Oberes Rheintal • vor 1 Stunde

Zweckverband soll Abwasserreinigung stärken – Altstätten stimmt schon bald ab

Die Gemeinden Altstätten, Oberriet, Rüthi und Sennwald wollen ihre Abwasserreinigung gemeinsam organisieren. Der geplante Zweckverband verspricht im Vergleich zum Alleingang jeder Gemeinde tiefere Kosten und Vorteile beim Personal. In Altstätten wird am 25. November über den Beitritt entschieden.

Von pd
aktualisiert vor 41 Minuten

Die vier Gemeinden stehen bei der Abwasserreinigung vor ähnlichen Herausforderungen. Steigende Anforderungen an den Gewässerschutz, notwendige Investitionen und der Fachkräftemangel erfordern langfristige Lösungen. Deshalb wollen sie ihre Kräfte im Zweckverband ARA Oberes Rheintal bündeln. Dieser soll die gemeinsame Planung, Finanzierung, Erstellung und den späteren Betrieb der Abwasserreinigung ermöglichen.

Vier Gemeinden mit gleichen Rechten

Die vorgesehene Organisation besteht aus einer Delegiertenversammlung mit zwölf Mitgliedern, einem vierköpfigen Verwaltungsrat und einer dreiköpfigen Kontrollstelle. Jede Gemeinde stellt zwei Delegierte und ein Verwaltungsratsmitglied. Das Verwaltungsratspräsidium steht der Standortgemeinde Altstätten zu. Damit sind alle vier Gemeinden in der strategischen Führung vertreten. Die Zweckverbandsvereinbarung regelt zudem die Zuständigkeiten, Rechte und Pflichten der Verbandsgemeinden. Der Zweckverband wird durch die vier Gemeinden gegründet, die heute eigene ARA-Standorte betreiben. Kommt dieser zustande, leiten auch die Gemeinde Eichberg und die übrigen bisherigen Abwasserlieferanten ihr Abwasser weiterhin nach Altstätten. Eichbergs Beteiligung an Investitionen ist bereits heute vertraglich geregelt und richtet sich nach den Einwohnergleichwerten. Eine spätere Mitwirkung Eichbergs im Zweckverband wird zu gegebener Zeit geklärt.

Tiefere Kosten und bessere Arbeitsbedingungen

Für den Zusammenschluss sprechen insbesondere wirtschaftliche Gründe. Gemäss Berechnungen fallen die jährlichen Gesamtkosten gegenüber dem separaten Ausbau und Weiterbetrieb der vier bestehenden Anlagen je nach Gemeinde um 14 bis 26 Prozent tiefer aus. Weitere Vorteile ergeben sich beim Personal. Fachwissen und Ressourcen können gebündelt, Stellvertretungen und Nachfolgeregelungen einfacher organisiert werden. Auch der Pikettdienst lässt sich auf mehr Mitarbeitende verteilen. Dies ist gerade bei der Abwasserreinigung wichtig, die rund um die Uhr funktionieren muss. Die Finanzierung erfolgt weiterhin über Abwassergebühren und nicht über die Gemeindesteuern.

Bewährte Organisationsform

Zweckverbände sind im Rheintal längst etabliert. Beispiele sind das Hallenbad Oberes Rheintal, die Sozialen Dienste Oberes Rheintal und die Kehrichtverwertung Rheintal. Auch in der Abwasserreinigung bestehen mit dem Abwasserwerk Rosenbergsau, dem Abwasserverband Altenrhein und dem Abwasserverband Thurau bereits vergleichbare Organisationen.  Bei den bevorstehenden Abstimmungen geht es ausschliesslich um die Gründung beziehungsweise den Beitritt zum Zweckverband und die Genehmigung der entsprechenden Vereinbarung. Ein Baukredit wird damit noch nicht bewilligt. Die konkrete Planung und die Investitionen werden zu einem späteren Zeitpunkt separat zur Abstimmung gebracht. In Altstätten entscheidet die Bürgerschaft am 25. November 2026 über den Beitritt. Oberriet, Rüthi und Sennwald folgen im Frühling 2027. Stimmen alle vier Gemeinden zu, kann der Zweckverband gegründet und die weitere Projektierung vorangetrieben werden.

Website zur ARA Oberes Rheintal online

Unter www.araor.ch steht ab sofort eine neue Informationsplattform zur ARA Oberes Rheintal zur Verfügung. Die Website informiert umfassend über die geplante Gründung des Zweckverbands, die Hintergründe des Zusammenschlusses sowie das Vorhaben einer gemeinsamen Abwasserreinigungsanlage. Interessierte finden dort aktuelle Informationen, Antworten auf häufig gestellte Fragen und Wissenswertes zum weiteren Vorgehen. (pd)