Orientierungslauf vor 4 Stunden

Monika Ammann ist im Sprint-OL fast nicht zu bremsen

Für Monika Ammann gab es am Wochenende in Lausanne ein Déjà-vu: Nach 2023 und 2025 belegte sie an der Schweizer Meisterschaft in der Sprint-Staffel und im Sprint-Einzellauf zum dritten Mal in beiden Disziplinen den ersten Rang.

Von ma
aktualisiert vor 4 Stunden

Sie bestätigt damit ihre Stärke im Sprint-OL erneut auf eindrückliche Art, war sie doch zu beiden Wettkämpfen als Titelverteidigerin angetreten.

Die Meisterschaft begann am Samstag in Lausanne-Ouchy mit der Sprint-Staffel. Das Viererteam der OL-Gruppe St.Gallen/Appenzell bestand einmal mehr aus den Ehepaaren Monika und Mario Ammann sowie Jürg und Isabelle Hellmüller aus Speicher. In dieser Reihenfolge absolvierte das Quartett die Teilstrecken. In der Staffel wird innerhalb der Kategorien zeitgleich gestartet. Monika Ammann übernahm auf den ersten Metern das Kommando. Unterschiedliche Posten hindern daran, jemandem blindlings und ohne eigenes Kartenlesen nachzulaufen. Das führt auf den einzelnen Strecken zu kleinen Abweichungen, die jedoch am Ende ausgeglichen sind und für alle die identische Gesamtdistanz ergeben.

Ammann lief eine souveräne Startstrecke und schickte Ehemann Mario mit 50 Sekunden Vorsprung auf die zweite Strecke. Dieser löste die Aufgabe nicht minder gut und erhöhte den Vorsprung um weitere elf Sekunden. Auf der dritten Strecke unterlief im Schlussteil dem an zweiter Stelle liegenden Läufer ein zeitraubender Fehler, sodass die führende Staffel Ammann/Hellmüller die Leaderposition mit über einer Minute halten konnte. Auf der Schlussstrecke wurde es auf den letzten Metern spannend. Der Vorsprung schmolz auf 14 Sekunden, was aber reichte. Für Monika und Mario Ammann ist es schon der vierte Sieg in dieser Disziplin. Sie waren bereits im Jahr 2022 mit einem anderen Ehepaar aus dem Kanton Zürich erfolgreich.

Titel fünf für Monika, Rang sechs für Mario Ammann

Der Sprint-Einzellauf fand in der Lausanner Innenstadt rund um die Kathedrale statt. Für Monika und Mario Ammann bildete diese Meisterschaft den ersten Höhepunkt der Saison. Nach Rang zwei für Monika und dem Sieg für Mario Ende April am nationalen OL in Ascona hatten beide Aussichten auf eine gute Rangierung in Lausanne. Monika Ammann setzte ihr Potenzial perfekt um. «Es war nicht alles optimal. Bei zwei von 13 Posten habe ich ungeschickt agiert», sagte sie. Aber das sei eben doch besser gewesen als die Leistungen der Konkurrentinnen. «Ich freue mich sehr über den Start-Ziel-Sieg», sagte die Heerbrügglerin nach ihrem fünften Meisterschaftserfolg im Sprint-OL.

Mario Ammann konnte hingegen nicht triumphieren. Nach einem sehr guten Start und der schnellsten Zeit bei Posten sieben – wenn auch mit geringem Vorsprung – machte er einen zeitraubenden Fehler und verlor zehn Ränge. «Ich war im entscheidenden Moment unaufmerksam, lief in die falsche Richtung und brachte plötzlich nichts mehr auf die Reihe. Ärgerlich!», sagte er im Ziel. Dass er sich noch um vier Ränge verbesserte, sei ein schwacher Trost. Aber solche Patzer machen den OL-Sport spannend und seien eine grosse Motivation, die Aufgabe beim nächsten Mal besser zu lösen. Die Chance dazu bietet sich über Pfingsten an den Deutschen Meisterschaften am Nordrand des Harzgebirges.