Seitenblick vor 4 Stunden

Wie gut es tut, nach einem solchen Tag aufzuräumen

Pfingstmontag, der Tag nach dem Cupfinal. Das Wort «historisch» wird bisweilen überstrapaziert, in Bezug auf diesen Pfingstsonntag aber nicht. Auch als Journalist mit einem vollen Rucksack konnte man den Cupfinal geniessen.

Von Remo Zollinger
aktualisiert vor 4 Stunden

Der FC St. Gallen hat es tatsächlich geschafft und die Trophäe gewonnen, die er schon 1998 sicher geglaubt hatte, als er nach einer 2:0-Führung gegen Lausanne das Spiel noch aus der Hand gab und den Final im Penaltyschiessen verlor. Ich war zwölfjährig und für mich brach eine Welt zusammen – in diesem Alter ist man fragiler als mit 40.

Heute freue ich mich riesig über den Cupsieg – und ich beginne, nach einem langen Tag in Bern und St.Gallen aufzuräumen. Der Rucksack, der mich den ganzen Tag hindurch begleitet hat, war prallvoll voller Erinnerungen, voller Andenken. Selbst meine Platzreservation aus dem Stadion ist noch drin. Das eine oder andere kommt in den Abfallkübel, materielle Souvenirs sind gar nicht so wichtig. Doch einiges wird auch einen Ehrenplatz im Zimmer bekommen.

Die gut 250 Bilder kommen ins Archiv, die Wäsche in den dafür vorgesehenen Korb. Manche Sachen stinken, weil es in Bern sehr heiss war und bei der Feier in St.Gallen viel Bier durch die Luft flog. Andere Sachen kommen zum Auslüften auf den Balkon.

Nach Tagen dieser Art tut es gut, aufzuräumen. Es befreit den (etwas schweren) Kopf und schafft Ordnung. Eines geht aber nicht weg: die Freude darüber, dass der FCSG den ersten «Chübel» seit dem Meistertitel 2000 geholt hat. Diese Erinnerung bleibt für immer.