Fussball vor 5 Stunden

Zentral wird sein, Au-Bernecks Team zu einer Einheit zu formen

Der FC Au-Berneck hat sich zuletzt zweimal in Folge auf dem zehnten Rang klassiert. Das liegt deutlich darunter, was das Team eigentlich könnte. Dafür, dies zu verbessern, ist mit Ralph Heeb ein neuer Trainer angetreten.

Von Remo Zollinger
aktualisiert vor 4 Stunden

Die Tägeren ist einer der Fussballplätze, auf denen es nie langweilig wird. Es gibt Spiele, da muss man ob der Leistung des FCAB den Kopf schütteln, so schwach sind sie – etwa beim 0:2 zum Rückrundenauftakt gegen Buchs. Dann gibt es auch Spiele, die einen mit der Zunge schnalzen lassen, weil sie so schön sind – etwa das 5:0 gegen Winkeln, im gleichen Frühling, als die Auer langsam das Messer am Hals spürten.

Au-Berneck ist seit Jahren eine launische Mannschaft und steht sich damit oft selbst im Weg. Mit mehr Konstanz, das beginnt beim Trainingsbesuch, wäre mehr drin. Für Ralph Heeb hat das etwas mit dem Zusammenhalt zu tun. Da will er ansetzen: «Ich mag es nicht, wenn man nach dem Training oder dem Spiel schnell duscht und dann sofort abhaut. Das wird unter mir anders sein.»

Heeb ist letzte Saison mit Rebstein in die 2. Liga aufgestiegen, was auch daran lag, dass die Spieler einen riesigen Zusammenhalt hatten. Der Trainer: «Das Drumherum ist mir sehr wichtig. Wir werden mehr Spiele gewinnen, wenn wir eine Einheit sind. Meine grösste Aufgabe besteht darin, dass jeder Spieler für jeden anderen alles gibt.» Und das, es ist bekannt, funktioniert im Regionalfussball auch über den gemeinsamen Besuch des Kiosks.

Zusammenhalt ist gut, aber doch nicht alles

Doch rein damit, gemeinsam zu «verhocken», ist es nicht getan. Au-Berneck kann auf ein Team zählen, das sehr talentierte Spieler hat – und das Kader ist gross. «Wir sind auf jeder Position doppelt besetzt», sagt Ralph Heeb. Nun gelte es, anhand der Trainings und der Eindrücke aus den Tests eine Startelf zu finden. «Es wird Härtefälle geben, aber ich erwarte, dass sich jeder in den Dienst der Mannschaft stellt», so der Trainer.

Damit meint er auch die Hauptachse, die aus positiven Charakterköpfen besteht: Marc-André Bursac, Mario Zivic, Ahmet Cetinkaya, Amir Dervisevic und Orhan Ademi bilden ein Rückgrat, das viele gern hätten. «Ich gebe viel, aber ich fordere auch viel. Wenn das mit uns matcht, dann kann etwas Grosses entstehen», sagt Ralph Heeb.

Auch Au-Bernecks Durststrecke ist beendet

In der Vorbereitung läuft es wie oft: Viele fehlen, ein Training mit allen gibt’s kaum. «Ich weiss, dass es den anderen auch so geht, also lasse ich mich nicht verunsichern», sagt Heeb. Dies, während sein Assistent Didi Metzler auf dem Platz Hütchen aufstellt. Auf die Zusammenarbeit mit ihm freut sich Heeb sehr: «Er ist für uns und auch für mich eine riesige Bereicherung. Didi ist in der Mannschaft sehr beliebt und weiss genau, was es braucht.» Auch Martin «Ox» Baumgartner, der neue Goalietrainer, wird eine Rolle spielen.

À propos Neue: Tahir Redzepi und Bledi Shala sind von Besa zurück und mit Tim Bilgeri, Leo Schachner und Danilo Hütter hat Au-Berneck drei vielversprechende Talente der Lustenauer Austria bekommen. Mit Giovanny Popescu ist ein routinierter Innenverteidiger zurück, mit Deon Delija ist neu ein starker Junior dabei. Das gibt Ralph Heeb neue Optionen. Ein Kunststück ist ihm indes schon gelungen: Ein Jahr nachdem er mit Rebstein eine lange Pokalturnier-Durststrecke beendet hatte, tat er dies in diesem Sommer auch mit Au-Berneck (42 Jahre). «Für unseren Verein war das eine riesige Freude und wir hoffen, diesen Schwung mitzunehmen», sagt Heeb.

Transfers
Zuzüge: Tim Bilgeri, Danilo Hütter, Leo Schachner (A. Lustenau II), Deon Delija (Nachwuchs), Giovanny Popescu (reaktiviert), Tahir Redzepi, Bledi Shala (Besa).
Abgang: Bejadin Sazimanoski (Altstätten).