Widnau vor 6 Stunden

Die Sense als Werkzeug für die Artenvielfalt

Trotz der sommerlichen Temperaturen liegt am frühen Morgen noch etwas Tau auf der Wiese. Die ersten Sensen ziehen ihre ruhigen Bögen. Statt Motorenlärm ist nur das sanfte Rascheln des Grases zu hören.

Von pd
aktualisiert vor 5 Stunden

Was früher zum Alltag gehörte, wurde beim Pro-Riet-Kurs «Mähen und Dengeln» am Samstag, 27. Juni, wieder lebendig. In der naturnah gestalteten Wohnüberbauung in Widnau lernten die Teilnehmenden, eine Wiese mit der Sense effizient, leise und besonders schonend für Pflanzen und Tiere zu mähen. 

Die Kursleiter Visar Thaqi und Patrick Reck vermittelten die traditionelle Handwerkskunst und erklärten, worauf es beim Mähen, Wetzen und Dengeln ankommt. Im Praxisteil führten die Teilnehmenden die Sense konzentriert durch das hohe Gras. Manche hielten sie zum ersten Mal in den Händen, andere brachten bereits Erfahrung mit. Schnell zeigte sich: Aus anfänglicher Unsicherheit wurde mit der richtigen Technik eine fliessende Bewegung, die erstaunlich wenig Kraft erfordert. Schon nach wenigen Bahnen wurden die Mähzüge gleichmässiger und effizienter. Auch beim Dengeln wurde konzentriert gearbeitet, gegenseitig Tipps gegeben und zwischendurch immer wieder gelacht.

Zu Beginn waren die Bewegungen noch vorsichtig und ungewohnt. Wenige Stunden später wurden die Mähzüge sicherer – und mit ihnen das Verständnis dafür, weshalb diese traditionelle Technik heute wieder an Bedeutung gewinnt. Sie schont Insekten und Kleintiere, kommt ohne Treibstoff aus und trägt dazu bei, artenreiche Wiesen langfristig zu erhalten.