Unter dem Titel «Gemeinsam Erinnern» führte Jürg Danuser, Co-Präsident des Vereins Festungsmuseum Heldsberg, die Anwesenden in einem Vortrag durch die letzten Kriegsmonate und das Ende des Zweiten Weltkriegs in der Schweiz, mit besonderem Blick auf die Grenze zwischen Diepoldsau und Hohenems.
Der Vortrag erzählte die Geschichte aus drei Blickwinkeln. Die erste Sicht war jene der Fluchthelfer, die mit ihrer Ortskenntnis Verfolgten über die Grenze halfen. Die zweite Sicht war jene der Geflüchteten, die unter Lebensgefahr den Rhein überquerten, in der Hoffnung, in der Schweiz Schutz zu finden. Die dritte Sicht war jene der Anwohnerinnen und Anwohner im Rheintal, die den täglichen Strom von Menschen, die Rationierung, die Anbauschlacht, den Fliegeralarm und die ständige Ungewissheit über Angehörige im Aktivdienst miterlebten und mittrugen. Die Zeitzeugenberichte zeigten, wie eng die Geschichte des Krieges an den persönlichen Erinnerungen jener Generation hängt, die sie tatsächlich erlebt hat.
Die nachfolgenden Generationen können diese Erfahrungen nur weitergeben, nicht ersetzen. In den Erzählungen kam wiederholt der Wunsch nach dauerhaftem Frieden zum Ausdruck sowie die Beobachtung, dass auf beiden Seiten einer Grenze Menschen leben, die ihren Alltag bestreiten und mit denen das Gespräch über Grenzen hinweg möglich ist. Mit diesen Aussagen aus den Quellen schloss der Vortrag, der von beiden Institutionen als Beitrag zum gemeinsamen Erinnern angelegt war. Im Anschluss sass die Runde bei einer Bratwurst vom Grill zusammen und liess den Abend in Gesprächen ausklingen.
Gedenkanlass an den 81. Jahrestag des Kriegsendes