Diepoldsau vor 3 Stunden

Fuss- und Veloverkehrsbrücke für Diepoldsau: Sinn und Unsinn

Kürzlich hatte ich mich mit einem Bekannten in Zürich verabredet und wollte mit dem Zug dorthin fahren. Am Freitag um 9.41 Uhr in Sachen Verkehrsaufkommen und mit 12 Minuten Umsteigezeit in Heerbrugg kein Problem, dachte ich.

Von Robert Preising
aktualisiert vor 3 Stunden

Anzeige: 1 Minute Verspätung, dann 3, dann 4. Es reichte knapp. Bei der Rückfahrt vom Bahnhof Heerbrugg um 17 Uhr sah ich, dass die elektronische Anzeigetafel bereits darauf eingerichtet ist, dass Busse nach Diepoldsau nicht pünktlich sind. Die Buslinien via Diepoldsau blinkten, es hiess «verkehren unregelmässig» und «Begründung: Verkehrsaufkommen». Der Bus war 15 Minuten zu spät.

Ich beschloss, um diesen Stress zu vermeiden, das nächste Mal mit dem Velo nach Heerbrugg zu fahren. Nun will die Gemeinde Diepoldsau eine neue Fussgänger- und Velobrücke bauen. Dabei sind zu Stosszeiten – an gewissen Tagen ist immer Stosszeit – Fussgänger und Velofahrer die einzigen Verkehrsteilnehmer, die nicht im Stau stehen und überhaupt noch ohne lange Stau- und Wartezeit aus dem Dorf und ins Dorf kommen.

Da gibt es bedeutend dringendere Verkehrsmassnahmen als eine neue Fussgänger- und Velobrücke, zumal diese an einem Ort geplant ist, wo kaum jemand den Rhein überqueren will. Was Diepoldsau wirklich dringend braucht, ist eine brauchbare ÖV-Anbindung, sprich Busse, die pünktlich fahren, mit denen man nicht riskiert, Bahnanschlüsse in Heerbrugg und Hohenems zu verpassen.

Dazu würde eine separate Busspur über die Rheinbrücke viel beitragen. Mit dem Bauvolumen von 12,3 Millionen für die geplante neue Velobrücke liesse sich diese auf der neuen Rheinbrücke sicher realisieren und dazu sinnvollerweise bei beiden Rheinbrücken je eine an die Brücke angehängte Velo- und Fussgängerbrücke. Bei beiden schliesst ja Richtung Balgach und Widnau bereits ein Radweg an. So entstünden Velobrücken dort, wo sie auch benutzt würden. Eine völlig neue Velobrücke an einem völlig neuen Ort brauchen wir nicht. Ich hoffe, wir können das bei der Abstimmung am 14. Juni zum Ausdruck bringen.

Robert Preising, Diepoldsau