Für zusätzliche Verunsicherung sorgten die hohen Bewertungen der Technologieaktien. Viele Marktteilnehmer hinterfragen angesichts der Investitionen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz (KI) und der steigenden Kreditkosten die Tragfähigkeit der Geschäftsmodelle. Die Berichtssaison sowie vage Hoffnungen auf eine Friedenslösung im Irankrieg drückten diese Belastungsfaktoren zeitweise aber in den Hintergrund.
Der Schweizer Aktienmarkt schwang wie schon in der Vorwoche obenaus. Er profitierte von seinem defensiven Charakter und den erfreulichen Geschäftszahlen vieler heimischer Firmen.
Die Analystenerwartungen geschlagen haben die beiden Indexschwergewichte Nestlé und Roche. Der weltgrösste Nahrungsmittelhersteller konnte im dritten Quartal seine Absatzmengen deutlich steigern und organisch um 4% wachsen. Für Schwung sorgten auch das Geschäft mit Tierfutter und Wasser sowie die gute Entwicklung bei Nahrungsmitteln. Der Pharmakonzern profitierte seinerseits insbesondere von dem zuletzt schwächeren Schweizer Franken.
Der Ausbau von Rechenzentren zur Nutzung von KI bescherte ABB ein Auftragseingangsplus von 40%. Beim operativen Gewinn auf Stufe EBITA und der Profitabilität legte der Industriekonzern ebenfalls zu. Infolgedessen hat er seine Finanzziele für das Gesamtjahr leicht nach oben revidiert. An der Börse lösten die Zahlen keine Begeisterungsstürme aus. Mit einem Plus von gut 20% zählen die Aktien aber nach wie vor zu den stärksten Titeln im Swiss Market Index (SMI).
Auch beim Halbleiterzulieferer Comet, dem Verbindungsspezialisten Huber + Suhner und dem Logistiker Kühne + Nagel sorgte der KI-Boom für gut gefüllte Auftragsbücher. Alle drei Unternehmen konnten ihren Umsatz steigern.
Die Facebook-Mutter Meta steigerte ihre Erlöse im dritten Quartal um ein Viertel auf 64.6 Milliarden US-Dollar. Zugleich hat das Unternehmen seine Investitionsprognose für 2026 auf 135 bis 145 Milliarden US-Dollar angehoben. Die Finanzierung des KI-Infrastrukturausbaus soll über die Ausgabe neuer stimmrechtsloser Aktien erfolgen. Die Erwartungen ebenfalls übertroffen hat IBM. Nachholeffekte beim Auftragseingang bescherten dem Technologiekonzern ein Umsatz- und Gewinnwachstum von 4.7% respektive 11%. Der Elektroautobauer Tesla schloss derweil das Quartal mit einem Gewinneinbruch von 43% ab.
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Nestlé, Roche und ABB überzeugen trotz Unsicherheit an den Finanzmärkten