Die Rheintaler lagen nach zwei Abschnitten mit 1:2 im Rückstand, sicherten sich mit drei Toren im Schlussdrittel und einem starken Endspurt aber noch den Sieg. Die Gründe dafür lagen vor allem in einer sehr guten Ausbeute der Powerplays, einer sattelfesten Defensive sowie einem fangsicheren Goalie Ramon Metzler. Dank des 4:2-Sieges klettern die Stüssi-Boys in der Rangliste wieder auf den vierten Platz – und freuen sich nun auf das Heimspiel vom Samstag gegen Leader Argovia.
Ungleich lange Spiesse in den Aufstellungen
Eigentlich standen die Rheintaler im Prättigau von Anfang an auf verlorenem Posten. Nach den Verletzungen von Florin Stutz und Sandro Bartholet verfügten sie nur noch über 13 einsatzfähige Akteure. Weil aber Leo Waidacher und Sandro Ritzmann noch ein angeschriebenes Trikot in der SCR-Garderobe haben, sprangen sie mit B-Lizenz bereitwillig ein. Die Bündner hingegen wollten mit 20 Steinböcken ihre ersten Heimpunkte in dieser Saison holen.
Rasch entwickelte sich ein temporeicher Austausch mit Chancen auf beiden Seiten. Das erste Tor gelang dem SCR, als Yanik Lichtensteiger in der fünften Minute in Überzahl das 1:0 erzielte. Um den Ausgleich war dann auch bei den Hausherren ein «Joker» besorgt: Ivo Knuchel, jetzt beim EHC Lenzerheide-Valbella, schloss einen klassischen Konter erfolgreich ab.
Die Gäste überstanden in der Folge eine Unterzahl schadlos, kurz nach Beginn des zweiten Drittels klingelte es aber erneut. Etwas entgegen dem Spielverlauf ging Prättigau-Herrschaft in der 23. Minute in Führung. Und die Bündner hätten diese ausbauen können: 90 Sekunden lang agierten sie in doppelter Überzahl, ein Tor gelang ihnen aber nicht. Die Rheintaler wehrten sich erfolgreich und überstanden die heikle Phase unbeschadet. Dennoch führten die Prättigauer nach 40 Minuten etwas schmeichelhaft mit 2:1.
Sehr späte Entscheidung zugunsten der Rheintaler
Im Schlussdrittel versuchten die Bündner bald, ihren knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Doch dieses Unterfangen war zum Scheitern verurteilt, denn auch das zweite Powerplay der Luchse war von Erfolg gekrönt. Moritz Kellenberger verwertete in der 46. Minute einen Pass von Yanick Bodemann zum 2:2 – alles war wieder offen. Das kräfteraubende Spiel wogte hin und her, doch die beiden Torhüter hielten vorerst dicht.
Dann nahmen sich die Einheimischen mit einer Strafe in den Schlussminuten selbst aus dem Spiel. Erneut traf Kellenberger auf Assist von Bodemann und die Gäste führten 3:2. Es folgte das bekannte Prozedere: Prättigau nahm das Time-out und den Goalie vom Feld. Dieser Versuch in die Hosen, Leo Waidacher machte die Sache mit dem 4:2 in das leere Netz klar und liess die Gästefans jubeln. Gut ein Drittel der nur 107 Fans – darunter das angereiste Lazarett – drückte dem SCR die Daumen, war begeistert und freute sich diebisch über den Sieg. Weiter geht’s am Samstag gegen Leader Argovia.
1. Liga Ost
Prättigau-H. – Rheintal 2:4 (1:1, 1:0, 0:3)
Eishalle Grüsch – 107 Zuschauer – SR: Baumann; Fleischmann, Delgrosso.
Tore: 5. Lichtensteiger (Waidacher, Stoop) 0:1, 13. Knuchel (Bucher, Neurauter) 1:1, 23. Vojakov (Bucher) 2:1, 46. Kellenberger (Bodemann, Pilgram) 2:2, 58. Kellenberger (Bodemann, Pilgram) 2:3, 59. Waidacher (Stoop) 2:4.
Strafen: Prättigau-H. 6x2, Rheintal 8x2 Minuten.
Rheintal: Metzler (Friedl); Lichtensteiger, Binder, Ritzmann, Waidacher, Stoop; Wiederkehr, Wiedner, Monnat, Good, Bernard; Pilgram, Thurnherr, Kellenberger, Bodemann, Moosmann.
Rangliste: 1. Argovia 6/14, 2. Küssnacht 7/14, 3. Wallisellen 4/12, 4. Rheintal 6/10, 5. Burgdorf 5/9, 6. Bellinzona 6/9, 7. Wil 4/7, 8. Dielsdorf-N. 4/5, 9. Herisau 6/5, 10. Prättigau-H. 6/2, 11. Reinach 4/0.
SC Rheintal gewinnt in Grüsch 4:2 und ist wieder auf Kurs