Man kann sie an einer Hand abzählen, die fünf bedeutenden Motorsport-GP-Veranstaltungen in der Schweiz. Zu ihnen gehört der GP Mutschellen. Unter dem Slogan «Motorsport-Geschichte live erleben» freuten sich die Fahrerinnen und Fahrer sowie die fast 10'000 Zuschauerinnen und Zuschauer bei frühsommerlichem Wetter und angenehmen Temperaturen auf 100 Jahre Motorsportgeschichte. Unter den 300 historischen Rennfahrzeugen befanden sich auch vier Formel-Wagen aus dem Rheintal mit ihren Piloten.
Erwin Steingruber, als «Mister Bergsprint» der Übervater des Bergsprints Walzenhausen, fuhr am Aargauer Berg seinen Formel-2-March-BMW. Dieser gehörte einst dem Vorarlberger Bergkönig und Rennwagenkonstrukteur Walter Pedrazza. Bei einem internationalen Bergrennen in Frankreich bemerkte Pedrazza, dass der Formel-2 des damaligen Bergkönigs Marcel Tarres um einiges kürzer ist als sein Modell. Er fotografierte das Auto und vermass den Radstand. Zu Hause verkürzte er dann den March zu einem PRC Pedrazza Racing Car. Danach gewann er als erster nicht-deutscher Fahrer 1983 und 1986 zweimal die Deutsche Bergmeisterschaft. Heute ist dieser Formel-2-March-PRC der einzige kurze Formel-2-Wagen.
Walter Tanner aus Heerbrugg fuhr seinen Dallara-FIAT-Formel-3 über die 1,6 Kilometer lange Strecke. Gianpaolo Dallara ist einer der weltweit erfolgreichsten Formel-Chassis-Konstrukteure. Seine Konstruktionen sind besonders in Amerika sehr erfolgreich. Dallara feiert aber auch in der Formel 1, der Formel 3 und der Formel 4 grosse Erfolge. Fritz Sturzenegger aus Thal fuhr im Freiamt in seinem FEE, einem Fritz-Eberle-Eigenbau-Super V. Mit diesem hatte Erwin Steingruber in der goldenen Ära des hiesigen Rennsports die Schweizer Meisterschaft der Formel Super V gewonnen.
Der Diepoldsauer Josef Wüst zeigte im Aargau seinen schönen Formel-3 Brabham BT 16 aus den Sechzigerjahren. Der dreifache Formel-1-Weltmeister Jack Brabham (1959, 1960 und 1966) war der erste Pilot überhaupt, der einen solchen Weltmeistertitel verteidigen konnte. Er forcierte bei Cooper in England die Idee des Mittelmotors in der Formel 1. Nach dem Brabham-Prinzip werden noch heute Formel-1-Wagen gebaut. Brabham ist bis heute der Einzige, der in seiner eigenen Konstruktion die F1-Weltmeisterschaft gewonnen hat (1966).
Vier Rheintaler Formel-Wagen-Fahrer starteten am 10. GP Mutschellen