Promotion • 10.10.2026

Nvidia treibt die US-Börsen auf Rekordhöhen und lässt Europa hinter sich

An den Finanzmärkten zeigen sich deutliche Gegensätze: Während steigende Anleiherenditen in Europa Ängste vor einer neuen Finanzkrise schüren, erreichen die US-Börsen dank Nvidia neue Rekordstände. Der KI-Boom zieht weitere Milliardeninvestitionen an, doch das Rennen um das Kapital wird härter.

Von pd
aktualisiert am 10.10.2026

Französische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren kletterten diese Woche beinahe über die Marke von 5 %. So hoch waren sie zuletzt im Jahr 2002. Weil höhere Zinsen den defizitären Staatshaushalt (vergleiche Chart der Woche) mit zusätzlichen Kosten belasten, schürte dies Befürchtungen vor einer erneuten europäischen Finanzkrise.

Im Sog dieser Bewegung erhöhten sich auch die entsprechenden italienischen Renditen auf 4,7 %. Damit ist die Risikoprämie für beide Länder deutlich angestiegen, denn der deutsche Staat muss für seine Schulden «nur» 3,5 % bezahlen.

Schweizer Börse tritt auf der Stelle

In einem nachrichtenarmen Umfeld tendierte der Swiss Market Index (SMI) im Wochenverlauf weitgehend seitwärts. Der Luftfahrtzulieferer Montana Aerospace hat seine Wachstumsstrategie bekräftigt und die Ziele für das laufende und das kommende Jahr bestätigt. Der Aktienkurs hat darauf allerdings nicht reagiert. Seit Anfang Jahr haben die Valoren rund einen Fünftel ihres Wertes eingebüsst.

In den USA scheint die Welt der Anlegerinnen und Anleger in Ordnung. Der breite S&P 500 sowie der technologielastige Nasdaq kletterten zu Wochenbeginn erneut auf Rekordstände, bevor sie in der zweiten Wochenhälfte etwas konsolidierten. Getrieben werden die Börsenindizes unter anderem von Nvidia. Dank einer Aktienperformance von fast 30 % seit Anfang Jahr manifestiert der Halbleiterhersteller seine Stellung als wertvollstes Unternehmen der Welt.

Mittlerweile beträgt die Marktkapitalisierung 5,7 Billionen US-Dollar. Das bedeutet allerdings auch, dass das Börsengeschehen massgeblich vom Aktienkurs von Nvidia abhängt. Dass es im Technologiesektor aber weiterhin rund läuft, zeigte der koreanische Elektronikkonzern Samsung, der seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal verneunfachte. Der taiwanesische Halbleiterauftragsfertiger TSMC steigerte seinen Umsatz in den vergangenen drei Monaten gegenüber dem Vorjahr um 50 % und übertraf die eigenen Prognosen.

SpaceX sucht Milliarden für den KI-Boom

Das Weltraumunternehmen SpaceX will beim Halbleiterkonzern Nvidia für 40 Milliarden US-Dollar Halbleiterprodukte kaufen. Damit soll die KI-Infrastruktur ausgebaut werden. Während 10 Milliarden über einen Bankkredit finanziert werden, will SpaceX die restlichen 30 Milliarden über Anleihen am Kapitalmarkt besorgen.

Eine Herausforderung könnte sein, dass derzeit viele Unternehmen mit ähnlichen Bedürfnissen an den Markt gelangen. Das Rennen ums Geld der Anlegerinnen und Anleger ist also in vollem Gang. Wie gross die Bereitschaft der Investoren ist, diese KI-Projekte zu finanzieren, wird sich zeigen. 

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