Die Republikaner kassierten bei den US-Zwischenwahlen (Midterms) eine historische Niederlage. Im Repräsentantenhaus wie im Senat haben die Demokraten die Mehrheit erlangt. Damit droht Washington bis zu den Präsidentschaftswahlen 2028 ein politischer Stillstand.
Weitere Steuersenkungen dürften kaum mehrheitsfähig sein. Umgekehrt wird die blaue Partei versuchen, Trumps Kürzungen bei den Staatsausgaben (u. a. Gesundheitswesen) rückgängig zu machen. Das Budgetdefizit dürfte somit hoch bleiben, während die Schuldenobergrenze voraussichtlich im Sommer 2027 erneut erreicht wird. Es droht ein weiterer «Government Shutdown». Aussenpolitisch dürfte sich hingegen wenig ändern.
SMI knackt Rekordmarke
An den Aktienmärkten kam das Ergebnis der Midterms gut an. Der Swiss Market Index (SMI) hat nach einem harzigen Wochenstart erstmals die Schwelle von 15 000 Punkten überschritten. Unternehmensseitig läuft die Berichtssaison derweil auf Hochtouren. Der Rückversicherer Swiss Re hat in den ersten neun Monaten des Jahres seinen Gewinn um 3 % gesteigert und damit die Analystenprognosen geschlagen. Besonders gut lief das Geschäft mit Leben-Rückversicherungen. Für das Gesamtjahr hält das Unternehmen an seinen Finanzzielen fest.
Swisscom überzeugte nicht mit seinem Ergebnis. Die Telekomsparte stand bisher im Jahresverlauf unter Druck, was den Umsatz um 2,1 % auf 10,9 Milliarden Franken drückte. Durchwachsen fiel das Fazit bei Barry Callebaut aus. Im abgelaufenen Geschäftsjahr gingen Umsatz und Gewinn des weltgrössten Schokoladenherstellers zurück. Beim Absatz zeigte sich immerhin eine Erholung. Vor diesem Hintergrund soll die Dividende bei 29 Franken je Aktie bleiben.
Steigende Inflation erhöht den Druck auf die SNB
Die Konsumentenpreise in der Schweiz haben sich im Oktober gegenüber dem Vorjahr stärker als erwartet, um 1,5 %, verteuert. Im Vormonat lag die Rate bei 1 %. Trotz des höchsten Standes seit Dezember 2023 fällt die Inflation weiter deutlich tiefer aus als in der Eurozone, wo sie von 3,8 % auf 4 % gestiegen ist. Hauptgrund ist die geringere Energieintensität der hiesigen Wirtschaft. Trotzdem zeigt der Trend klar nach oben und daran dürfte sich vorerst wenig ändern.
Zwar notierte der Fasspreis für Rohöl der Marke Brent diese Woche zeitweise so tief wie zuletzt Anfang September. Sein Durchschnittswert für das zweite Halbjahr 2026 bewegt sich aber signifikant über jenem des Vorjahres. Angesichts dessen stehen auch bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) die Zeichen auf eine geldpolitische Straffung. Auf Zwölf-Monats-Sicht prognostizieren wir zwei Leitzinserhöhungen im Umfang von insgesamt 50 Basispunkten, also gleich viel wie für die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-Notenbank Fed.
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US-Midterms beflügeln die Börsen: Der SMI knackt erstmals 15 000 Punkte