Nach Klavierstücken von Käthi Frei aus Rehetobel folgte das Referat der Weinfelderin. Sie suchte nach Geborgenheit und bedingungsloser Liebe. Der Weg dazu war lang. Auch Erfolge im Leistungssport brachten der Primar-, Turn- und Sportlehrerin nicht die gewünschten Erfahrungen. Es blieb ein innerer grauer Nebel, wie sie schilderte. Was dann folgte, war eine lange Zeit unerkannte Schwangerschaft ohne Unterstützung des Partners. Der hatte sich davon gemacht.
Plötzlich wurde die junge Frau in Ausbildung Mutter von viel zu früh geborenen Zwillingsmädchen. Ein Baby starb, ebenso wie kurze Zeit darauf ihr kleiner Neffe und wenig später ihr Vater. Eine neue Beziehung gab auch nicht den nötigen Halt. Gewalt und Alkohol waren im Spiel. Sie beschrieb: «Ich konnte nicht mehr, wollte nicht mehr. Die Erfolge in meinem Leben nützten mir gar nichts.» So folgte ein Suizidversuch. Ihr Bruder wollte helfen und nahm sie an eine christliche Veranstaltung mit. Dort wurde sie von der «Hand Gottes berührt», die sie aus dem Sumpf zog und plötzlich war sie sich ganz sicher: «Übernimm du das Steuer meines Lebens!» Sie betete für einen guten Ehemann und Vater.
Es geschah. Ihr Partner, ein Zahnarzt, war jedoch sehr gegensätzlich im Vergleich zu ihr. Sie das Energiebündel, er der Introvertierte. Es folgen Ehe und drei weitere Kinder. Mit fünfzig Jahren kam der Zusammenbruch des Mannes, dies führte zum Verkauf der Praxis, Therapien und dann die Erlösung. Die Diagnose «Asperger». Nun galt es, damit umzugehen. Aus dem Nebeneinander wurde ein Miteinander. Ein Beispiel: Der Partner liebt das Steuern eines Schiffes, sie das Laufen. Das kann bei Flussfahrten bestens kombiniert werden.
Gottes Hand zog mich aus dem Sumpf