrund agierte. Der Kater blieb Teil der Gruppe und zeigte anfänglich vorsichtiges, teils noch unbeholfenes Interesse, entwickelte jedoch rasch ein ruhiges und angepasstes Verhalten. Als der Kater eines Tages allein in der Wurfbox bei den Jungtieren angetroffen wurde, stellte dies aus Sicht der Weibchen offensichtlich eine klare Grenzverletzung dar.
Nach einer heftigen Auseinandersetzung wurde das Männchen daraufhin zehn Tage lang nicht mehr in die Nähe der Jungtiere gelassen. Die beiden Weibchen bewachten den Zugang im Schichtwechsel. Danach stabilisierte sich das Sozialgefüge wieder. Die Jungtiere erweiterten Schritt für Schritt ihren Bewegungsradius, erkundeten zunächst die Innenanlage und wagten schliesslich erste Ausflüge ins Freie.
Inzwischen bewegen sie sich in der gesamten Innen- und Aussenanlage, spielen intensiv miteinander und beginnen, neben der Muttermilch auch feste Nahrung aufzunehmen. Insgesamt zeigt sich die Löwengruppe derzeit sehr ausgeglichen. Die Jungtiere wachsen in einem stabilen sozialen Umfeld auf – eine wichtige Grundlage für ihre Entwicklung und ein bedeutender Beitrag zur erfolgreichen Haltung und Zucht der Grosskatzen.
Artenschutz im Walter Zoo
Bei den Löwen handelt es sich um Nördliche Löwen, eine stark bedrohte Unterart. In der Natur existieren maximal noch 2500 Tiere in kleinen Unterpopulationen. Aus dem Grossteil seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes ist er verschwunden. Keine afrikanische Unterpopulation zählt mehr als 250 Tiere. Die erfolgreiche Aufzucht ist daher von besonderer Bedeutung für die internationale Erhaltungszucht, die darauf abzielt, den Fortbestand dieser seltenen Tiere langfristig zu sichern.
Löwin Jumina zieht ihre drei Jungtiere erfolgreich im Rudel auf